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vom 01.05.2017, aktuelle Version,

Pfarrkirche Imst

Pfarrkirche mit Giebelfassade und Turm
Das Mittelschiffgewölbe mit Blick zum Chor mit dem spätgotischen Kruzifix
Barocker Nischenbildstock am Aufgang zur Pfarrkirche

Die Pfarrkirche Imst steht in der Stadt Imst in Tirol. Die römisch-katholische Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt gehört zum Dekanat Imst in der Diözese Innsbruck. Die spätgotische Hallenkirche, Hauptwerk der Imster Bauhütte, steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

1260 wird ein Pfarrer urkundlich genannt. 1350 wurde eine Kirche geweiht. 1462 wurde ein Neubau der Kirche mit Meister Heinrich von der Imster Bauhütte begonnen, 1493 das Langhaus mit Meister Jörg vollendet und die Kirche geweiht. 1780 wurde das Inventar barockisiert. Nach einem Brand wurde die Kirche 1822 neu eingewölbt. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die gotischen Bauteile freigelegt und historisierende Ergänzungen vorgenommen. 1970 wurde die Kirche restauriert.

Architektur

Die spätgotische, dreischiffige Hallenkirche ist von einem Friedhof umgeben. Der polygonale Chor ist gleich breit wie das Mittelschiff und niedriger als das Langhaus. Der mächtige, 84,5 m hohe Turm, der höchste Tirols, mit einem hohen Spitzhelm steht im nördlichen Choreck. Er hat auf jeder Seite zwei große, gekehlte Spitzbogenfenster und in den Giebeln darüber Zwillingsfenster mit Maßwerk. Östlich des Turmes schließt die Sakristei an. Im Eck von nördlichem Seitenschiff und Turm steht ein Treppenturm. Das Langhaus hat außen Dreiecklisenen bis zu drei Viertel der Mauerhöhe, beim niedrigeren Chor bis zur vollen Höhe. Langhaus und Chor haben ein durchgehendes Sockelgesims, ein Kaffgesims und einen gemalten, breiten Maßwerkfries unter der Traufe. Das Nord- und Südportal haben verstäbte Spitzbogengewände. Die Westfassade hat einen Treppengiebel mit Fialen und spitzbogigen Blendnischen in drei horizontalen Reihen, ein Rosettenfenster und zweistufige Eckstrebepfeiler. Das Westportal von 1908 hat spitzbogiges, mehrfach gekehltes und verstäbtes Gewände.

Die Giebelfassade zeigt links des Tores ein gotisches Wandgemälde hl. Erasmus um 1520 und rechts Reste einer Kreuztragung und Kreuzigung um 1500. An der Langhaussüdwand ist ein Christophorusfresko aus 1484, erneuert von dem Maler Thomas Walch. Ebendort Daniel in Landschaft, eine Bergwerkszene, aus dem Ende des 15. Jahrhunderts und das Fragment von Architektur und Landschaft, Reste einer Kreuzigung, aus dem beginnenden 16. Jahrhundert, ein Schmerzensmann um 1520 und ein Weltgericht um 1480, an der Ostwand des Langhauses eine Kreuzigung aus dem beginnenden 16. Jahrhundert. An der Südseite des Chores ist eine barocke Malerei Tod des heiligen Josef und Marienkrönung, im 19. Jahrhundert erneuert.

Die dreischiffige, vierjochige Langhaushalle hat im Mittelschiff ein Sternrippengewölbe, im südlichen Seitenschiff ein Zierstern-Rippengewölbe, im nördlichen Seitenschiff ein Parallelrippengewölbe. Die Gewölbe ruhen auf den sechs Pfeilern zwischen dem Langhaus und den Seitenschiffen und den Runddiensten der äußeren Seitenschiffwände. Die Rippen wurden 1909 an den alten Falzspuren rekonstruiert. Die fünfachsige, neugotische Westempore von 1908 ist netzrippenunterwölbt und hat in der Nordecke einen Wendeltreppenaufgang. Der Triumphbogen ist spitzbogig. Der eingezogene, zweijochige Chor hat einen Fünfachtelschluss. Die Fenster in Chor und Langhaus sind zweibahnige Maßwerkfenster.

Die Glasmalereien wurden zwischen 1889 und 1912 eingesetzt: Im Chor die Darstellung von Pfingsten, Himmelfahrt Mariä, Anbetung des Kindes, Maria erscheint Johannes, Geburt Mariä, Verkündigung Mariä. Im Langhaus Darbringung, Vermählung, Hl. Familie mit Josef als Zimmermann, Mariä Tempelgang, Heimsuchung, Beweinung Christi.

Ein Wappengrabstein nennt den 1495 verstorbenen Walter Hendl.

Ausstattung

Es gibt ein bemerkenswertes spätgotisches Kruzifix von Hans Kels dem Älteren um 1510. Das Bild Himmelfahrt Mariä im Chor malte Martin Alois Stadler. Die Bilder Tod des heiligen Josef und Christus am Kreuz malte 1829 der Maler Josef Arnold der Ältere. Die neugotischen Seitenaltäre tragen Figuren von Franz Xaver Renn. Das linke Altarbild Herz Jesu und das rechte Altarbild malte Johann Gabl (1849).

Die neugotische Kanzel ist aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Eine Pieta ist aus dem 17. Jahrhundert. Die Stationsbilder aus der Mitte des 19. Jahrhunderts malte Anton Psenner. Die Vortragestangen sind aus dem 17. Jahrhundert bis zum Ende des 18. Jahrhunderts.

Altar, Ambo, Taufstein und Apostelzeichen schuf von 1970 bis 1973 der Maler und Bildhauer Elmar Kopp.

Es gibt ein Glocke von Bartlme Graßmayr aus 1824 und eine Glocke von Johann Graßmayr aus 1825.

Literatur

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Tirol 1980. Imst, Pfarrkirche Mariae Himmelfahrt, Michaelskapelle im Friedhof, Friedhof, Nischenbildstock am Aufgang zur Pfarrkirche, S. 351–354.
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