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vom 03.01.2018, aktuelle Version,

Rantenbach

Rantenbach

Oberlauf im hinteren Rantengraben

Oberlauf im hinteren Rantengraben

Daten
Lage Steiermark, Österreich
Flusssystem Donau
Abfluss über Mur Drau Donau Schwarzes Meer
Quelle südl. Rantentörl, Schladminger Tauern
47° 15′ 15″ N, 13° 53′ 30″ O
Quellhöhe 2053 m ü. A.[1]
Mündung in Murau in die Mur
47° 6′ 36″ N, 14° 10′ 23″ O
Mündungshöhe 795 m ü. A.
Höhenunterschied 1258 m
Länge 33,4 km[2]
Einzugsgebiet 189,23 km²[3]
Abfluss am Pegel Murau[4] MQ (Berechnung)
3,48 m³/s

Linke Nebenflüsse Trabach, Etrachbach, Mühlbach, Dorfer Bach
Rechte Nebenflüsse Preberbach, Feisterbach, Seetaler Bach, Kulmbach, Lärchbach
Durchflossene Seen Rantensee
Kleinstädte Murau
Gemeinden Krakau, Ranten
Einwohner im Einzugsgebiet ca. 3200 (2017)

Der Rantenbach ist ein linksufriger Zufluss der Mur im österreichischen Bundesland Steiermark. Er durchfließt die Gemeinden Krakau und Ranten, ehe er nach gut 33 Kilometern in Murau in die Mur mündet.

Verlauf

Rantengraben

Rantensee gegen Rantentörl

Der Rantenbach entspringt auf 2053 m ü. A. in einem Kar südlich des Rantentörls (2166 m) in den östlichen Schladminger Tauern. Nach kurzer Fließstrecke erreicht er den Rantensee (1878 m) und durchfließt danach das Rantental (Rantengraben) in Nord-Süd-Richtung. Kleinere Zuflüsse kommen etwa vom Hinterkarsee und vom Mitterkarsee auf der linken Talseite. Der schmale Talboden wird von Almflächen und lockerem Lärchenwald bestimmt. Bei Laufkilometer sieben mündet rechtsseitig der Prebergraben (Preberbach) ein.

Krakauer Hochtal

Nach neun Kilometern Fließstrecke tritt der Rantenbach im Ortsteil Moos (1269 m) ins Krakauer Hochtal ein, wo von rechts der Feisterbach einmündet. Danach passiert der Bach zwei Ausleitungskraftwerke und bildet auf dem von Grünland geprägtem Hochtalboden die ehemalige Gemeindegrenze zwischen Krakauhintermühlen im Norden und Krakauschatten im Süden.

In der Rantenschlucht

Nach dem Ortsteil Brandstatt (1160 m) beginnt die durchwegs bewaldete Rantenschlucht. Der Bach erodiert hier in den pleistozänen Schotterkörper und teilt den Talboden zwischen Ober-/Unteretrach und Krakaudorf in zwei Terrassen. In der rund 100 Meter tiefen Schlucht mäandriert der Bach und bildet Prall- und Gleithänge aus. Aufgrund von seitlicher Unterspülung treten häufig Hangrutschungen auf.[5] In der großteils unbegehbaren Schlucht nimmt der Bach mit dem Etrachbach einen bedeutenden linken Zufluss aus dem Tauerninneren auf.

Weiterer Verlauf

Nachdem der Rantenbach bei Seebach (961 m) das Krakautal verlassen und sich mit dem Seetaler Bach vereinigt hat, durchfließt er ein breiteres Tal und passiert die Siedlungen Ratschfeld, Ranten und Tratten. Bei Fließkilometer 27 verengt sich das Tal wieder und der Bach verläuft parallel zur Murtal Straße (B 96). In diesem Abschnitt wird er von der Wildbach- und Lawinenverbauung betreut. Nach einem weiteren Ausleitungskraftwerk erreicht der Rantenbach die Bezirksstadt Murau und mündet östlich der Altstadt in die Mur.

Wirtschaft

KW Krakautal-Rantenbach

Entlang des Rantenbaches liegen mehrere leistungsstarke Ausleitungskraftwerke. Ein Vorgänger des KW Murau entstand bereits 1906. Das Kraftwerk in seiner heutigen Form (Nettofallhöhe 28 m, Rohrleitungslänge 1500 m) wurde 2009 von den Stadtwerken Murau eröffnet und ist für eine Ausbauwassermenge von 5000 l/s konzipiert. Die zwei Turbinen mit einer Maximalleistung von 1500 kVA können jährlich bis zu 5 Mio. kWh produzieren und an die 1000 Haushalte mit Ökostrom versorgen.[6]

Das KW Krakautal-Rantenbach in Moos (Krakauschatten) besteht aus zwei Pelton-Turbinen und wurde 2016 fertiggestellt. Die mit einem Klappenwehr ausgestattete Anlage verfügt über eine Konsensmenge von 2200 l/s und versorgt die Gemeinde Krakau mit Energie.[7] Ein weiteres Kraftwerk mit einer Konsensmenge von 3500 l/s befindet sich in der Katastralgemeinde Seebach bis Ende 2017 in Bau.[8]

  Commons: Rantenbach  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Digitaler Atlas der Steiermark: Gewässer & Wasserinformation. Land Steiermark, abgerufen am 1. Februar 2017.
  2. Auszug aus der digitalen Gewässerkartei Steiermark. Land Steiermark, abgerufen am 1. Februar 2017.
  3. BMLFUW (Hrsg.): Flächenverzeichnis der österreichischen Flussgebiete: Murgebiet. In: Beiträge zur Hydrographie Österreichs Heft Nr. 60, Wien 2011, S. 16.
  4. Georg Seidl: Schätzung des hydraulischen Geopotentials österreichischer Seitenzubringer. Diplomarbeit am Department für Wasser-Atmosphäre-Umwelt der Universität für Bodenkultur, Wien 2012, S. 70.
  5. Reinhold Lazar & Gerhard Lieb: Landschaftsführer Krakau. Austria-Medien-Service, Graz 1996, S. 185–186. ISBN 3-85333-015-0.
  6. Vision wurde umgesetzt, Kraftwerk zum Vorzeigen. Murtaler Zeitung, 16. Juli 2009, abgerufen am 15. Februar 2017.
  7. Wasserbuch-Auszug – KW Krakautal Rantenbach GmbH 14/1961. Land Steiermark, abgerufen am 15. Februar 2017.
  8. Wasserbuch-Auszug – Wasserkraftwerk Rantenbach GmbH 14/1491. Land Steiermark, abgerufen am 15. Februar 2017.