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vom 13.01.2018, aktuelle Version,

Peter Löw (Unternehmer)

Peter Löw

Peter Werner Maria Löw (* 21. Oktober 1960 in Ludwigshafen am Rhein) ist ein deutscher Jurist, Unternehmer und Investor.

Leben

Peter Löw wurde 1960 in Ludwigshafen geboren. Nach dem Abitur 1979 und Wehrdienst 1979/1980 beim Fallschirmjägerbataillon 251 in Calw studierte er von 1980 bis 1985 Rechtswissenschaften an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg und legte 1985 sein Erstes juristisches Staatsexamen ab. Parallel begann er 1982 ein Geschichtsstudium an der Universität Freiburg, das er bis 1989 an der Technischen Universität Berlin fortsetzte. Bereits während seiner Studien in Freiburg im Breisgau 1980 wurde er Mitglied im pflichtschlagenden Corps Rhenania, dem er bis 1986 angehörte.

Im Jahr 1985 begründete er mit Martin Vorderwülbecke den Löw & Vorderwülbecke Verlag in München, den er bis 2006 leitete. Von 1986 bis 1990 absolvierte er sein Referendariat an der Deutschen Botschaft in Rom sowie in Bordeaux und New York. 1987 begann er seine geschichtswissenschaftliche Promotion beim Militärhistoriker Werner Hahlweg an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster. Nach dessen Tode wurde er 1989 bei Eckardt Opitz an der Universität der Bundeswehr Hamburg mit der Dissertation Der preussische Unteroffizier im stehenden Heer des Absolutismus bis 1806. Am Beispiel der Infanteriekompanie zum Dr. phil. promoviert.

Löw legte 1990 das Assessorexamen ab. 1990/1991 war er wissenschaftlicher Assistent am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Ostrecht (Professur Friedrich-Christian Schroeder) an der Universität Regensburg. 1991 absolvierte er ein wirtschaftswissenschaftliches Studium (MBA) an der französischen Business School Insead in Fontainebleau. 1992 wurde er beim Staats- und Verwaltungsrechtler Franz-Ludwig Knemeyer an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg mit der Dissertation Kommunalgesetzgebung im NS-Staat. Am Beispiel der Deutschen Gemeindeordnung 1935 zum Dr. iur. utr. (summa cum laude) promoviert.

Er wurde 2012 Mitglied des Senats der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. im Zisterzienserkloster Stift Heiligenkreuz bei Heiligenkreuz in Niederösterreich. 2013 ernannte man ihn zum Honorarprofessor für Wirtschaftsphilosophie. Er hält regelmäßig Vorlesungen zu interkonfessionellen und interdisziplinären Themen.

Löw ist fünffacher Vater. Er lebt in Starnberg, München und auf Schloss Hofhegnenberg.[1] Ende 2014 überlebte er einen Flugunfall mit einer zweimotorigen Beechcraft Duchess in Fort Lauderdale, Florida.

Nach Recherchen des Manager Magazins gehörte Peter Löw im Jahr 2016 zu den 500 reichsten Deutschen (Rang 331).[2]

Karriere

Stationen

In den Jahren 1991 und 1992 war er Consultant bei McKinsey & Company in Düsseldorf. Von 1993 bis 1995 war er Gründer der Sanierungsgesellschaft Systemkopie Holding AG in München. 1995/1996 legte er ein Sabbatical ein. Von 1996 bis 2001 war er einer der Gründer der Certina in München, später dann Aufsichtsratsvorsitzender. 2001/2002 legte er erneut ein Sabbatical ein.

Von 2002 bis 2007 war Löw Mitgründer (mit Juniorpartner Dirk Markus) der börsennotierten Beteiligungsgesellschaft Arques Industries in Starnberg. Mit der Arques Industries AG führte er weltweit die erste Restrukturierungsholding an die Börse, nachdem er 1993 den Industriezweig der branchenunabhängigen Unternehmenssanierung entwickelt und seitdem etabliert hatte.

2007/2008 war er Gründer und Managing Partner der Londoner Gesellschaft 24k Trading Partners. Von 2008 bis 2013 war er Gründer und Managing Partner der Beteiligungsgesellschaft bluO in München. Von 2010 bis 2012 war er Miteigentümer der dapd Nachrichtenagentur[3] dort ab 2011 Aufsichtsratsvorsitzender.

Mit der 2013 gegründeten LIVIA Group integriert Peter Löw sein angestammtes Beteiligungsgeschäft mit einem modernen Single-Family-Office.

