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vom 08.06.2020, aktuelle Version,

Oberinn

Oberinn (italienisch Auna di Sopra) ist eine Fraktion der Gemeinde Ritten in Südtirol (Italien). Das Dorf liegt 20 km nördlich von Bozen in einer Höhe von etwa 1300 m auf dem Ritten unterhalb der Erhebung des Rosswagen. Die Einwohnerzahl beträgt 500 Personen.

Geschichte

Eine vorgeschichtliche Besiedlung ist auf der Treidner Weide archäologisch erwiesen.[1] Erstmals wurde Oberinn unter der Bezeichnung „Malgrei St. Leonhard“ erwähnt. Der Name Oberinn leitet sich vom Wort Inn ab, das „Weg“ bedeutet. Der „Obere Weg“ führte von Lengmoos über Oberinn bis nach Schloss Wangen. Die Besiedlung erfolgte durch die Einwohner der umliegenden Dörfer Rittens. Von ihnen ist 1305 ein „Gebhard von Oberinn“ (Gebehardus de Obernunne) urkundlich genannt.[2] Einer der ältesten Höfe in Oberinn ist der Hof „Mair zu Egg“, der erstmals 1309 erwähnt wird. Er war ein Geschenk von Otto, Herzog von Kärnten und Tirol, an seine Gemahlin Euphemia von Schlesien. Vor dem Hof befand sich auch der in den Weistümern belegte öffentliche Gerichtsplatz des Ortes.[3] Oberinn war ursprünglich mit der Pfarrei Wangen vereint. Erst seit 1960 ist Oberinn eine eigene Pfarrei und somit auch die höchstgelegene des Deutschen Ordens.[4]

Sehenswertes

Die um 1200 erbaute romanische Kirche hieß ursprünglich „St. Leonhard im Walde“. Heute stammt nur noch der Turm aus dieser Zeit. Um die Kirchenmauer selbst ist eine Leonhards-Kette gespannt. Die Einweihung der Lourdes-Kapelle nebenan erfolgte im Jahre 1982.

Der Bau einer eigenen Schule wurde von der österreichischen Regierung unter Kaiser Franz Joseph genehmigt und 1909 fertiggestellt.

Einzelnachweise

  1. Paul Stacul: Die Wallburg „Treidner Weide“ bei Oberinn am Ritten. In: Der Schlern 37, 1963, S. 318–320.
  2. Hannes Obermair: Bozen Süd – Bolzano Nord. Schriftlichkeit und urkundliche Überlieferung der Stadt Bozen bis 1500. Band 1. Stadtgemeinde Bozen, Bozen 2005, ISBN 88-901870-0-X, S. 158, Nr. 200–201.
  3. Johann Adolf Heyl: Das Gerichtswesen und die Ehehaft-Tädigungen des Gerichtes zum Stein auf dem Ritten. Wien: A. Pichler 1891, S. 31.
  4. Rudolf Lantschner: Oberinn: höchste Pfarrei des Ordens. St. Michael/Eppan: Karo-Druck 1990.