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vom 15.07.2016, aktuelle Version,

Museum Sankt Veit an der Glan

Logo des Museums St.  Veit

Das Museum für Verkehrs- und Stadtgeschichte in Sankt Veit an der Glan ist ein 2004 am Hauptplatz der Stadtgemeinde eröffnetes Museum, das unter einem Dach die Verkehrsgeschichte der Region sowie die Stadtgeschichte von St. Veit präsentiert. Es ging aus mehreren Vorgängerinstitutionen hervor und wird gemeinsam vom Verein Verkehrsmuseum St. Veit und der Stadtgemeinde betrieben.

Entstehungsgeschichte des Museums

Die Museumslandschaft der Stadt St. Veit war jahrzehntelang dadurch gekennzeichnet, dass es einzelne, verstreute kulturelle Einrichtungen in der Stadt wie z. B. das 1886 gegründete Stadtmuseum in der Burg, das Trabantenmuseum im ehemaligen Bürgerspital und das 1982 gegründete Verkehrsmuseum im Rathaus und danach in der ehemaligen Haushaltungsschule (ab 1987) gab.

Im Jahr 2003 reifte der Beschluss der Verantwortlichen ein Zentrum für alle Museen der Stadt St. Veit zu schaffen. Man beschloss, dass bestehende Haus am Hauptplatz Nr. 29, welches das Verkehrsmuseum beherbergt, großzügig und behindertengerecht auszubauen. Am 17. November 2003 wurde nach Saisonende die Baustelle eingerichtet und mit dem Umbau begonnen. Es wurde das bestehende Stiegenhaus abgetragen und neben einem Panoramalift ein Glaszubau neu errichtet. Das Dachgeschoss wurde großzügig ausgebaut und präsentiert nun die Bereiche der Stadtgeschichte, eine 900-jährige Stadtvergangenheit. Das Museum St. Veit bietet nun seinen Besuchern die Möglichkeit, auf einer Fläche von 1000 m² alle bisher in der Stadt verstreuten musealen Einrichtungen in einem Zentrum zu besuchen und den Verantwortlichen eine geeignete Umgebung, um über 3000 Exponate zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln.

Das Museum St. Veit wird vom Verein Verkehrsmuseum St. Veit und der Stadtgemeinde St. Veit gemeinsam geführt. Im Jahr 2008 erhielt das Verkehrsmuseum das Österreichische Museumsgütesiegel.[1]

Museumsgebäude

Museum für Verkehrs- und Stadtgeschichte am Hauptplatz

Das Museumsgebäude befindet sich an der Nord-West-Ecke des Hauptplatzes von St. Veit. Johanna Dickmann Secherau geborene von Schwerenfeld hat mit Schenkungsurkunde/Wien 24. Okt.1829 das Haus der Stadt zur Unterbringung einer deutschen Schule geschenkt. Da es eine halbe Brandstätte war, hatte die Stadt weder die Mittel noch in damaliger Zeit auch die Verpflichtung, das Gebäude dem gedachten Zwecke zuzuführen. 1856 vermachte Fräulein Rosalia Milessi in ihrem Testament ein Legat von 4000 Gulden zur Errichtung einer Mädchenschule in der Schulschwestern unterrichten sollten. Dieses Legat wurde von Frau Franziska Rainer, geb. Buzzi auf 8000 Gulden ergänzt. Nun richtet die Gemeinde das Gebäude her und übergab es 1860 den Schulschwestern zu Kaltern in Tirol, die die Schule allmählich zu einer vierklassigen Privat-Mädchenschule mit Öffentlichkeitsrecht erweiterten und der weiblichen Jugend von St. Veit durch ein halbes Jahrhundert das Bildungsgut vermittelten. Im Jahre 1911 zogen sich die Schulschwestern ins Mutterhaus zurück. Seit 1912 dienten die Räumlichkeiten den Volks- Bürger- und Hauptschulen zur Unterbringung von Notklassen. Vom September 1919 bis März 1920 war in dem Haus der Sitz der Landesagitationsleitung. Unter schwierigen politischen Umständen wurden hier unter Leitung von Arthur Lemisch die grundlegenden Voraussetzungen für die Kärntner Volksabstimmung von 1920 geschaffen. Seit 1932 wurde es als Haushaltungsschule verwendet. 1985 übersiedelte die Haushaltungsschule in das Schulzentrum und das Gebäude wurde von der Stadtgemeinde unter dem Bgm. Ing. Friedrich Wolte als Museum adaptiert. Am 20. Juni 1987 konnte hier das Verkehrsmuseum, welches ursprünglich aus dem Eisenbahnmuseum (gegr. 27. August 1982, in einem Raum im Rathaus) entstand, eröffnet werden.