Typisch für den eigentümergeführten FamilyOffice-Ansatz sind Investitionen, die von Nachhaltigkeit und persönlicher Passion geprägt sind. Entsprechend reicht das Anlagespektrum der LIVIA Group von Unternehmen und Immobilien, über Landwirtschaft und Emerging Markets bis hin zu Kunst und Antiquitäten. Das von der LIVIA Group verwaltete Vermögen beträgt aktuell mehr als 500 Millionen Euro.[4]

Tätigkeiten

Seit 1992 übernahm er bisher mehr als 250 nationale und internationale Unternehmen oder erwarb mitunter maßgebliche Anteile; meist wurden hoch defizitäre Unternehmen zu einem symbolischen Preis erworben mit dem Ziel der Re- und Umstrukturierung und nach kurzer Zeit, nach oft harten Sanierungen, gewinnbringend verkauft.[5]

Unter Peter Löws Leitung wurden viele bedeutende Unternehmen und Marken erfolgreich restrukturiert, darunter u. a. Teutonia,[6] Zielpunkt,[7] Pitstop,[8] Adler Modemärkte,[9] Golfhaus, Weltkunst, Versatel, Goldgas und SKW Metallurgie.

Zu seinem langfristigen Portfolio gehören unter anderem die Alzchem SE in Trostberg, eine weltmarktführende Spezialchemiegruppe im Bereich von Carbiden mit mehr als 1.400 Mitarbeitern.[10]

Im Oktober 2017 hat Löw das Unternehmen durch die Einbringung in die börsennotierte AlzChem Group AG (ehemals Softmatic AG) erfolgreich in den regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse eingebracht.[11]

Im Jahr 2005 stieg Löw in das Druckerei-Geschäft ein. Die Holding Arques übernahm einige Druckbetriebe und brachte sie in den Börsenmantel der im Freiverkehr gelisteten Arques-Tochter Circel Grundstücks- und Vermögensverwaltung AG ein. Diese wurde im Dezember 2005 umbenannt und firmierte fortan als Arquana International Print & Media. Laut Arques war geplant, Arquana zum europäischen Marktführer im Rollenoffsetmarkt zu machen. Im Jahre 2006 wurde das Unternehmen gewinnbringend an der Börse verkauft. Der Plan ging in der Folge nicht auf, die meisten Einzelfirmen der Arquana sowie die Holding selbst wurden bereits nach wenigen Jahren zum Insolvenzfall.

Ab 2010 war Löw als Investor mit Geschäftspartner Martin Vorderwülbecke bei der Nachrichtenagentur dapd tätig. Im Oktober 2012 verkündeten Löw und Vorderwülbecke ihren Rückzug bei dapd; das Unternehmen musste kurz darauf in Insolvenz gehen.[5] Im Januar 2014 nahm die Finanzmarktaufsicht Ermittlungen gegen Peter Löw wegen Verstoß gegen die Stimmrechtsmitteilung der Deutschen Börse im Zusammenhang mit dem Verkauf von Aktien der Gigaset AG auf. Die Ermittlungen blieben jedoch ohne Ergebnis. Nachdem er presserechtlich erfolglos gegen Berichterstattungen vorgegangen war, beauftragte er die Münchner Anwaltskanzlei Bub, Gauweiler & Partner mit einer Privatklage gegen mehrere Handelsblatt-Journalisten (u. a. Sönke Iwersen) wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung.

Zum aktuellen Portfolio der LIVIA Group gehören mehrere traditionsreiche, historische Immobilien, welche umfassend saniert und restauriert wurden. Hierzu zählen u. a. Schloss Hofhegnenberg und Schloss Frankenberg sowie das südafrikanische Weingut Vergenoegd und das toskanische Anwesen San Martino a Sezzate. Ein wichtiges persönliches Anliegen ist Peter Löw auch das Sammeln außerordentlicher Kunstwerke und Antiquitäten. Seine Sammlung umfasst Werke Alter Meister, der klassischen Moderne und der Zeitgenössischen Kunst. [4]

Peter Löw ist im Rahmen seiner akademischen Tätigkeit, sowie auch privat als Autor tätig.

Ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement

Peter Löw ist aktiver Reserveoffizier der Bundeswehr (zurzeit Oberstleutnant der Reserve). Er dient regelmäßig als Verbindungsoffizier in der Deutsch-Französischen Brigade.

Er unterstützt zahlreiche Initiativen und Institutionen. Seit einigen Jahren hat er sich auch dem Wiederaufbau der katholischen Kirche in der Republik Montenegro verschrieben und organisierte unter anderem den Wiederaufbau der päpstlichen Nuntiatur in Belgrad.[12] Die Renovierung des Geistlichen Zentrums in Bad Wimpfen wird von Peter Löw umfangreich gefördert.

