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vom 04.01.2018, aktuelle Version,

Peter Becher

Peter Becher (* 3. November 1952 in München) ist ein deutscher Literaturhistoriker und Schriftsteller.

Leben

Becher stammt "aus einer sudetendeutschen Honoratiorenfamilie".[1] In seiner Gymnasialzeit spielte er als Handballer in der Nationalmannschaft der Junioren.[2] Nach dem Abitur am Münchner Thomas-Mann-Gymnasium leistete er Zivildienst und studierte anschließend Germanistik und Geschichte. 1981 promovierte er bei Friedrich Prinz in München mit einer Arbeit über literarische und historiografische Darstellungen des Untergangs der Donaumonarchie. Erste berufliche Erfahrungen sammelte er in der Jugendarbeit (BdP), beim Bayerischen Rundfunk und beim Goethe-Institut. Seit 1986 ist er als Geschäftsführer des Adalbert Stifter Vereins in München tätig. Sein Vater war der Vertriebenenpolitiker und Bundestagsabgeordnete Walter Becher, seine Mutter stammt aus der Steiermark. Becher ist Mitglied des tschechischen P.E.N., des Beirats für das deutsch-tschechische Gesprächsforum (2000-2012), der Sudetendeutschen Akademie der Wissenschaften und Künste (2008) sowie korrespondierendes Mitglied des Adalbert-Stifter-Instituts von Oberösterreich.
Er ist Mitglied der SPD und der sozialdemokratischen Seliger-Gemeinde. Er fördert das Zentrum gegen Vertreibungen.[3][4]

Auszeichnungen

Veröffentlichungen

  • Der Untergang Kakaniens. Darstellungsweisen eines historischen Phänomens. Frankfurt a. M. 1982 (Phil. Diss.).
  • Ach, Stifter. Ein tschechisch-deutscher Briefwechsel mit Ludvík Vaculík. München 1991.
  • Zwischen München, Prag und Wien. Essays und Feuilletons. München 1995.
  • Adalbert Stifter. Sehnsucht nach Harmonie. Eine Biografie. Regensburg 2005.
  • Nachtflug, Roman. Passau 2009.
  • Der Löwe vom Vyšehrad. Essays, Feuilletons, Reden. Passau 2012.

Herausgeberschaft

  • Böhmen. Blick über die Grenze. Reise-Lesebuch. Gemeinsam mit Hubert Ettl. Viechtach 1991
  • Drehscheibe Prag. Zur deutschen Emigration in der Tschechoslowakei 1933-1939. Gemeinsam mit Peter Heumos. München 1992
  • Gleiche Bilder, gleiche Worte. Deutsche, Österreicher und Tschechen in der Karikatur 1848-1948. Gemeinsam mit Jozo Dzambo. München 1997
  • Deutsch-tschechischer Almanach 2000. Gemeinsam mit Ivan Binar. München 2000
  • Deutsch-tschechischer Almanach 2002. Gemeinsam mit Ivan Binar. München 2001
  • Literatur unter dem Hakenkreuz. Böhmen und Mähren 1939-1945. Gemeinsam mit Ingeborg Fiala-Fürst. Prag 2005
  • Praha-Prag 1900-1945. Literaturstadt zweier Sprachen. Gemeinsam mit Anna Knechtel. Passau 2010
  • Kafka und Prag. Literatur-, kultur-, sozial- und sprachhistorische Kontexte. Gemeinsam mit Steffen Höhne und Marek Nekula. Köln, Weimar, Wien 2012
  • mit Jozo Džambo und Anna Knechtel:Prag – Provinz. Wechselwirkungen und Gegensätze in der deutschsprachigen Regionalliteratur Böhmens, Mährens und Sudetenschlesiens. Arco, Wuppertal 2014, ISBN 978-3-938375-53-2.
  • Kakanische Kontexte. Reden über die Mitte Europas. Otto Müller, Salzburg 2014, ISBN 978-3-7013-1216-0.

Einzelnachweise

  1. K.-M. Gauß, Der Alltag der Welt. Zwei Jahre, und viele mehr. Wien 2015. S. 304.
  2. K.-M. Gauß, Der Alltag der Welt. Zwei Jahre, und viele mehr. Wien 2015. S. 305.
  3. Menschen an unserer Seite
  4. Stellungnahmen zur Motivation (Memento vom 16. Mai 2013 im Internet Archive)