Nach dem Umbau 2003/04 –entstand das Museum St. Veit- Unterbringung des Eisenbahner- d.h. Verkehrs-Museum sowie des Stadtmuseums (letzteres vorher bis 2003 in der Burg). Die alte Steinmauer zur Bräuhausgasse musste altersbedingt (etliche Meter eingebrochen) durch den Umbau abgetragen werden und es entstand ein Betonmauer. Neben vielen Umbauarbeiten wurden ein Stiegenhaus mit einem Panoramalift und ein Glaszubau und ein Lapidarium errichtet. Außerdem wurde das Dachgeschoss ausgebaut. So wurde aus dem bescheidenen "Eisenbahnmuseum" der ersten Stunde das Museum St. Veit (1 Museum – 7 Themen), in dem alle musealen Einrichtungen der Stadt St. Veit an der Glan beheimatet sind. Am 21. August 2004 wurde das Museum St. Veit offiziell eröffnet.

Abteilung Verkehrsgeschichte

In den ersten beiden Stockwerken präsentieren sich die Verkehrsgeschichte, das Post- und Fernmeldewesen und der Modellbau. Da diese Räumlichkeiten schon vor dem Aus- bzw. Umbau das Verkehrsmuseum beheimateten, führte man in den einzelnen Räumen Adaptierungsmaßnahmen durch und wählte neue Formen der Gestaltung und legte sehr viel Augenmerk auf interaktive Präsentationsformen.

Die Entwicklung des Verkehrs beginnt mit der Pferdeeisenbahn und endet mit der E-Lok, umfasst Gleisbau und Signaldienst. Auch der Bereich des Bahnhofsdienstes bzw. der „Eisenbahner“ als neuer Berufstyp wird präsentiert. Der Maschinendienst behandelt das Dampfzeitalter bis zur Elektrifizierung und zeigt den Teil eines Führerstandes einer Dampflokomotive und einer funktionsfähigen Rh 1042. Das Thema Elektrifizierung wird anschaulich durch einen bedienbaren Stromabnehmer gezeigt. Die Geschichte der Motorisierung reicht von der Säumerei über die Erfindung des Marcuswagens bis zum Verbrennungs- und Ottomotor. Auch wird dem Ende der Gendarmerie in Österreich mit einer Dauerausstellung gedacht. In einem speziellen Ausstellungsbereich „lebt“ der altehrwürdige Wachkörper weiter. Post- und Fernmeldewesen zeigen die historische Entwicklung des Nachrichtentransportes. Ein funktionsfähiges Hebdrehwählamt und ein originales Postamt, das bis 1980 in Verwendung war, veranschaulichen diesen Bereich.

Ein besonderes Highlight ist eine Modelleisenbahnanlage in Nenngröße H0, welche auf 35 m² ausgebaut wird. Die Modellbahn hat im Endausbau ca. 400 m Gleislänge mit über 70 Weichen und wird Computergesteuert Selectrix (Rautenhaus – Digital) System und der Software Train Controller 5.8 von Jürgen Freiwald betrieben. Die Anlage wurde von Helmut Pressen mit seinem Team im Jahre 1986/87 geplant und gebaut. Seit 1. April 2007 werden die Ausbauarbeiten unter der Leitung von Josef Wastian mit drei Mitarbeitern durchgeführt. Auf dem Dach der Glasaula wurde eine Garteneisenbahn errichtet: In einer Landschaft mit Bahnhöfen (originalgetreuer Nachbau des Personenbahnhofes St. Veit an der Glan), einem Tunnel, einer Burg, Brücken und einem Teich fahren vier Züge gleichzeitig. Die Anlage wird ergänzt durch einen fliegenden ÖAMTC-Helikopter über einer Autobahn mit einer Unfallstelle. Die Anlage wurde von Helmut Sablattnig geplant und gefertigt.