Löw sanierte und restaurierte das Schloss Hofhegnenberg,[13][14] gelegen im Landkreis Aichach-Friedberg (Schwaben), seit dem Erwerb im Jahr 2008. Im Jahr 2014 kaufte Löw das Schloss Frankenberg mit dem dazugehörigen Grundbesitz.[15]

Von 2000 bis 2013 war Löw Kreisbeauftragter des Malteser Hilfsdienstes e. V. im Landkreis Starnberg. In diese Zeit wirkte er u. a. maßgeblich an der Gründung und dem Aufbau der Winterhilfe Starnberg mit. Zusätzlich fördert Peter Löw verschiedene Projekte von Malteser International, z. B. den Katastropheneinsatz nach dem Erdbeben in Haiti 2010 oder auch die „Martinshilfe“.

Als einer von mehreren Großspendern unterstützte Löw den Besuch des Papstes in Deutschland 2011. Zum Dank wurde er im Freiburger Priesterseminar von Papst Benedikt XVI. empfangen.[16]

Auszeichnungen

Schriften

  • Der preussische Unteroffizier im stehenden Heer des Absolutismus bis 1806. Am Beispiel der Infanteriekompanie. Hartung-Gorre, Konstanz 1989, ISBN 3-89191-317-6.
  • Formularsammlung für die Berliner Rechtspraxis (= Juristische Praxis). Löw und Vorderwülbecke, Baden-Baden 1990, ISBN 3-928017-75-6.
  • Kommunalgesetzgebung im NS-Staat. Am Beispiel der Deutschen Gemeindeordnung 1935 (= Archiv der deutschen Hochschulwissenschaften. Abt. 1: Rechtswissenschaftliche Schriften. E: Rechtsgeschichte. Bd. 4). Löw und Vorderwülbecke, Baden-Baden 1992, ISBN 3-928017-64-0.
  • Electio debet esse in libertate eligentium. Peter Löw. Baden-Baden: Löw & Vorderwülbecke 1992, ISBN 3-928017-61-6.
  • „ (…) der werfe den ersten Stein“. Zur theologischen Relevanz des Phänomens Wirtschaft. Vorlesung Wintersemester 2014/2015, Stift Heiligenkreuz.
  • Theologie und Wirtschaft. J.P. Bachem Verlag, Köln 2017, ISBN 978-3-7616-3276-5.
  • Väter in den Augen ihrer Söhne. J.P. Bachem Verlag, Köln 2018, ISBN 978-3-7616-3277-2.

Einzelnachweise

  1. Altes Schloss mit neuem Besitzer. In: Augsburger Allgemeine. 16. August 2010
  2. Die Reichsten Deutschen. In: Manager Magazin (Reichstenheft), Oktober 2016, S. 32.
  3. Gott bewahre. In: Frankfurter Rundschau. 6. Januar 2010.
  4. 1 2 Inside LIVIA. Abgerufen am 11. Januar 2018.
  5. 1 2 Henryk Hielscher, Peter Steinkirchner, Cornelius Welp: Insolvenz der DAPD: Haben sich die Investoren übernommen? In: Wirtschaftswoche. 8. Oktober 2012, abgerufen am 17. Oktober 2013.
  6. „Ein ganz normales Geschäft“: 1000 Prozent Rendite in drei Jahren. In: FAZ. 16. Februar 2007.
  7. Zielpunkt wird an die Luxemburger BluO verkauft. (Memento vom 30. Januar 2012 im Internet Archive) In: Wirtschaftswoche. 26. Mai 2010.
  8. Pit-Stop an Essener Fahrzeugteilehändler verkauft. In: Der Westen. 30. Juli 2007.
  9. Adler Modemärkte − aus der Mode. In: Onvista. 30. August 2011
  10. Peter Löw: Väter in den Augen ihrer Söhne, J.P. Bachem Verlag, 2018, S. 168
  11. AlzChem Group AG Unternehmswebsite, aufgerufen am 11. Januar 2018.
  12. Im Orden der Alchimisten. In: Der Spiegel. 20/2008
  13. Neue Schlossherren in Hofhegnenberg. In: Augsburger Allgemeine. 2. März 2009
  14. Ein Zaun muss reichen für Schlosshegnenberg. In: Augsburger Allgemeine. 30. März 2010
  15. Schloss Frankenberg hat einen neuen Besitzer. In: Main-Post, Würzburg, 11. September 2016.
  16. Papst empfängt Wohltäter. 24pr.de, abgerufen am 27. Januar 2012 (deutsch).