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vom 04.04.2018, aktuelle Version,

Salztorbrücke

Die Salztorbrücke überquert den Donaukanal in Wien und verbindet 1. und 2. Bezirk, die Innere Stadt und die Leopoldstadt.

Salztorbrücke über den Donaukanal. Blick vom 2. zum 1. Bezirk und zum Ringturm

Lage

Neben dem Namen Salztorbrücke weisen auch noch die Salztorgasse, die vom 1. Bezirk aus zur Brücke führt, sowie die Gasse namens Salzgries im 1. Bezirk auf den einst in dem Bereich betriebenen Salzhandel hin. Außerdem befand sich 1546 bis 1564 in diesem Bereich das Kaiserliche Arsenal, wo Kriegsschiffe für die Donau hergestellt wurden.

In seiner Planung für den Donaukanal sah Otto Wagner im 19. Jahrhundert oberhalb der Salztorbrücke am rechten Ufer – am Franz-Josefs-Kai – den Standort für den zentralen Fischmarkt von Wien vor. Die ansonsten immer steil abfallende Kaimauer ist in diesem Abschnitt als Treppenkai gestaltet. Der Fischmarkt bestand hier von 1904 bis zu seiner Schließung im Jahr 1972.

Oberhalb der Salztorbrücke fährt vom linken Ufer des Donaukanals (2. Bezirk) das „Nationalparkboot“ zum Nationalpark Donau-Auen in der Lobau ab.

1827–1884: Karlskettensteg

Der Karlskettensteg (auch Karls-Steg) wurde 1827 / 1828 als Kettenhängebrücke erbaut und nach Erzherzog Karl, dem Sieger der Schlacht bei Aspern gegen Napoléon Bonaparte, benannt. 1870 musste der Steg abgerissen werden, da es durch sein geringes Eigengewicht immer wieder zu Schwingungen der Brücke kam. Danach wurde ein hölzernes Sprengwerk als Ersatz errichtet, welches 14 Jahre lang hielt.

1884–1945: Stephaniebrücke, Salztorbrücke

Stephaniebrücke um 1900

Da es sich beim Karlskettensteg nur um einen schmalen Steg handelte, wurde 1884 bis 1886 eine breitere Brücke errichtet, die nach Kronprinzessin Stephanie, der Gattin von Kronprinz Rudolf, den Namen Stephaniebrücke erhielt. Architekt war Otto Hieser, leitender Ingenieur Adolf Schmid von Schmidsfelden. Von hier führte von 1886 bis 1901 auf dem Leopoldstädter Ufer eine Strecke der Dampftramway-Gesellschaft (vormals Krauss & Comp.), an der Augartenbrücke vorbei, Richtung Floridsdorf, Stammersdorf und Groß Enzersdorf. 1901 wurde die Abfahrtsstelle zur Augartenbrücke verlegt.

Nach dem Ende der Monarchie wurde die Stephaniebrücke 1919 von der sozialdemokratischen Stadtverwaltung in Salztorbrücke umbenannt, nach dem so genannten Salztor der Wiener Stadtmauer. Die Brücke war im 1. Bezirk dem Hotel Metropol benachbart, das 1938–1945 als Wiener Gestapo-Hauptquartier diente.

Im April 1945 wurde die Brücke im Zuge der Schlacht um Wien von den Verteidigern gegen die Rote Armee gesprengt.

1960–heute

Als letzte der im Krieg zerstörten Donaukanalbrücken wurde die Salztorbrücke 1960 / 1961 als Spannbetonbrücke nach einem Entwurf von Herbert Wycital wieder aufgebaut. Lichtraumbestimmungen und eine flache Straßennivellette führten zu einer besonderen Schlankheit des Riegels. Hierbei ist neben einer sehr geringen Konstruktionshöhe in der Mitte der Brücke von ca. 1,3 m eine mit 2 m gegenüber anderen Betonbrücken besonders stark verminderte Höhe über den Stielen hervorzuheben.

Die Brücke erreichte besonders hohe Vorspannkraft und höhere Druckbeanspruchung des Rahmenriegels. Um die Durchbiegung in Rahmen zu halten, wurden die Stiele durch eine Pendelwand und eine nur 20 cm dicke, vorgespannte Zugwand ersetzt, die mit Betonschürzen an den Seiten geschlossen wurden, die nicht mit der Zug-, und Pendelwand verbunden sind. Zur Aufnahme des Horizontalschubes wählte man Pressen, die das Fundament und die Kaimauer durch eine Fundamentstütze verbinden. Die Spannglieder wurden nach dem System Baur-Leonhardt gespannt. Die Verankerung der Spannen erfolgte durch Einbetonieren des Drahtpaketes.

Am 25. November 1961 wurde die neu gebaute Salztorbrücke von Vizebürgermeister Felix Slavik eröffnet. Neben ihr befindet sich heute im 2. Bezirk, am deshalb so benannten Friedrich-Wilhelm-Raiffeisen-Platz im Zuge der Hollandstraße, ein Hochhaus der Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien.

Literatur

  • Christine Klusacek, Kurt Stimmer: Die Stadt und der Strom. Wien und die Donau. Edition Wien, Wien 1995, ISBN 3-85058-113-6
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