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vom 19.06.2017, aktuelle Version,

Mykenische Kommission

Die Mykenische Kommission ist ein Forschungsprojekt der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, das 1971 auf Initiative von Fritz Schachermeyr eingerichtet wurde. Inzwischen ist es in die Abteilung Ägäis und Anatolien des 2013 neu gegründeten Instituts für Orientalische und Europäische Archäologie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften eingegangen.

Die Mykenische Kommission wurde eingerichtet, um die Erforschung der griechischen Ur- und Frühgeschichte, des minoischen und mykenischen Griechenlands und der sogenannten nachmykenischen „Dunklen Jahrhunderte“ bis zur Zeit Homers voranzutreiben. Die Interdisziplinärität ist eines der wichtigsten Anliegen der Kommission, archäologische, althistorische sowie philologisch-indogermanistische Studien sollen verbunden werden, etwa anhand der Linear B-Texte. Damit übernimmt die Kommission immer mehr Aufgaben des Wiener Forschungszentrums für Mykenologie. Derzeit sind Sigrid Jalkotzy-Deger (Obfrau), Gerhard Dobesch (stellvertretender Obmann), Heiner Eichner, Susanne Heinhold-Krahmer, Günther Hölbl, Hermann Hunger, Johannes Koder, Oswald Panagl und Gerhard Thür Mitglieder der Kommission, früher unter anderem auch Vassos Karageorghis und Thomas G. Palaima.

Neben den allgemeinen Forschungen verwaltet die Kommission die sogenannte „Sammlung Schachermeyr“. Es handelt sich um eine Sammlung von etwa 2000 Keramikfragmenten und einigen Ganzgefäßen, die Schachermayer während seiner Forschungszeit im gesamten östlichen Mittelmeerraum zusammengetragen hat, um damit eine Studiensammlung zu errichten, die den akademischen Unterricht unterstützen kann. In der Sammlung finden sich Keramikbeispiele vom Neolithikum bis zur Bronzezeit. Die Sammlung ist bedingt für die Allgemeinheit zugänglich. Innerhalb der Kommission werden mehrere Projekte durchgeführt. Zudem wird eine nennenswerte Anzahl von Büchern veröffentlicht. Jährlich werden Veranstaltungen in Form von Kolloquien und Workshops angeboten.