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vom 21.05.2018, aktuelle Version,

Pfarrkirche Gramastetten

Katholische Pfarrkirche hl. Laurentius in Gramastetten
zum Hochaltar

Die Pfarrkirche Gramastetten steht im Westen des Ortes am Steilabfall zur Rodl in der Marktgemeinde Gramastetten im Bezirk Urfahr-Umgebung in Oberösterreich. Die auf den Heiligen Laurentius von Rom geweihte römisch-katholische Pfarrkirche - dem Stift Wilhering inkorporiert - gehört zum Dekanat Gallneukirchen in der Diözese Linz. Die Kirche steht unter Denkmalschutz (Listeneintrag).

Geschichte

Die Pfarre Gramastetten wurde urkundlich im Jahre 1110 von Ulrich I. von Wilhering und seiner Frau Ottilie auf deren Gütern gegründet. Deren Sohn vermachte die Gründe dem Stift Wilhering. 1240 schenkte Friedrich II., der Streitbare, dem Kloster die Patronatsrechte der Pfarre. Seit 1400 sorgt Wilhering für die Besetzung der Pfarre.

1110 wurde ein Vorgängerbau geweiht. Der Turm wurde in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut. Stiftungen für einen Neubau entstanden 1444 und 1451. Bautätigkeit bestand besonders von 1483 bis 1516, aufgrund der Steinmetzzeichen wurde ein Zusammenhang mit dem Bau der Pfarrkirche Ottensheim festgestellt, das Langhaus wurde hauptsächlich im vierten Viertel des 15. Jahrhunderts erbaut, der Chor im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts, die Sakristei im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts. Das Oratorium entstand im dritten Drittel des 18. Jahrhunderts. Der Turmhelm wurde 1847 aufgesetzt. Die Ölbergkapelle wurde 1830/1840 errichtet. Der Portalvorbau wurde im vierten Viertel des 19. Jahrhunderts angebaut. 1883 war eine Renovierung mit dem Einbau einer neugotischen Ausstattung. 1982/1983 war eine Restaurierung.

Architektur

Das breit gelagerte blockförmige Langhaus mit Strebepfeilern, welche über dem Wasserschlag spornförmig ausgebildet sind, hat zweibahnige Maßwerkfenster, diese wurden von 1883 bis 1890 renoviert, die Maßwerke entstanden dabei nach Entwürfen des Architekten und Baumeisters Otto Schirmer.

Der bemerkenswerte spätgotische Innenraum beeindruckt aufgrund der Raum- und Gewölbegestaltung mit ihren Detailformen. Das dreischiffige vierjochige Hallenlanghaus beinhaltet im Südosten den massiven und an der Südfront leicht vorspringenden mächtigen Turm. Das Südschiff ist deshalb nur zweieinhalbjochig. Südschiff und Westjoch beinhalten bemerkenswerte Emporen, welche dem Langhaus den Eindruck einer zweischiffigen dreijochigen Halle mit Emporenanbau verleihen, vergleiche dazu die Spitalskirche in Bad Leonfelden. Die Netzrippengewölbe mit Parallelrippen über achteckigen Pfeilern zeigen unter den Emporen Sternformationen. Der dreijochige Chor mit einem Polygonalschluss hat ein dichtes axial ausgerichtetes Schlingrippengewölbe. Unter dem Chor besteht eine kleine gotische Unterkirche. In der südlichen Chorecke steht der Sakristeianbau mit einem geometrisierendem Netzrippengewölbe der spätesten Gotik, darüber im 1. Stock ist ein Oratorium.

Ausstattung

Die heutige Kircheneinrichtung, eine historistische Neugestaltung im Stil der Gotik, zählt der Kunsthistoriker Bernhard Prokisch zu den konsequentesten und qualitätvollsten in Oberösterreich. Altäre und Kanzel stammen aus der Altarbauwerkstatt Josef Kepplinger in Ottensheim. Die Figuren stammen von Josef Ignaz Sattler.

Literatur

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Mühlviertel 2003. Gramastetten, Pfarrkirche hl. Laurentius, mit Grundrißdarstellung, Pfarrhof, S. 206–209.
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