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vom 26.12.2018, aktuelle Version,

Pfarrkirche Wies

Kath. Pfarrkirche Gegeißelter Heiland in Wies
im Langhaus zum Chor

Die römisch-katholische Pfarrkirche Wies steht in der Marktgemeinde Wies im Bezirk Deutschlandsberg in der Steiermark. Die auf den Gegeißelten Heiland geweihte Pfarrkirche gehörte bis Ende August 2018 zum dann aufgelösten Dekanat Deutschlandsberg in der Diözese Graz-Seckau, seit Auflassung dieses Dekanates liegt sie im Seelsorgeraum Südweststeiermark.[1] Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

1753 war eine Statue des gegeißelten Heilands auf der Wies aus Bayern geholt worden (dort kamen die Pilger in der Wieskirche zusammen). Sie wurde auf einem Altar in der Kapelle in Altenmarkt aufgestellt. In einer am 7. Oktober 1760 vom Pfarrer von Altenmarkt (heute eine Katastralgemeinde von Wies) ausgefertigten Urkunde ist festgehalten, dass dies durch Graf Georg Schrottenbach, Besitzer der örtlichen Herrschaft Burgstall, veranlasst worden war. Dieses Gnadenbild war zu dieser Zeit sehr bekannt und bei vielen Pilgern beliebt. Die Statue war in der oberbayerischen Gemeinde Steingaden gekauft worden.

Da die Verehrung des Heilands auf der Wies rasch zunahm, ließ man unter Graf Gundakar von Herberstein 1756 bis 1757 am heutigen Standort der Kirche eine Kapelle errichten, in die die Statue feierlich übertragen wurde. Mehr als 10.000 Menschen sollen damals anwesend gewesen sein. 1766 zählte man bereits 684 Wallfahrten mit 4.800 Beichtenden. Gräfin Maria Anna von Schrottenbach erlitt in diesen Jahren einige schwere Schicksalsschläge und der Bau einer Kirche wurde ihr ein starkes Anliegen. Sie unterstützte den Bau finanziell, der von 1774 bis 1782 dauerte. Baumeister war Johann Fuchs aus Marburg, der mit der Kirche in Wies im Stil des Klassizismus erbaute.

1798 wurde die Kirche zur Pfarrkirche erhoben. Der Turm wurde 1800 bis 1801 von Baumeister Josef Rottmayer errichtet – die ursprünglichen Turmglocken fielen 1916 dem Ersten Weltkrieg zum Opfer. Die Statue des Gegeißelten Heilands bildet das Zentrum des Altaraufbaues der Kirche. Bei ihr befinden sich Statuen der Hl. Maria, des Hl. Josef, der Hl. Anna und des Hl. Joachim.

Die Kirche wurde im beginnenden 19. Jahrhundert zum Wallfahrtszentrum. Diese Wallfahrten Zum gegeißelten Heiland auf der Wies nahmen allerdings nach einer Brandkatastrophe, dem „schwarzen Sonntag“ 1850, stark ab und erholten sich nur noch sehr zögerlich.

Architektur

Der quadratische Zentralraum hat breit abgeschrägte Ecken mit dortiger Pilastergliederung mit einem darüber angeordneten verkröpften Gesims.

Der Zentralraum hat eine mächtige Flachkuppel mit dem Fresko Ecclesia triumphans vom Maler Toni Hafner (1956). Der eingezogene niedrigere zweijochige Chor mit einem flachen Stichkappengewölbe auf Gurten hat Oratorien und einen geraden Schluss. Die Westempore hat ein flaches Platzlgewölbe.

Ausstattung

Der Hochaltar um 1780 trägt die Gnadenstatue aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Es gibt ein schmiedeeisernes Rokoko-Chorgitter aus Mahrenburg.

Das 400 m² große Deckengemälde der Pfarrkirche mit dem Thema des Te Deums von Anton Bruckner gilt als eines der Hauptwerke des weststeirischen Künstlers Anton Hafner (1912–2012). Das Bild stellt die triumphierende Kirche als himmlisches Jerusalem dar. Es wurde 1956 geschaffen. Die Kirche wurde 2012 mit 19.912 Stimmen zum „Baujuwel der Steiermark“ gewählt.[2]

Literatur

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Steiermark (ohne Graz) 1982. Wies, Pfarr- (Wallfahrts-) kirche Gegeißelter Heiland, mit Grundrissdarstellung, S. 616–617.
  Commons: Pfarrkirche Wies  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Gerhard Fischer: Die katholische Kirche in der Steiermark geht neue Wege. Zusammenlegung der Dekanate Deutschlandsberg und Leibnitz zur Region Süd-West-Steiermark. Wochenzeitung Weststeirische Rundschau vom 31. August 2018. 91. Jahrgang Nr. 35, S. 2.
  2. Wochenzeitung „Weststeirische Rundschau“ vom 20. Juli 2012. 85. Jahrgang Nr. 29. Seite 1.