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vom 10.01.2016, aktuelle Version,

Maximilian Schreier

Maximilian Schreier (* 25. Mai 1877 in Brünn; † 15. Juni 1942 in Wien) war ein österreichischer Journalist.

Leben

Schreier wurde 1877 in Brünn als Sohn eines kaufmännischen Angestellten geboren. Er absolvierte vier Jahre Gymnasium, aus finanziellen Gründen konnte er jedoch nicht studieren. Bereits als Jugendlicher schloss er sich in Wien dem Arbeiterbildungsverein Gumpendorf an und begann sich für das politische Geschehen zu interessieren.

Seine journalistische Laufbahn begann er mit gelegentlichen Beiträgen für das satirische Wochenblatt „Kikeriki!“

Ende 1917 unternahm Schreier den Versuch, die zum Verkauf stehende renommierte Tageszeitung „Die Zeit“ zu sanieren; 1919 wurde ihr Titel in Der Morgen geändert.

1918 ehelichte er die Schauspielerin Ida v. Belitzky (Künstlername Ida Norden).

Im November 1922 gründete er gemeinsam mit Siegmund Bosel die Zeitung Der Tag, ab Juli 1930 Der Wiener Tag, an der einige der besten Journalisten wie z.B. Robert Musil, Walther Rode und Gustav Stolper mitarbeiteten. Allerdings geriet das Blatt 1925, bedingt durch den finanziellen Abstieg Bosels, in Schwierigkeiten; die Weiterführung konnte jedoch nur durch Beteiligung des dem Prager Außenministerium nahestehenden Pressekonzerns Orbis gesichert werden, was dazu führte, dass die Zeitung in der Folge die Außenpolitik von Edvard Beneš und Tomáš Garrigue Masaryk unterstützte.

Schreier wurde am 13. März 1938 in Wien verhaftet und Anfang des Jahres 1939 ins KZ Weimar-Buchenwald überstellt. Im Juni 1939 wurde er allerdings wieder nach Wien gebracht, wo er in einem Strafverfahren im Frühjahr 1940 verurteilt wurde. Seine Hoffnungen doch noch in die USA auswandern zu können, erfüllten sich jedoch nicht. Die letzten Monate verbrachte er schwer krank im ehemaligen Wiener Rothschild-Spital in der Seegasse.[1] Dort nahm sich Schreier im Juni 1942 das Leben, um der bevorstehenden Deportation zu entgehen.

In seinem Abschiedsbrief an seine Gattin Ida schrieb er am 12. Juni 1942 um 21 Uhr unter anderem:

Liebe arme Ida!
Da eine neuerliche Kontrolle meinen Gesundheitszustand scheinbar für günstig ansieht, betrachte ich mein Schicksal für besiegelt. Ich habe nicht viel Zeit zu verlieren und muß Abschied nehmen von der Welt, von Allen die mir theuer sind – von dir.

Literatur

Einzelnachweise

  1. http://de.doew.braintrust.at/db_shoah_65179.html