Eine weitere Attraktion des Museums St. Veit ist der „Fahrsimulator 4030“, denn mit dieser Anlage ist eine nahezu perfekte Simulation der Führung eines Triebwagens 4030 möglich. Alle Schalt- und Bedienelemente sind aktiviert und alle Abläufe und Funktionen entsprechen dem Original.

Abteilung Stadtgeschichte

Im neu ausgebauten Dachgeschoss wird die 900-jährige Stadtgeschichte von St. Veit durch zahlreiche kulturhistorisch wertvolle Exponate dokumentiert. Bei der Adaptierung des Dachgeschosses wurde eine zusätzliche Ebene in Form einer Galerie eingezogen. Bei der Gestaltung dieses Bereiches konnte man auf einen reichen kunsthistorischen Fundus an Exponaten aus dem ehemaligen Stadtmuseum zurückgreifen, wobei aufgrund der Ausstellungsfläche nicht alle Objekte gezeigt werden können und in zusätzlichen Depoträumen untergebracht werden. Somit ist es den Museumsverantwortlichen aber möglich, alleine aus den vorhanden Bestand Sonderausstellungen durchzuführen.

Die Stadtgeschichte wurde thematisch aufbereitet und schlägt einen breiten historischen Bogen mit den Schwerpunkten:

  • St. Veit als Stadt
  • St. Veit unter den Habsburger Herzögen
  • Kunst und Kultur in St. Veit
  • Der St. Veiter Porträtmaler August Prinzhofer
  • Bergbau, Handel und Gewerbe
  • „St. Veiter Kreis“
  • Münzwesen
  • Trabanten
  • Goldhaubenfrauen
  • Schützenwesen.

Im Bereich der Stadtgeschichte ist man besonders stolz auf eine große Sammlung an barocken Schützenscheiben, von denen das Museum 74 Stück besitzt.

Das Lapidarium mit Römersteinen und Grabplatten rundet den stadtgeschichtlichen Teil ab. Im Hof befinden sich eine alte Postkutsche (1900), Exponate aus dem Eisenbahnbereich wie ein Heizkessel, ein Wasserkran ein Treibrad einer Lok Rh 52, einen Kohlenhunt und ein Gleismeßgerät.

Im Sinne eines modernen Museums versuchen die Verantwortlichen Aktivitäten im Museum zu setzen (Sonderausstellung „Altes Spielzeug“ zur Weihnachtszeit, Ausstellung über „Terrakottasoldaten aus Xi’an – China“ 2005, Schützenscheibenausstellung 2006).

Verein Verkehrsmuseum

Bereits in den 1970er-Jahren wurde von St. Veiter Eisenbahnern begonnen, museale Gegenstände aus dem Bereich der Eisenbahn zu sammeln, welche schließlich auch in einer Ausstellung öffentlich gezeigt wurden. Die Ausstellung fand so starkes Interesse, dass im Jahre 1982 der Eisenbahn Museumsverein St. Veit an der Glan gegründet wurde. Bald darauf konnte im Rathaus der Stadt, in den ehemaligen Räumen der Stadtpolizei, ein kleines Museum eröffnet werden. Bald reichte der vorhandene Raum nicht mehr aus und die Ausstellung zog in ein frei gewordenes Gebäude, welches heute das Museumszentrum beherbergt, um und wurde als solches am 20. Juni 1987 eröffnet.

Unter Mitwirkung der Wirtschaftskammer St. Veit an der Glan und der Post- und Telegraphendirektion Kärnten wurde das Museum mit dem Bereich Straßenverkehr und dem Post- und Fernmeldewesen erweitert. Die Namensänderung im Jahre 2004 auf Verkehrsmuseum St. Veit bezweckt vordergründig die Erhaltung und Pflege von Gegenständen im Besonderen aus dem Bereich Verkehr (Eisenbahn, Post und Telekom, Straßenverkehr). Die im Verein gebildete Modellbaugruppe ergänzt die Aufgaben mit den Bau von Modellbahnen, den maßstabgerechten Nachbau von Betriebsstätten wie z. B. Bahnhöfen sowie der laufenden Wartung dieser Anlagen. Zusätzlich bezweckt der Verein zeitgemäße Erwachsenenbildung und Museensammlungen sowie die Durchführung von Ausstellungen und sonstigen Veranstaltungen. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Bundesabgabenordnung, ist unparteilich und nicht auf Gewinn ausgerichtet.

Einzelnachweise

  1. Verkehrsmuseum St. Veit abgerufen am 26. März 2011