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vom 13.01.2018, aktuelle Version,

Salzburger Bachchor

Großes Festspielhaus: Messiah mit dem Mozarteum­orchester Salzburg, dirigiert von Matthew Halls

Der Salzburger Bachchor ist ein Chorensemble aus der Stadt Salzburg.

Allgemeines

Der Salzburger Bachchor gehört zu Österreichs führenden Vokalensembles. Sein Repertoire umfasst sowohl Kammermusik als auch große Chor-Orchester-Werke durch sämtliche Epochen der Musikgeschichte. Dabei zeichnet sich der Chor sowohl in Besetzung als auch in seinem chorischen Gesamtklang durch ein hohes Maß an Flexibilität aus.

Geschichte

1983 von Albert Hartinger als Chor der Salzburger Bachgesellschaft gegründet, ist der Salzburger Bachchor seit 1988 eigenständig tätig. 1988 erfolgte auch die Gründung als gemeinnütziger Verein. Unter seinem ersten Künstlerischen Leiter Howard Arman etablierte sich der Chor zum international anerkannten und gefragten Klangkörper. Seit 2003 ist Alois Glaßner Künstlerischer Leiter des Salzburger Bachchores.

Am 7. Februar 2009 veranstaltete der Chor im Carabinierisaal der Residenz ein Festkonzert zu seinem 25-jährigen Bestandsjubiläum.

Auftritte

Der Salzburger Bachchor tritt regelmäßig bei der Internationalen Mozartwoche, den Salzburger Festspielen sowie der Salzburger Kulturvereinigung auf und war mehrfach Gast der Salzburger Bachgesellschaft- zuletzt beim „Internationalen Bachfest 2008 Salzburg“. Beim Jazzherbst 2005 war der Chor mit Jazz-Legende Dave Brubeck zu hören. Außerdem wird der Chor oft zu Gastspielen ins europäische Ausland eingeladen. Diese führten ihn unter anderem nach Griechenland (Megaron Athen), Rumänien (Enescu-Festival Bukarest), in die Niederlande (Concertgebouw Amsterdam), nach Deutschland (u.a. Konzerthaus Berlin, Händelfestspiele Halle und Göttingen, Musikfest Bremen, Festspielhaus Baden-Baden, Rosengarten Mannheim), in die Türkei (Kulturzentrum Lütfi-Kirdar Istanbul), nach Spanien (Cervantes-Theater und Kathedrale Malaga), Frankreich, Italien und in die Schweiz. Im März 2014 konzertierte der Chor erstmals als Gast des Tonkünstlerorchesters Niederösterreich im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und im Festspielhaus St. Pölten. Im Jahr 2016 war der Bachchor erstmals beim Osterkonzert Klosterneuburg mit Händels Messiah zusammen mit dem Bach Consort Wien unter Rubén Dubrovsky zu hören. Dieses Konzert sowie das Osterkonzert Klosterneuburg 2017 mit Musik von Antonio Vivaldi wurde als TV-Produktion international ausgestrahlt.

Regelmäßige Fixpunkte im Konzertjahr des Salzburger Bachchores sind die traditionelle Aufführung von Wolfgang Amadeus Mozarts Messe in c-Moll KV 417 während der Salzburger Festspiele sowie dessen Requiem in d-Moll KV 626 im Rahmen des Festivals Dialoge der Internationalen Stiftung Mozarteum um den Todestag Mozarts am 5. Dezember. Der Chor wurde unter anderem im Rahmen dieses Festivals mehrfach mit Aufführungen - zum Teil Uraufführungen - zeitgenössischer Werke beauftragt. Im Rahmen der Internationalen Mozartwoche war der Salzburger Bachchor an Aufführungen von Mozarts Davide penitente KV 469 2015 und Requiem in d-Moll KV 626 2017 zusammen mit den Musiciens du Louvre und der Académie équestre du Versailles beteiligt.

