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vom 22.08.2015, aktuelle Version,

Pfudabach

Pfudabach
Pfuda; Aubach (Oberlauf)

Daten
Lage Innviertel, Oberösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Pram Inn Donau Schwarzes Meer
Quelle unterhalb des Ameisberg im Sauwald
48° 28′ 4″ N, 13° 39′ 8″ O
Quellhöhe ca. 710 m ü. A.[1]
Mündung bei Taufkirchen an der Pram in die Pram
48° 24′ 28″ N, 13° 32′ 49″ O
Mündungshöhe ca. 330 m ü. A.[1]
Höhenunterschied ca. 380 m
Länge 21,8 km[1]
Einzugsgebiet 95,6 km²[2]

Abfluss am Pegel Alfersham[3]
AEo: 81,3 km²
Lage: 3,72 km oberhalb der Mündung
NNQ (16.10.2008)
MNQ 1976–2011
MQ 1976–2011
Mq 1976–2011
MHQ 1976–2011
HHQ (12.08.2002)
2 l/s
470 l/s
1,26 m³/s
15,5 l/(s km²)
20,4 m³/s
70,8 m³/s
Linke Nebenflüsse Kenadinger Bach, Hackinger Bach
Rechte Nebenflüsse Diersbach
Gemeinden Kopfing im Innkreis, Diersbach, Sigharting, Taufkirchen an der Pram

Der Pfudabach, auch die Pfuda, ist ein rechter Zufluss der Pram im Innviertel in Oberösterreich.

Verlauf

Der Pfudabach entspringt als Aubach bei Mitteredt (Gemeinde Kopfing im Innkreis) unterhalb des Ameisbergs im Sauwald. Er fließt in etwa in südlicher Richtung, bei Angsüß wendet er sich nach Westen, kurz darauf wieder nach Süden. Er fließt dann in einer Schlinge um Sigharting, anschließend Richtung Nordwesten, bis er bei Taufkirchen an der Pram in die Pram mündet.

Wasserführung

Der mittlere Abfluss am Pegel Alfersham beträgt 1,26 m³/s, was einer Abflussspende von 15,5 l/s·km² entspricht. Der Pfudabach weist ein winterpluviales Abflussregime auf.[4] Das Monatsmittel des abflussreichsten Monats März ist mit 1,96 m³/s rund doppelt so hoch wie das des abflussärmsten Monats Oktober mit 0,92 m³/s.[3]

Zum Schutz der Siedlungen vor Hochwasser wurde bei Angsüß das zweitgrößte Rückhaltebecken Oberösterreichs angelegt, das ein Volumen von 1,2 Millionen m³ aufweist. Bei einem Vollstau, der bei einem rund sechzigjährigen Hochwasserereignis erreicht wird, beträgt die Staufläche rund 35 ha.[5]

Ökologie

Der Pfudabach weist im Unterlauf in den Gemeinden Diersbach und Sigharting noch zahlreiche naturnahe Strecken mit gewundenem bis mäandrierendem Verlauf und begleitenden Galeriewäldern auf. Dabei dominieren Erle, Esche, Birke und Eiche sowie Traubenkirsche, Hasel, Holunder und Weide.[6][7] Es finden sich außerdem ausgedehnte Feuchtwiesenkomplexe, die einen Lebensraum für seltene Vogel-, Amphibien- und Insektenarten darstellen, darunter die Bekassine, die Prachtlibelle oder die Sumpfschrecke.[8]

Im Pfudabach und seinen Zubringern findet sich der dichteste und über die weiteste Gewässerstrecke verbreitete Bestand des gefährdeten Ukrainischen Bachneunauges (Eudontomyzon mariae) in Oberösterreich.[9] Auch die seltene Flussperlmuschel ist im Pfudabach heimisch.[10]

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Digitales Oberösterreichisches Raum-Informations-System (DORIS)
  2. Amt der oberösterreichischen Landesregierung (Hrsg.): Pram, Untersuchungen zur Gewässergüte, Stand 1992 - 1994. Gewässerschutz Bericht 8/1995, Linz 1995 (PDF; 99,5 MB)
  3. 1 2 Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2011. 119. Band, Wien 2013, S. OG 155 (PDF; 14,5 MB)
  4. Helmut Mader, Theo Steidl, Reinhard Wimmer: Abflussregime österreichischer Fließgewässer. Beiträge zu einer bundesweiten Fließgewässertypologie. Umweltbundesamt, Monographien Band 82, Wien 1996, S. 99 (PDF; 14,7 MB)
  5. Schutz vor Hochwasser – Pfudabach-Rückhaltebecken Angsüß bald fertig. nachrichten.at vom 4. September 2014
  6. Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Naturraumkartierung Oberösterreich - Landschaftserhebung Gemeinde Sigharting. Endbericht, Kirchdorf an der Krems 2009 (PDF; 5,8 MB)
  7. Amt der Oö. Landesregierung (Hrsg.): Naturraumkartierung Oberösterreich - Landschaftserhebung Gemeinde Diersbach. Endbericht, Kirchdorf an der Krems 2009 (PDF; 5,9 MB)
  8. Lebensraumverbesserung am Pfudabach. In: Natur & Landschaft, 97. Jahrgang, Heft 4, 2011, S. 17 (PDF; 1,4 MB)
  9. Clemens Ratschan: Konzept zur Lebensraumverbesserung für Neunaugen im Pfudagebiet. 2010 (PDF; 8,3 MB)
  10. Clemens Gumpinger, Wolfgang Heinisch, Johannes Moser, Thomas Ofenböck, Claus Stundner: Die Flussperlmuschel in Österreich. Umweltbundesamt, Monographien Band 159, Wien 2002