unbekannter Gast
vom 09.01.2017, aktuelle Version,

Rottal (Adelsgeschlecht)

Wappen der Rottal

Das Geschlecht von Rottal (auch Rotthal, Rothal) ist ein steirisches Adelsgeschlecht. Johann von Rotthal wurde am 22. Oktober 1649 in den Grafenstand erhoben.[1]

Familiengeschichte

Ursprung

Die Stammreihe beginnt mit Thoman dem Rottaler († 1479), Stadtrichter in Graz. Die Rottal hatten lange Zeit das obriste Erb-Silber-Kämmerer-Amt in der Steiermark inne. Georg von Rottal (ca. 1460–1526), Freiherr von Thalberg, war obrister Landhofmeister der niederösterreichischen Lande. Seine Tochter Barbara heiratete 1515 den steirischen Landeshauptmann Siegmund von Dietrichstein.

Johann Jacob von Rottal erwarb 1611 die mährische Herrschaft Napajedla. Er und sein Sohn Johann Anton standen als Katholiken während des Dreißigjährigen Krieges auf der Seite des Kaisers. Nach der Schlacht am Weißen Berg konnten sie ihren Besitz stark erweitern. Der berühmteste des Geschlechts war der Mährische Landeshauptmann Johann Anton von Rottal. Er schlug 1644 den Walachischen Aufstand nieder und setzte mit harter Hand die Rekatholisierung durch. Er begründete den Reichtum der Familie, hatte aber keine männlichen Nachkommen. Das Erbe fiel daher an seinen Vetter Johann Christoph von Rottal (†1699) und dessen Nachkommen.

Standbild des Grafen Franz Anton Rottal in der Schwarzen Kapelle von Holešov

Ende der Familie

Der letzte in männlicher Linie war Graf Franz Anton Rottal (1690–1762). Er war ein großer Förderer von Kunst und Kultur, ließ seine Schlösser barock ausbauen und beschäftigte auf Schloss Holesov eine berühmte Musikergruppe.[2] Der Komponist Eustachio Bambini (1697–1770) aus Pesaro schuf für das dortige Opernhaus eine Fassung des Artaserse von Metastasio.[3] An die Kirche von Holesov liess er die Schwarze Kapelle als Grablege für sich und seine Frau anbauen und von Gottfried Fritsch ausstatten. Nach dem Tod von Franz Anton im Jahre 1762 wurden die reichen Familiengüter wurden auf seine Töchter und Nichten aufgeteilt da sein einziger Sohn Ferdinand Josef bereits verstorben war. Marie Anna und deren Mann Franz Adam von Lamberg erhielten die Herrschaft Kvasice. Maria Amalia, verheiratet mit Gian Giacomo Leonardi Montelabate della Rovere, erhielt die Herrschaft Bistriz. Marianna, verheiratet mit dem Grafen Guidobald von Dietrichstein, die Herrschaft Napajedla.[4] Da die Kinder der letzteren vorverstorben, field Napajedl an ihre Nichte Maria Theresia Gräfin Montelabate, verheiratet mit Johann Ludwig Graf Cobenzl.[5] Maximiliane von Rottal war mit Franz Leopold von Nádasdy verheiratet und erhielt Holešov.[6]

Stammliste

  1. Thomas von Rottal († 1479)
    1. Georg von Rottal († 1525)
      1. Barbara von Rottal, Mutter von Adam von Dietrichstein[7]
    2. Thomas von Rottal
      1. Wilhelm von Rottal
        1. Wilhelm (1520–1610) Freiherr von Rottal
          1. Georg Christoph von Rottal ∞ Maria Magdalene von Teuffenbach
            1. Georg Julius von Rottal ∞ Eleonora von Galler
              1. Johann Christoph von Rottal (1635–1699) 1.∞ Maria Isabella von Eibenwald; 2. ∞ Maria Susanna Gräfin Kuefstein
                1. Johann Sigismund von Rottal († 1717) ∞ Maximiliana von Liechtenstein
                  1. Franz Wilhelm von Rottal (1683–1709) ∞ Maria Magdalena von Herberstein
                    1. Adam Joachim von Rottal (1708–1746) ∞ Maria Josepha von Sternberg
                      1. Maria Anna von Rottal (1738–1795) ∞ Franz Adam von Lamberg
                  2. Franz Anton Graf von Rottal (1690–1762) ∞ Cäcilia von Trautmannsdorf
                    1. Maria Amalia (1719–1798) ∞ Gian Giacomo Leonardi Montelabate della Rovere[8]
                    2. Maximiliane (1721–1756) ∞ Franz Leopold von Nádasdy
                    3. Ferdinand Josef (1722- vor 1762)
                    4. Maria Anna (1727–1767) ∞ Dietrichstein ∞ Guidobald von Dietrichstein
        2. Johann von Rottal
          1. Johann Jakob Freiherr von Rottal
            1. Johann von Rottal (1605–1674), mährischer Landeshauptmann und katholischer Adeliger

(Stammliste vereinfacht nach Hübner)[9]

Besitzungen

Wappen

Stammwappen In rot ein silbernes Tatzenkreuz, Kleinod das weiße Kreuz zwischen rotem offenem Flug, Helmdecken rot - weiß. Es gab auch die Variante mit einem schräg rechten Andreaskreuz statt des stehenden Tatzenkreuzes.

Literatur

Einzelnachweise

  1. August Doerr, Der Adel der böhmischen Kronländer, Prag 1900, S. 131
  2. http://www.musiklexikon.ac.at/ml/musik_R/Rottal_Graf.xml
  3. http://corago.unibo.it/opera/0000586219
  4. Biographsiches Lexicon des Kaisertums Österreich
  5. http://www.zameknapajedla.cz/en/history
  6. http://napajedla.webnode.cz/news/vyvod-marie-terezie-hrabenky-kobenzlove-roz-della-rovere-montelabbate/
  7. Karin Bachschweller: Barbara von Rottal, Diplomarbeit an der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, 2012
  8. Hochzeit am 3. März 1737 laut Eintrag in den Matriken von Holešov (Holleschau); in actapublica.eu
  9. Genealogische Tabellen
  Commons: Rottal family  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien