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vom 24.04.2017, aktuelle Version,

Raina Zimmering

Raina Zimmering (* 11. Juni 1951 in Dresden) ist eine deutsche Historikerin, Politologin und Soziologin, die von 2007 bis 2013 Universitätsprofessorin für sozio-kulturelle Transformationsforschung und Leiterin der Abteilung für politische und Entwicklungsforschung an der Johannes Kepler Universität (JKU) Linz war. Ab 2013 ist sie freie Autorin und im Vorstand der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP).

Biografie

Zimmering ist die Tochter der Gobelinweberin Ute Pinkert, geb. Rönsch, und des Malers und Graphikers Werner Pinkert. Sie wuchs zusammen mit drei Brüdern auf. 1974 machte sie ihr Abitur an der Erweiterten Oberschule Romain Roland in Dresden. Danach studierte Zimmering von 1970 bis 1974 Geschichte, Kunstgeschichte und Ethnographie an der Humboldt-Universität zu Berlin. Im Jahr 1974 legte sie ihr Diplom als Historikerin sowie das Staatsexamen für Geschichte ab. Danach war sie bis 1990 als wissenschaftliche Assistentin und ab 1985 als Oberassistentin am Institut für Internationale Beziehungen tätig und absolvierte mehrere Forschungs- bzw. Studienaufenthalte in Moskau, Polen, Kuba und Argentinien. 1984 promovierte sie zum Dr. rer. pol.

1990, nach ihrer Habilitation, arbeitete Zimmering unter anderem als Gastwissenschafterin am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB), als Lehrbeauftragte und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Internationale Beziehungen in Potsdam und als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Potsdam. 1991/1992 arbeitete sie Associate Professor an der Harvard-University und als Assistant Professor an der Tufts University und an der Johns Hopkins University. Es folgten Forschungs- bzw. Studienaufenthalte in Peru, Mexiko, Indien, Chile und Sri Lanka sowie Lehraufträge an der Freien Universität Berlin und der Universität Potsdam.

1994 kehrte sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Lehrbeauftragte, 1997/98 als Gastprofessorin, an die Humboldt-Universität zu Berlin zurück (aber weiterhin Tätigkeiten an der Universität Potsdam und der Freien Universität Berlin). 2005 wurde sie zur Universitätsprofessorin an der Nationaluniversität von Kolumbien, Bogotá, berufen, wo sie an der Sozialwissenschaftlichen und Juristischen Fakultät am Institut für Politikwissenschaften Vorlesungen in Spanisch gab. Als sie 2006 an die Johannes Kepler Universität in Österreich berufen wurde, nahm sie den Ruf an und ging an die JKU. Dort hatte sie von 2007 bis zum 2013 die Stelle einer Universitätsprofessorin und Abteilungsleiterin für Politik- und Entwicklungsforschung inne. 2009 gründete sie, zusammen mit Professoren und Forschern aus Österreich, Deutschland und lateinamerikanischen Universitäten, die internationale Forschungsgruppe Soziale Bewegungen und Transformation in Lateinamerika. Sie führte mehrere Forschungspraktika mit Studierenden durch besuchte mit ihnen zwei Mal Mexiko. Außerdem fuhr sie im Rahmen eines Forschungspraktikums der Politischen Soziologie nach Istanbul. Nachdem die Arbeit von Raina Zimmering an der JKU beendet war, ist sie freie Autorin in Berlin und veröffentlichte wissenschaftliche Artikel und Bücher zu den Themen der Transformations- und Demokratieforschung, der politischen Kulturforschung, emanzipatorischer Bewegungen, Migration und sozialer Gerechtigkeit. Einen Schwerpunkt ihrer Arbeiten bildet die Untersuchung der aufständischen indigenen Bewegung in Mexiko, den Zapatisten.

Zimmering ist Mitglied der Internationalen Zivilen Kommission zur Beobachtung der Menschenrechte in Mexiko (CCIODH) und hielt sich mit dieser mehrfach in indigenen Gemeinden und Konfliktgebieten Mexikos auf. Außerdem ist sie Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Lateinamerika-Forscher (ADLAF) und der Neuen Gesellschaft für Psychologie (NGfP), in deren Vorstand sie arbeitet.