unbekannter Gast
vom 12.06.2017, aktuelle Version,

Max Grießer

Max Grießer (* 18. November 1928 in Kufstein, Tirol; † 12. August 2000 in Eppstein-Vockenhausen) war ein überwiegend in Bayern auftretender Volksschauspieler und Sänger österreichischer Herkunft. Mit seiner stattlichen Figur verkörperte er in seinen Rollen den typisch bayerischen bodenständigen und bauernschlauen Charakter.

Leben

Max Grießer war der Sohn eines bekannten österreichischen Volkssängers und wuchs bei seiner Mutter in Innsbruck auf. Bereits als Fünfjähriger stand er auf der Bühne. Nach der Schule und einer Lehre als Maschinenschlosser spielte er einige Jahre im Volkstheater Kufstein, wo er auch sang und jodelte. Erst mit 30 Jahren gelang ihm die Aufnahmeprüfung an der Münchner Otto-Falckenberg-Schule. Bald darauf wurde er von Regisseur Olf Fischer entdeckt, der ihn zum Komödienstadel beim Bayerischen Rundfunk holte, wo er alsbald einem größeren Publikum bekannt wurde. Er spielte neben Erni Singerl, Katharina de Bruyn, Gustl Bayrhammer und Maxl Graf in Stücken wie Der verkaufte Großvater, Liebe und Blechschaden und Alles für die Katz.

In erster Ehe war Max Grießer mit Luise Grießer verheiratet, mit der er die beiden Söhne Max jr. und Claus hatte. Claus hat von 1972 bis 1993 kleine Rollen in Serien und Filmen gespielt.[1] Danach war Max Grießer mit der 18 Jahre jüngeren Marianne Grießer verheiratet. Das gemeinsame Kind Florian wurde 1976 geboren.

Max Grießer zählte zu den großen bayerischen Volksschauspielern und war in allen einschlägigen Fernsehserien präsent, darunter Münchner Geschichten, Königlich Bayerisches Amtsgericht und Meister Eder und sein Pumuckl. Seinen größten Erfolg hatte er ab 1977 als Bertl Moosgruber in der Fernsehserie Polizeiinspektion 1 neben Walter Sedlmayr und Elmar Wepper. Für diese Rolle erhielt er 1986 vom Bayerischen Innenministerium den Titel „Ehren-Kommissar“. Er wirkte außerdem in Spiel-, Sexfilmen, in zahlreichen Tatort-Folgen und als Bürgermeister in der Serie Ein Schloß am Wörthersee mit.

Neben der Schauspielerei war Grießer auch Sänger und produzierte 30 Singles, hauptsächlich mit volkstümlicher Musik. 1986 bewarb er sich mit dem Titel Der Freund von meiner Tochter is a Preiß beim ersten Grand Prix der Volksmusik, erreichte jedoch nicht das Finale. Ebenso erging es ihm mit dem Lied Uns ham’s den Maibaum klaut beim Grand Prix der Volksmusik 1987 und Ohne Bass macht’s kein Spaß beim Grand Prix der Volksmusik 1991.

Beim alljährlichen Starkbieranstich auf dem Nockherberg in München parodierte Max Grießer 27 Jahre lang die anwesenden Politiker, unter anderem spielte er den bayerischen Ministerpräsidenten Alfons Goppel. Nach der Ermordung seines Kollegen Walter Sedlmayr trat er 1992 dessen Rolle als „Bruder Barnabas“ an. 1996 trat Grießer zum letzten Mal auf dem Nockherberg in Erscheinung. Von 1993 bis 1997 war der Schauspieler Teil des Ensembles der erfolgreichen RTL-Show Wie bitte?!. Seine letzte Rolle spielte Grießer im Juli 2000 in dem Stück Die Bernauerin auf der Bühne des Klosters Andechs.

Unbemerkt von der Außenwelt plagten Grießer Depressionen und Ängste, die ihm schwer zu schaffen machten. Eine psychiatrische Behandlung brachte nur wenig Besserung. Am 12. August 2000 beging er Suizid. Grießers Grabstätte befindet sich an seinem letzten Wohnort Söll bei Kufstein.[2]

Filmografie

Grabstätte von Max Grießer

Filme (Auswahl)

Fernsehserien (Auswahl)

Erfolgstitel als Sänger

  • Der Freund von meiner Tochter is a Preiß, 1986
  • Uns ham’s den Maibaum klaut, 1987
  • Ohne Bass, macht’s kein Spaß, 1991
  • Jetzt trink ma noch a Flascherl Wein, 1991
  • Herz is’ Trumpf

Diskografie

CDs:

  • Ein Volkssänger mit Herz und Humor, 1996
  • Die größten Erfolge, 2000

Auszeichnungen

Weiters:[4]

Einzelnachweise

  1. Claus Grießer in der imdb
  2. knerger.de: Das Grab von Max Grießer
  3. Gesichter im Komödienstadel auf br-online.de abgerufen am 2. Oktober 2011
  4. Bilder der Grabstätte in Söll, abgerufen am 21. Mai 2014