Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Ihre Botschaft geht nur an das Administrator Team. Danke fürs Mitmachen, das zur Verbesserung des Systems oder der Inhalte beitragen kann. Ihre Nachricht (optional mit Ihrer E-Mail):
unbekannter Gast
vom 29.08.2017, aktuelle Version,

Norbert Krebs

Norbert Krebs (* 29. August 1876 in Leoben; † 5. Dezember 1947 in Berlin) war ein österreichischer Geograph und Hochschullehrer, dessen Forschungsschwerpunkte die mitteleuropäische Länderkunde und das Konzept des Lebensraums waren.

Leben

Krebs studierte von 1896 bis 1902 bei Albrecht Penck und Eduard Suess Geographie sowie Geschichte an der Universität Wien, wo er 1900 promoviert wurde. Neben seiner Berufstätigkeit als Lehrer an einer Mittelschule war er ab 1909 Privatdozent für Geographie an der Universität Wien. 1917 wurde er ordentlicher Professor für Geographie in Würzburg, 1918 in Frankfurt am Main und 1920 in Freiburg im Breisgau. Von 1927 bis 1943 war er ordentlicher Professor für Geographie an der Universität Berlin.

1937 gab Krebs sein Monumentalwerk „Atlas des deutschen Lebensraumes in Mitteleuropa“ im Auftrag der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften heraus, in dem er die Ideen eines Großdeutschlands sowie eines einheitlichen „deutschen Kulturraums“ und das Konzept des „Lebensraums“ propagierte. Die Gebietsansprüche eines zusammenhängenden mitteleuropäischen Raumes für das deutsche Volk umfassten Gebiete von Russland bis England sowie von Dänemark bis Italien, die Krebs als einen „durch Sprache und Kultur geeinigten Raum“ zusammenfasste. Krebs und sein früherer Lehrer Penck waren damit an der Schaffung jenes biologistischen Lebensraum-Konzepts beteiligt, das später als Vorlage für die Siedlungs- und Expansionspolitik unter dem Begriff „Lebensraum im Osten“ vom NS-Regime verwendet wurde.[1]

Von 1943 bis 1946 lebte er in Kritzendorf bei Wien. 1946 kehrte er nach Berlin zurück, wo er seine Professur wieder übernahm.

Auszeichnungen und Ehrungen

Krebs war Mitglied der Leopoldina (1926), korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Mai 1934), ordentliches Mitglied der Königlich-Preußischen Akademie der Wissenschaften (1934), und Mitglied der Jugoslawischen Akademie der Wissenschaften.

1954 wurde die Norbert-Krebs-Gasse in Wien-Floridsdorf nach ihm benannt.

Literatur

Quellen

  1. Straßennamen Wiens seit 1860 als „Politische Erinnerungsorte“ (PDF; 4,4 MB), S. 283ff, Forschungsprojektendbericht, Wien, Juli 2013