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vom 05.02.2018, aktuelle Version,

Radio Wien (1924)

Radio Wien Logo, 1935

Radio Wien war ein Wiener Mittelwellensender der Radio Verkehrs AG (RAVAG) und der zweitälteste Hörfunksender Österreichs.

Die wöchentlich erscheinende Programmzeitschrift der RAVAG hieß ebenfalls Radio Wien.

Geschichte

Die RAVAG erhielt im Februar 1924 eine Konzession zum „Betriebe von Anlagen für drahtlose Telephonie“. Die erste Adresse war Stubenring 1 (1. Wiener Gemeindebezirk). Im Gebäude des dort ansässigen 1920 gegründeten Bundesministerium für Heereswesen erhielt die RAVAG 14 Räume und einen Sender, den sie sich anfänglich mit dem damaligen Flughafen Aspern teilen musste.

Der reguläre Sendestart auf Mittelwelle 530 Meter war am 1. Oktober 1924. Zur Eröffnung wurde ein Konzert ausgestrahlt. Bert Silving, der zuvor bei Radio Hekaphon auftrat, spielte mit seinem Musikern Kompositionen Richard Wagners.[1]

Damit Radio Wien auch in westlichen Landesteilen Österreichs empfangen werden konnte, ließ die RAVAG auf dem Wiener Rosenhügel eine zweite Sendeanlage errichten, die 1926 in Betrieb ging. Es folgten mehrere Zwischensender sowie der Sender Bisamberg und der Bau des Funkhauses Wien. Die Zentralisierung des Hörfunks wurde von der RAVAG ausgebaut, indem in Wien verschiedene Regionalprogramme, z. B. für Salzburg produziert wurden.[2]

Mit der Übernahme der RAVAG durch die Deutsche Reichspost wurde aus Radio Wien der sogenannte „Reichssender Wien“, einem Teil der Sendekette des Großdeutschen Rundfunks.

1945 entstanden in den Besatzungszonen Österreichs mehrere Sender, davon einer mit dem Namen Radio Wien. Diese Radiostationen standen wie z. B. Rot Weiß Rot unter Aufsicht der Besatzungsmacht der jeweiligen Zone bzw. des jeweiligen Sektors.

Einzelnachweise

  1. Helga Maria Wolf: Auf Ätherwellen persönliche Radiogeschichte(n). Böhlau Verlag, Wien 2004. S. 14ff. ISBN 3-205-77279-2.
  2. Manfred Knoche und Gabriele Siegert: Die österreichische Medienlandschaft zwischen Zentralisierung, Regionalisierung und Lokalisierung. In: Der Bund und die Länder: über Dominanz, Kooperation und Konflikte im österreichischen Bundesstaat. Böhlau Verlag, Wien 2003. S. 202. ISBN 3-205-98793-4.