Seit 2010 ist der Salzburger Bachchor jeden Herbst in mehreren Konzerten der Reihe Raiffeisen Klassik Vokal a cappella im Land Salzburg zu hören. Unter einem jährlich wechselnden Thema werden Werke aus allen Epochen der Musik bis zu jenen lebender Komponisten aufgeführt. Im Dezember 2014 präsentierte der Salzburger Bachchor aus Anlass seines dreißigjährigen Bestehens die aus dieser Reihe hervorgegangene CD "Pater noster".

Künstlerische Kooperationen

Der Salzburger Bachchor steht regelmäßig mit international renommierten Orchestern auf der Bühne: Mozarteumorchester Salzburg, Camerata Salzburg, Freiburger Barockorchester, Wiener Philharmoniker, Radio-Symphonieorchester Wien oder Les Musiciens du Louvre Grenoble. Dabei arbeitete der Chor unter anderem mit Dirigenten wie Sir Roger Norrington, Leopold Hager, Michael Gielen, Hans Graf, Marc Minkowski, Yannick Nézet-Séguin, Trevor Pinnock, Ingo Metzmacher, Andrés Orozco-Estrada, Helmuth Rilling oder Louis Langrée. Eine besondere Verbindung besteht durch eine große Zahl von Aufführungen und einige CD-Einspielungen zu Ivor Bolton und dem Mozarteumorchester.

Szenische Auftritte

Bei den Salzburger Festspiele 2006 im neuen Haus für Mozart mit Mozarts Idomeneo in der Regie Karl-Ernst und Ursel Herrmann

Auch in szenischen Produktionen tritt der Salzburger Bachchor in Erscheinung:

  • Internationale Mozartwoche 1993: Lucio Silla von Wolfgang Amadeus Mozart im Kleinen Festspielhaus (Regie: Peter Mussbach, Dirigent: Sylvain Cambreling)
  • Festspielhaus Baden-Baden und Salzburger Festspiele 2000: Idomeneo von Wolfgang Amadeus Mozart (Regie: Ursel und Karl-Ernst Hermann, Dirigent: Michael Gielen) – Wiederaufnahme im Mozartjahr 2006 im neu errichteten Haus für Mozart unter Sir Roger Norrington
  • Salzburger Festspiele 2009 (Eröffnungspremiere): Theodora von Georg Friedrich Händel im Großen Festspielhaus (Regie: Christof Loy, Dirigent Ivor Bolton)
  • Salzburger Festspiele 2012: Das Labyrinth von Peter von Winter im Hof der Residenz (Regie: Alexandra Liedtke, Dirigent: Ivor Bolton)
  • Internationale Mozartwoche, Salzburger Festspiele und Musikfest Bremen 2013: Lucio Silla von Wolfgang Amadeus Mozart (Regie: Marshall Pinkosky, Dirigent: Marc Minkowski)
  • Internationale Mozartwoche 2014: Orfeo ed Euridice von Christoph Willibald Gluck (Regie: Ivan Alexandre, Dirigent: Marc Minkowski)
  • Salzburger Festspiele 2016: West Side Story von Leonard Bernstein in der Felsenreitschule (Regie: Philip Wm. McKinley, Dirigent: Gustavo Dudamel)
  • Salzburger Festspiele 2016: The exterminating Angel von Thomas Adès im Haus für Mozart (Uraufführung; Regie: Tom Cairns, Dirigent: Thomas Ades)
  • Salzburger Festspiele 2017: Ariodante von Georg Friedrich Händel im Haus für Mozart (Regie: Christof Loy, Dirigent: Gianluca Capuano)

Künstlerische Leiter

Vereinsvorsitzende

  • 1983–1988: Albert Hartinger, Gründer und Künstlerischer Leiter der Salzburger Bachgesellschaft
  • 1988–1991: Hermann Berger, Obmann
  • 1991–2013: Christine Berger, von 1991 bis 2007 Obfrau, von 2007 bis 2013 Präsidentin
  • 2013–2017: Gregor Faistauer, Geschäftsführender Präsident
  • seit 2018: Roman Stalla, Präsident

