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vom 01.06.2017, aktuelle Version,

Rofenhöfe

Rofen(höfe) (Rotte)
Rofenhöfe (Österreich)
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Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Imst (IM), Tirol
Pol. Gemeinde Sölden
Ortschaft Vent
Koordinaten 46° 51′ 20″ N, 10° 53′ 31″ Of1
Höhe 2009 m ü. A.
Postleitzahl 6458f1
Statistische Kennzeichnung
Zählsprengel/ -bezirk Gurgl-Vent-Zwieselstein (70220 001)

Blick auf die Rofenhöfe (links) und Vent
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; TIRIS

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Die Bergbauernhöfe der Rotte Rofen, häufig auch Rofenhöfe genannt, liegen auf einer Höhe von 2009 m ü. A. und etwa einen Kilometer westlich von und 114 Meter höher als Vent in den Ötztaler Alpen im österreichischen Bundesland Tirol.

Ebenso wie auch Vent selbst, bilden sie einen Teil der Gemeinde Sölden im Ötztal. Sie sind die höchstgelegenen dauerbesiedelten Bergbauernhöfe Österreichs.

Das Rofental

Das Rofental, das Tal der Rofenache, hat eine Länge von etwa ca. 10 km, und ist ein Seitental des Venter Tals (selbst ein Seitental des Ötztals) bei der Ortschaft Vent. Die Rofenache entspringt am Hintereisferner unterhalb der Weißkugel (3739 m ü. A.,auf der Staatsgrenze zu Italien). Im Sommer werden Teile des Tales von Schafen aus Südtirol beweidet, die dazu über den Alpenhauptkamm getrieben werden (Schaftrieb über den Ötztaler Alpenhauptkamm).

Geschichte

Besiedelt wurde das Gebiet im 13. Jahrhundert über das Niederjoch vom Schnalstal aus. Nach der Überlieferung wurden Hirten in einem Frühherbst von starkem Schnee überrascht, sodass eine Rückkehr über das auf 3010 Metern gelegene Joch nicht mehr möglich war. So entstand eine erste Ansiedlung am Ort der Rofenhöfe durch Schafhirten, die notgedrungen einfache Hütten zur Überwinterung errichten mussten. Urkundlich zuerst nachgewiesen wurde der Rofenhof 1280. Eigentumsgrenzen legten die Grafen von Tirol mit Residenz in Meran fest. Von 1348 bis 1803 hatten die Rofenhöfe eigene Rechte durch einen Schutzbrief von Ludwig dem Brandenburger, einem Gegner von Ulrich von Lenzburg, in jener Zeit Bischof von Chur. Zu diesen Rechten gehörte neben Steuerfreiheit auch eine eigene Gerichtsbarkeit, die zu Bozen gehörte.[1][2]

Die Sage, dass in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts die Rofenhöfe kurzzeitig zu einem bedeutsamen Schauplatz in der Geschichte Tirols wurden, weil der tirolische Herzog Friedrich IV. hier einen seiner Zufluchtsorte gefunden habe, in denen er sich verbergen musste, nachdem er auf dem Konzil von Konstanz von König Sigismund geächtet worden war, wird immer noch erzählt. Historisch richtig ist, dass Friedl mit der leeren Tasche über den Reschenpass nach Meran floh, wie er in einem Schreiben an den Pfarrer Johann auf Tirol selber berichtete.[3]

Im Jahr 1940 waren die Höfe einer der Drehorte einer Verfilmung des Romans Die Geier-Wally von Wilhelmine von Hillern, in dem Heidemarie Hatheyer eine Hauptrolle spielte.

Heute dienen die Höfe in erster Linie Bergsteigern als Unterkunft im Sommer. Von dort führt die Materialseilbahn zur Breslauer Hütte. Internationale Bedeutung hat die dort betriebene Zucht von Haflingerpferden. Die Höfe befinden sich im Besitz der Familie Klotz. Einem ihrer Vorfahren, Leander Klotz, gelang es, die Wildspitze (höchster Berg der Ötztaler Alpen), 1848 zuerst zu besteigen.[4]

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Literatur

  • Eduard Denzel: Grosser Alpenstraßenführer. 18. Ausgabe. Denzel-Verlag, Innsbruck 2007, ISBN 3-85047-748-7.

Einzelnachweise

  1. Hannes Dillmaier: Zur Geschichte der Rofenhöfe. In: Alpenvereinsjahrbuch 1962, München 1962, S. 130 ff.
  2. Deutscher Alpenverein, Sektion Berlin: Der Bergbote. Jahrgang 1991, Nr. 6, S. 8
  3. W. Baum: Friedrich IV. von Österreich und den Schweizer Eidgenossen. Ein Beitrag zur 700-Jahrfeier der Schweizer Eidgenossenschaft. In: Der Schlern 65/1991, S. 251–267 (hier 265, Faksimile des Schreibens)
  4. Rofenhöfe in Vent Internetseite des Ötztal-Tourismus, abgerufen am 3. Januar 2015