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vom 05.06.2017, aktuelle Version,

Max Wegner (Archäologe)

Max Wegner (* 8. August 1902 in Wozinkel bei Parchim; † 8. November 1998 in Münster in Westfalen) war ein deutscher Klassischer Archäologe.

Leben

Max Wegner, der Sohn eines Landwirts im Mecklenburgischen, besuchte ab 1914 das Realgymnasium Johanneum zu Lübeck. Nach der Reifeprüfung 1921 studierte er Archäologie und Orientalistik an den Universitäten Freiburg, Leipzig, München und Berlin. 1928 wurde er in Berlin mit der Dissertation Ikonographie des chinesischen Maitreya promoviert.

Nach der Promotion wandte sich Wegner dem Altertum zu und spezialisierte sich auf die Klassische Archäologie. 1931/1932 konnte er mit dem Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts nach Italien, Griechenland und in die Türkei reisen. Nach seiner Rückkehr arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Zentrale des Deutschen Archäologischen Instituts in Berlin und habilitierte sich 1938 an der Berliner Universität mit der Studie Die Herrscherbildnisse in antoninischer Zeit. 1940 erhielt er eine Dozentur für Klassische Archäologie an der Universität Berlin.

1942 wurde Wegner als ordentlicher Professor der Klassischen Archäologie an die Westfälische Wilhelms-Universität Münster berufen. Zugleich war er Direktor des Archäologischen Instituts und Museums. Nach dem Zweiten Weltkrieg machte sich Wegner um den Wiederaufbau der völlig zerstörten Sammlung verdient. 1964 erwarb der Förderkreis der Universität Münster als Grundstock die Sammlung des verstorbenen Archäologen Otto Rubensohn. 1965 übernahm das Archäologische Museum Gipsabgüsse zahlreicher Skulpturen des Zeus-Tempels in Olympia vom Folkwang-Museum in Essen.

Im akademischen Jahr 1958/1959 fungierte Wegner als Dekan der Philosophischen Fakultät. Auch nach seiner Emeritierung 1970 hielt Wegner Lehrveranstaltungen ab, zuletzt im Wintersemester 1993/1994.

Wegners Verdienste in Forschung und Lehre drücken sich unter anderem durch drei Festschriften aus, die 1962, 1982 und 1992 erschienen. 1992 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Schriften (Auswahl)

  • Ikonographie des chinesischen Maitreya. Berlin 1930 (Dissertation)
  • Die Herrscherbildnisse in antoninischer Zeit. Berlin 1939 (Habilitationsschrift)
  • Goethes Anschauung antiker Kunst. Berlin 1944. Neuausgabe Berlin 1949
  • Das Musikleben der Griechen. Berlin 1949. 2., durchgesehene Auflage, Berlin 1970. 3. Auflage, Leipzig 1986
  • Die Musikinstrumente des alten Orients. Münster 1950
  • Altertumskunde. Freiburg 1951
  • Meisterwerke der Griechen. Basel 1955
  • Ornamente kaiserzeitlicher Bauten Roms. Soffitten. Köln/Graz 1957
  • Musikgeschichte in Bildern. Griechenland. (Musik des Altertums, Band 2, Lieferung 4) Leipzig 1963
  • Sizilien von Einheimischen und Fremden erlebt. Charakterstudie einer Weltinsel. Berlin 1964
  • Schmuckbasen des antiken Rom. Münster 1966
  • Die stadtrömischen Erotensarkophage. Abteilung 3: Die Musensarkophage. Berlin 1966
  • Duris. Ein künstlermonographischer Versuch. Münster 1968
  • Brygosmaler. Berlin 1973
  • Torso eines verwundeten Jünglings im Museo Arqueológico in Sevilla, Inventar-Nr. 1083. Berlin 1975
  • Euthymides und Euphronios. Münster 1979
  • Zeiten – Lebensalter – Zeitalter im archäologischen und kulturgeschichtlichen Überblick. Münster 1991
  • Gebälkfriese römerzeitlicher Bauten. Münster 1992
  • Hermes. Sein Wesen in Dichtung und Bildwerk. Münster 1996
Herausgeberschaft
  • Das römische Herrscherbild. Berlin 1939ff.
  • Land der Griechen. Reiseschilderungen aus sieben Jahrhunderten; ausgewählt und mit einem Nachwort versehen von Max Wegner. Berlin 1942. 2. vermehrte Auflage, Berlin 1943. 3. Auflage, Berlin 1955

Literatur

  • Dieter Ahrens (Herausgeber): Festschrift Max Wegner zum sechzigsten Geburtstag. Münster 1962 (mit Schriftenverzeichnis)
  • Max Wegner zum 8.8.1982. Münster 1982 (mit Nachträgen zum Schriftenverzeichnis)
  • Oliver Brehm, Sascha Klie (Herausgeber): Μουσικὸς ἀνήρ. Festschrift für Max Wegner zum 90. Geburtstag. Bonn 1992 (Antiquitas 3,32; mit Nachträgen zum Schriftenverzeichnis)
  • Oliver Brehm: Von den Musen reich beschenkt. Max Wegner zum 100. Geburtstag. In: Antike Welt. Zeitschrift für Archäologie und Kulturgeschichte. 33. Jahrgang (2002), S. 704
  • Heinz-Helge Nieswand, Dieter Salzmann: Klein aber fein – das Archäologische Museum der Universität Münster. In: Hellenika. Jahrbuch für griechische Kultur und deutsch-griechische Beziehungen. Neue Folge, Band 3 (2008), S. 106–114
  • Hubertus Manderscheid: Opfer – Täter – schweigende Mehrheit. Anmerkungen zur deutschen Klassischen Archäologie während des Nationalsozialismus. In: Hephaistos. Band 27 (2010), S. 41–65 (zu Max Wegner besonders S. 53–57)