Diskografie

  • H. I. F. Biber: Marienvesper (Kym Amps, Christopher Robson, Anton Rosner, Albert Hartinger); Dirigent: Howard Arman, Deutsche Harmonia Mundi 1986/Ars Musici 2009
  • Musik am Salzburger Fürstenhof Vol. 2, Gewidmet Wolf Dietrich von Raitenau (Innsbrucker Bläserkreis; Dirigent: Howard Arman, Deutsche Harmonia Mundi 1987)
  • Musik aus dem Stift Wilten (Innsbrucker Bläserkreis, Wiltener Sängerknaben; Dirigent: Howard Arman, Koch Records 1987)
  • Century Classics Vol. 11, Zur Ehre Gottes 1600 – 1700 (Innsbrucker Bläserkreis; Dirigent: Howard Arman, Deutsche Harmonia Mundi, 1998)
  • J. S. Bach: Kantaten BWV 82 „Ich habe genug“, BWV 158, „Der Herr sei mit Dir“ und BWV 56 „Ich will den Kreuzstab gerne tragen“ (Matthias Goerne, Camerata Salzburg; Dirigent: Sir Roger Norrington, Decca 1999)
  • Johann Michael Haydn: Requiem und Wolfgang Amadeus Mozart: Davide Penitente (Iride Martinez, Anna Bonitatibus, Christoph Strehl, Luca Pisaroni, Mozarteumorchester Salzburg; Dirigent: Ivor Bolton, OEHMS Classics, live; Festspieldokumente, 2004)
  • Josef Haydn: Die Jahreszeiten (Miah Persson, John Mark Ainsley, David Wilson-Johnson, Mozarteumorchester Salzburg; Dirigent: Ivor Bolton; OEHMS Classics, Live, 2005)
  • Josef Haydn: Die Schöpfung (Miah Persson, Topi Lehtipuu, David Wilson-Johnson, Mozarteumorchester Salzburg; Dirigent: Ivor Bolton, OEHMS Classics, Live, 2006)
  • Wolfgang Amadeus Mozart: Idomeneo/DVD (Ramón Vargas, Magdalena Kozená, Ekaterina Siurina, Anja Harteros, Jeffrey Francis, Camerata Salzburg; Dirigent: Sir Roger Norrington, Regie: Ursel und Karl-Ernst Hermann, Decca, 2006)
  • Hector Berlioz: L'Enfance du Christ (Ed Lyon, David Wilson-Johnson, Mireille Delunsch, Masashi Tsuji, William Dazeley, Mozarteumorchester Salzburg; Dirigent: Ivor Bolton, OEHMS Classics, Live, 2007)
  • G. F. Händel: Theodora/DVD und Blu-ray Disc (Christine Schäfer, Bejun Mehta, Joseph Kaiser, Johannes Martin Kränzle, Bernarda Fink, Ryland Davies, Freiburger Barockorchester; Dirigent: Ivor Bolton, Regie: Christof Loy, C-Major-Entertainment)
  • Pater noster: Geistliche Chormusik aus fünf Jahrhunderten; Werke von Jacobus Gallus, Heinrich Schütz, Francis Poulenc, Giuseppe Verdi, Franz Liszt, Anton Bruckner, Alfred Schnittke, Edvard Grieg, Wolfram Wagner, Maurice Duruflé, Gustav Holst, Herwig Reiter und Benjamin Britten; Salzburger Bachchor a cappella, Dirigent: Alois Glaßner, OEHMS Classics 2014
  • G. F. Händel: Messiah - Live-Aufnahme des Osterkonzerts 2016 in Klosterneuburg (Hanna Herfurtner, Gaia Petrone, Michael Schade, Christian Immler, Bach Consort Wien; Dirigent: Rubén Dubrovsky; Gramola 2016)

Quellen

  • Salzburger Nachrichten
  • Homepage des Chores