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vom 06.05.2017, aktuelle Version,

Pielach

Pielach

Pielachwehr zwischen den Gemeinden Kirchberg und Loich (Ortsteil Dobersnigg)

Pielachwehr zwischen den Gemeinden Kirchberg und Loich (Ortsteil Dobersnigg)

Daten
Lage Mostviertel, Niederösterreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Donau Schwarzes Meer
Quelle nördlich von Annaberg
47° 53′ 57″ N, 15° 20′ 6″ O
Quellhöhe 976 m ü. A.
Mündung östlich von Melk in die Donau
48° 14′ 30″ N, 15° 20′ 53″ O
Mündungshöhe 200 m ü. A.
Höhenunterschied 776 m
Länge 70 km
Einzugsgebiet 590 km²
Abfluss am Pegel Hofstetten (Bad)[1]
AEo: 289,5 km²
Lage: 35,45 km oberhalb der Mündung
NNQ (16.11.1983)
MNQ 1951–2011
MQ 1951–2011
Mq 1951–2011
MHQ 1951–2011
HHQ (16.05.2014)
140 l/s
1,82 m³/s
6,48 m³/s
22,4 l/(s km²)
121 m³/s
330 m³/s

Abfluss an der Mündung MQ
ca. 8,4 m³/sdep1

Die Pielach ist ein Fluss im südwestlichen Niederösterreich, dem Mostviertel. Er fließt Richtung Norden in die Donau.

Lauf und Landschaft

Die Pielach entspringt nördlich von Annaberg in einer Höhe von 976 m ü. A. und durchquert zuerst die Türnitzer Alpen und führt westlich von Sankt Pölten in das Alpenvorland und mündet östlich von Melk in einer Höhe von etwa 200 m ü. A. in die Donau. Das Pielachtal ist eines der zentralen Flusstäler des Mostviertels und liegt eingebettet zwischen dem Traisental im Osten, dem Erlauftal im Süden, sowie dem Melktal im Westen. Ihr Einzugsgebiet beträgt etwa 590 km². Auf ihrem Weg vom Ursprung zur Mündung in die Donau legt die Pielach eine Strecke von knapp 70 km zurück.

Die wichtigsten Zuflüsse, die in die Pielach münden, sind vom Ursprung zur Mündung: der Schwarzenbach, Nattersbach, Weißenbach, Loichbach, Soisbach, Deutschbach, Kremnitzbach und Sierning (Einmündung in Haunoldstein).

Bedeutendere Orte sind Schwarzenbach an der Pielach, Frankenfels, Kirchberg, Rabenstein, Hofstetten-Grünau, Weinburg, Ober-Grafendorf, Prinzersdorf und Loosdorf. Zwischen Frankenfels und Ober-Grafendorf folgt die Trasse der Mariazeller Bahn dem Flussverlauf.

Hydrologie

Bei Hofstetten hat der Fluss eine durchschnittliche Abflussmenge von 6,5 m³/s. Am 16. Mai 2014 bei Hochwasser betrug der höchste jemals im Beobachtungszeitraum seit 1951 gemessene Abfluss 330 m³/s.

Name

Während der Römerzeit trug die Pielach den Namen Namaris. Historiker gehen davon aus, dass dieser Name fast unverändert aus dem Keltischen übernommen worden war.[2] Die Pielach wird als Bielaha erstmals in einer Schenkung Karls des Großen an das Kloster Niederaltaich im Jahr 811 erwähnt. Bielaha setzt sich aus dem altslawischen bela, das bedeutet die Weiße, und dem bayerischen aha für Ache zusammen.

Ökologie

Naturschutzgebiet Pielach-Ofenloch-Neubacher Au

Die Pielach zählt zu den saubersten Flüssen Österreichs. Durch ihre naturnahe Uferstruktur liegt die Pielach über den gesamten Verlauf im Natura 2000-Gebiet (Europaschutzgebiete: FFH-Gebiet Niederösterreichische Alpenvorlandflüsse und Vogelschutzgebiet Pielachtal) und ist sehr fischreich. So lebt auch der bis zu 1,5 Meter groß werdende Huchen dank Besatz in diesem Gewässer. Der artenreiche Fischbestand ist die Nahrungsgrundlage für einige Wasservögel wie z. B. Eisvogel, Schwarzstorch, den seltenen Wachtelkönig sowie den Gänsesäger. Rund 100 Vogelarten existieren entlang des Flusstals. Ein vegetarischer Wasserbewohner ist unter anderem auch der aus den Donauauen eingewanderte Biber.

Wirtschaftliche Nutzung

Früher wurden an den von der Pielach abgezweigten Mühlbächen viele Wasserräder von Mühlen und Fabriken betrieben. Heute dient die Pielach einigen Kleinkraftwerken zur Stromerzeugung.

Literatur

  • Franz Trischler: Heimatkundliche Beiträge zur Verleihung des Obergrafendorfer Marktwappens im Jahre 1959. Preßvereins-Druckerei St. Pölten, 1959.
  • Hans-Peter Nachtnebel: Fluss-Studie Pielach. Amt der NÖ Landesregierung, Wien 1984.
  Commons: Pielach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (Hrsg.): Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2011. 119. Band, Wien 2013, S. OG 225 (PDF; 14,5 MB)
  2. Trischler (1959), S. 17