unbekannter Gast
vom 15.05.2017, aktuelle Version,

Orden der Sklavinnen der Tugend

Ordenszeichen

Der Orden der Sklavinnen der Tugend wurde von der Kaiserin Eleonora im Jahre 1662 gestiftet.

Dieser österreichische Orden war ein Damenorden. Die Pflichten zur Aufnahme waren, sich durch einen tugendhaften frommen Lebenswandel auszuzeichnen. Die Zahl der Adels-Damen war, Prinzessinnen ausgenommen, auf dreißig festgesetzt. Ihre Ernennung wurde durch die Kaiserin als Großmeisterin vollzogen. Bei der Aufnahme musste Treue gelobt werden. Mit dem Tod der Kaiserin Eleonore aus dem Hause Neuburg (der 1720 verstorbenen Witwe des Kaisers Leopold I.) wurde der Orden aufgehoben.

Ordensdekoration

Das Ordenszeichen ist eine goldene Medaille, auf welcher eine strahlende Sonne, umgeben von einem grünen Lorbeerkranz geprägt ist. Eine Umschrift SOL. UBIQ. TRIUM. (Sola ubique triumphat, die Tugend allein behält den Sieg) war die Ordensdevise.

Trageweise

Die Damen trugen diese Medaille an einer goldenen Kette am linken Oberarm. Zusätzlich gab es eine kleinere Medaille an einer schwarzseidenen Schnur.

Besonderheiten

Wer das Ordenszeichen nicht sichtbar trug, musste hundert Taler Strafe bezahlen.
Bei feierlichen Gelegenheiten wurde eine besondere Ordenskleidung getragen.
Beim Tod einer Ordens-Dame musste das große Ordenszeichen zurückgegeben werden. Das kleinere behielten die Erben.

Literatur

  • Christian Ortner, Georg Ludwigstorff: Österreichs Orden und Ehrenzeichen. Teil I: Die kaiserlich-königlichen Orden bis 1918, Verlag Militaria, Wien 2017, ISBN 978-3-902526-81-6
  • Klaus H. Feder: Neue Erkenntnisse zu den Insignien des habsburgischen Damenordens "Sklavinnen der Tugend", in: Zeitschrift der Österreichischen Gesellschaft für Ordenskunde, 44, November 2001, S. 17–22
  • Ökonomische Enzyklopädie von J. G. Krünitz, 1773–1858