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vom 09.03.2017, aktuelle Version,

Rudolf von Kanitz

Graf Rudolf Friedrich Wilhelm von Kanitz (* 14. August 1822 in Stettin; † 25. Dezember 1902 in Schmuggerow) war ein preußischer Generalleutnant.

Leben

Herkunft und Familie

Allianzwappen Schwerin Kanitz am Herrenhaus Dargibell

Rudolf entstammte der 1798 in den Grafenstand erhobenen preußischen Linie des Adelsgeschlechts von Kanitz. Seine Eltern waren preußische Generalleutnant und Kriegsminister Graf August von Kanitz (1783–1852) und Gräfin Luise von der Schulenburg aus dem Hause Beetzendorf (1799–1830). Der Theologe Wilhelm Hoffmann (1806–1873) war sein Schwager.

Er vermählte sich 1865 mit Gräfin Luise Hildegard Marie von Schwerin (1837–1912), Hofdame der Königin, Tochter des preußischen Staatsministers Graf Maximilian von Schwerin-Putzar (1804–1872) und der Hildegard Maria Schleiermacher (1817–1889). Aus der Ehe gingen drei Töchter hervor.

  1. Augusta Luise Rose (* 1868)
  2. Auguste Klara Hildegard Luise (1869–1943)
  3. Klara Frieda Viktoria (1870–1932), ∞ Graf Ulrich von Schwerin auf Dargibell (1865–1946)

Werdegang

Er besuchte zunächst das Vereinigte Königliche und Stadt-Gymnasium in Stettin, später das Blochmannsche Erziehungs-Institut in Dresden.

Mit 18 Jahren trat er in das 1. Garde-Regiment zu Fuß der preußischen Armee ein. 1841 war er Portepeefähnrich und avancierte im selben Jahr zum Sekondeleutnant. Von 1847 bis 1848 war er zum 4. Dragonerregiment kommandiert und während der Mobilmachung von 1850 bis 1851 war er Adjutant des IV. Bataillons des 1. Garde-Regiment zu Fuß. Hiernach war er Lehrer an der Divisionsschule in Potsdam und von 1852 bis 1855 Adjutant des I. Bataillons (Königsberg i. Pr.) des 1. Garde-Landwehrregiments. Er stieg 1853 zum Premierleutnant und 1856 zum Hauptmann auf, wurde schließlich 1856 Kompaniechef im 1. Garde-Regiment zu Fuß.

In der ersten Jahreshälfte 1860 nahm er mit Auszeichnung am Spanisch-Marokkanischen Krieg, insbesondere der Schacht bei Samsa un der Schlacht bei Vadraß teil. Im Juni 1860 wurde er zur Dienstleitung beim König kommandiert, dessen Flügeladjutant er bis 1866 blieb. Er nahm am Deutsch-Dänischen Krieg teil und erhielt im selben Jahr seine Beförderung zum Oberstleutnant. Im Deutschen Krieg nahm er an der Schlacht bei Königgrätz teil und avancierte im selben Jahr zum Kommandeur des 2. Garde-Regiments zu Fuß sowie zum Oberst. In dieser Funktion nahm er am Deutsch-Französischen Krieg, insbesondere der Schlacht bei Gravelotte, wo er schwer verwundet und ausgezeichnet wurde, der Schlacht von Le Bourget und der Belagerung von Paris teil. Noch in den letzten Kriegstagen wurde er Kommandeur der 1. Garde-Infanterie-Brigade.

Nach dem Friedensschluss wurde er zusätzlich Kommandant von Potsdam und zum Generalmajor befördert. 1874 hat er seinen Abschied erhalten, wobei ihm 1875 noch der Charakter als Generalleutnant verliehen und 1895 die Erlaubnis zum Tragen der Uniform des 2. Garde-Regiment zu Fuß erteilt wurde.

Auszeichnungen

Werke

Literatur

  • Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 8, Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg ohne Jahr, S. 475–477.
  • Eckhard Wendt: Stettiner Lebensbilder. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern, Reihe V, Band 40. Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 2004, ISBN 3-412-09404-8, S. 267–268.