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vom 19.03.2016, aktuelle Version,

Nussdorfer Brücke

Nussdorfer Brücke, im Hintergrund einer der Brücken des Knoten Nussdorf

Die Nussdorfer Brücke (bis 1999 amtlich: Nuß...) ist eine Straßenbrücke, die den Donaukanal in Wien überquert und die Bezirke Döbling und Brigittenau miteinander verbindet.

Lage

Die Nussdorfer Brücke befindet sich in der Nähe der Schiffbautechnischen Versuchsanstalt und des Bahnhofs Heiligenstadt der Franz-Josefs-Bahn. Die Brücke verbindet den Handelskai mit der Nussdorfer Lände.

Geschichte

Alte Nußdorfer Brücke

Nussdorf war schon im Spätmittelalter Standort der ersten Wiener Donaubrücke.[1] Auf Höhe der Stadt Wien war die Donau schon so verzweigt und versumpft, dass ein Übergang nicht möglich war (tatsächlich lag die Stadt ein gutes Stück ab vom Hauptlauf der Donau am Wienfluss, der heutige Donaukanal war ein kleiner Nebenarm). Juli 1439 erteilte König Albrecht II.[2] den Wienern das Recht zum Bau einer Brücke, die als mehrteiliges Bauwerk die bei Nussdorf beginnenden Hauptarme der Donau überspannen sollte.[3] Diese Brücke war die erste Donaubrücke[4] des Herzogtums Österreich (Krems/Mautern 1463, Linz 1479, Mauthausen bei Enns 1505).[5]

Die wolffsprucken maß dann auf 13 Joch eine Länge von 260 Schritt, die lange prucken (entsprechend der heutigen Nordbrücke) 30 Joch und 500 Schritt.[1]

1688 bis 1698 wurde die Taborbrücke erbaut und die Wolfsbrücke stromabwärts verlegt. Damit entstand auch die Ortschaft Zwischenbrücken und eine Durchzugsstraße Zwischen den Brücken.[3]

Neubau der heutigen Brücke

Die Nussdorfer Brücke wurde 1962–1964 für den stadteinwärts fließenden Verkehr als Verlängerung der die Donau querenden Nordbrücke (A22) errichtet und ebenso wie diese am 19. Dezember 1964 eröffnet. Die 202 Meter lange bogenförmige Brücke quert den Donaukanal in einem Winkel von 37 Grad und mündet in die Nussdorfer Lände (B227). Die Spannbetonbrücke wurde von Wilhelm Gutmannsthal-Krizanits geplant und von P. Auteried & Co erbaut.

Literatur

  • Christine Klusacek, Kurt Stimmer: Die Stadt und der Strom. Wien und die Donau. DACHS Verlagsges.m.b.H., Wien 1995, ISBN 3-85058-113-6
  • Walter Hufnagel (Herausgeber): Querungen. Brücken – Stadt – Wien. Verlag Sappl, Kufstein 2002, ISBN 3-902154-05-5
  • Alfred Pauser: Brücken in Wien – Ein Führer durch die Baugeschichte. Springer Verlag, Wien 2005, ISBN 3-211-25255-X

Einzelnachweise

  1. 1 2 Christian Rohr: Extreme Naturereignisse im Ostalpenraum: Naturerfahrung im Spätmittelalter und am Beginn der Neuzeit. Band 4 von Umwelthistorische Forschungen, Verlag Köln, Weimar 2007, ISBN 978-3-412-20042-8, S. 205 f und insb. Fußnote 10 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  2. Urkunde vom 4. Juli 1439, Stadt- und Landesarchiv Wien; Regest in Quellen zur Geschichte der Stadt Wien II, Bd. 2, S. 174, Nr. 2705; Franz Michlmayr: Gegen den Strom. Die Regulierung der Donau. In: Karl Brunner, Petra Schneider (Hrsg.): Umwelt Stadt – Geschichte des Natur- und Lebensraumes Wien. Band 1 von Wiener Umweltstudien, Böhlau, Wien 2005, ISBN 978-3-205-77400-6, S. 307–317; Angabe nach Rohr: Extreme Naturereignisse. 2007, Fußnote 10.
  3. 1 2 Zeittafel: 20. Bezirk und Donauregulierung, wien.gv.at
  4. Die alte slachpruck, vermutlich aus der Zeit Herzog Albrecht II. (1330–1358), hatte nur den stadtnächsten Arm vom Roten Turm zum Unteren Werd (2. Bezirk) überspannt. Angabe nach Rohr: Extreme Naturereignisse. 2007, Fußnote 10.
  5. Rohr: Extreme Naturereignisse. 2007, S. 205.