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vom 23.12.2017, aktuelle Version,

Maximilian Krauss

Maximilian Krauss (* 8. Februar 1993 in Wien) ist ein österreichischer Politiker (FPÖ). Krauss war von 9. November 2017 bis 18. Dezember 2017 Abgeordneter zum österreichischen Nationalrat. Zuvor war er von November 2015 bis November 2017 Abgeordneter zum Wiener Landtag und Mitglied des Wiener Gemeinderats.

Leben

Krauss wuchs als ältestes von drei Geschwistern in der Nähe des Esterházyparks im 6. Wiener Gemeindebezirk Mariahilf heran. Seine Eltern sind überzeugte Sozialdemokraten. Nach dem Besuch der Pflichtschulen legte er 2011 die Matura ab. Danach begann er ein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien.

Krauss bekam über Heinz-Christian Strache, den er seit seinem 13. Lebensjahr kennt, Kontakt zur FPÖ. Im Gemeindebezirk Josefstadt wurde er zum Bezirksvorsitzenden des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) gewählt, nur ein Jahr später, 2007, folgte die Wahl in den Landesvorstand des RFJ Wien. Von 2009 bis 2012 war er stellvertretender Landesvorsitzender des RFJ Wien. Seit 2012 fungiert er als geschäftsführender Wiener Landesobmann. Seit 2009 ist er zudem stellvertretender Bundesvorsitzender.

Nachdem Krauss von 2010 bis 2012 Mitglied in der Bezirksleitung der FPÖ Josefstadt gewesen war, wurde er 2012, im Alter von erst 19 Jahren, zum Bezirksparteivorsitzenden gewählt. Österreichweit ist er der jüngste Bezirksparteivorsitzende. Bei der Nationalratswahl 2013 kandidierte er auf Platz 11 der Landesliste, verfehlte jedoch den Einzug ins Parlament. Vor seiner Wahl in den Wiener Landtag und Gemeinderat im Oktober 2015 war er Referent beim freiheitlichen Wiener Klubobmann Johann Gudenus. Beruflich ist er seit Mai 2016 als Geschäftsführer und Schriftführer der Freiheitlichen Akademie Wien tätig.

Bei der Nationalratswahl 2017 konnte Krauss über die Bundesliste der FPÖ in den österreichischen Nationalrat einziehen. Er wurde in der konstituierenden Sitzung des Nationalrats der 26. Legislaturperiode am 9. November 2017 als Nationalratsabgeordneter angelobt und wechselte am 18. Dezember 2017 wieder in die Landespolitik.[1]

Krauss ist Mitglied der Wiener akademischen Burschenschaft Aldania.

Vize-Stadtschulratspräsidenten in Wien

Bundesweit bekannt wurde Krauss im Juli 2014, als die FPÖ den erst 21-jährigen zum stellvertretenden Stadtschulratspräsidenten für Wien nominierte. Als zweitstärkste Kraft im Wiener Gemeinderat und Landtag stand den Freiheitlichen das Nominierungsrecht zu. Krauss fiel in der Vergangenheit immer wieder durch extreme Ansichten auf. So nannte er den Wiener Bürgermeister Michael Häupl Türken-Bürgermeister, forderte auf, dass an Schulen als Pausensprache Deutsch zu gelten habe, und verlangte, dass Kinderschänder auch bei uns chemisch ... kastrieren zu seien.[2][3] Häupl lehnte daraufhin Krauss für das Amt des Vize-Stadtschulratspräsidenten ab[4]. Im Herbst 2014 beantragte Krauss beim Anti-Diskriminierungsbüro ein Schlichtungsverfahren und erhoffte sich eine Summe von 12.459 Euro für Verdienstentgang, die er für ein Jugendprojekt spenden wolle.[5] Auch brachte die FPÖ eine Anzeige wegen Amtsmissbrauchs gegen Häupl ein; die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wurden jedoch im März 2015 mit dem Hinweis auf die Berechtigung des Bürgermeisters, gewisse Kandidaten nicht zu ernennen, eingestellt. Ein gleichzeitig gestellter Antrag auf Gesetzesprüfung des Wiener Schulgesetzes beim Verfassungsgerichtshof wurde abgewiesen, da es sich bei dem Vorschlagsrecht nicht um ein Recht, sondern eine Befugnis handele.[6]

Einzelnachweise

  1. Türkis-blaue Regierung stellte sich dem Parlament vor. In: DerStandard.at. 20. Dezember 2017, abgerufen am 23. Dezember 2017.
  2. Häupl: Krauss-Nominierung „befremdlich“
  3. Sind Sie Straches Joker, Herr Krauss?
  4. Wiener Stadtschulrat: Häupl lehnt Krauss ab
  5. ORF Wien: Verdienstentgang: Krauss will 12.459 Euro, 18. September 2014
  6. Stadtschulrat: FPÖ mit Beschwerde abgeblitzt, Artikel auf ORF.at vom 8. April 2015