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vom 22.01.2016, aktuelle Version,

Rudolf Polland

Rudolf Polland (* 11. August 1876 in Wien; † 23. Mai 1952 in Graz) war ein österreichischer Dermatologe und Hochschullehrer.

Leben

Polland wurde im Sommer 1901 in Wien promoviert und war von März 1904 bis September 1920 Assistent an der Hautklinik Graz. Nachdem er sich im Juli 1908 in Wien für Dermatologie und Syphilidologie habilitiert hatte, hatte er bis 1938 einen Lehrauftrag, zunächst als Privatdozent. 1914 wurde er zum tit. außerordentlichen Professor ernannt, 1917 zum außerordentlichen Professor, im Oktober 1939 zum außerplanmäßigen Professor und im Mai 1940 zum ordentlichen Professor.

Im Jänner 1924 war er Gründungsmitglied der Grazer Gesellschaft für Rassenhygiene (1928 dem Arbeitsbund für österreichische Familienkunde eingegliedert). Mit einem Vortrag in Wien regte er die 1925 erfolgte Gründung der Wiener Gesellschaft für Rassenhygiene an. Er wurde auch Mitglied der Grazer Arbeitsstelle des Arbeitsbundes für österreichische Familienkunde. In uneigennützigster, hingebungsvollster Weise kämpfe er für die höchsten Ideale der Menschheit, wurde er in den Vereinsnachrichten gewürdigt. Ab 1928 war er Förderer der Nationalsozialistischen Gesellschaft für Deutsche Kultur.

Nach dem Anschluss Österreichs an das nationalsozialistische Deutsche Reich trat er 1938 in die NSDAP ein. Im Oktober 1938 wurde er Vorstand des Instituts für Erblehre und Rassenhygiene an der Medizinischen Fakultät der Universität Graz und erhielt dort 1939 einen Lehrauftrag für Rassenhygiene. Er betätigte sich als Richter am Erbgesundheitsobergericht und als Gutachter für das Sippenamt.[1]

Literatur

  • Petra Scheiblechner: „… politisch ist er einwandfrei …“ Kurzbiographien der an der Medizinischen Fakultät der Universität Graz in der Zeit von 1938 bis 1945 tätigen WissenschafterInnen. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 2002, S. 194.
  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. 2. Auflage. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-596-16048-8.

Einzelnachweise

  1. Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 468