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vom 21.12.2016, aktuelle Version,

Schloss Erla

Das Schloss Erla liegt auf einer Höhe von 291 m ü. A. im Zentrum des Ortsteils Erla der Gemeinde St. Pantaleon-Erla in Niederösterreich. Es besteht aus den Gebäuden des ehemaligen Benediktinerinnenklosters Erla, dem ältesten Frauenkloster Niederösterreichs.

3-stöckiger Schüttboden, auf dem Getreide und Stroh gelagert wurde mit Stall im Erdgeschoss
Vorplatz des Schlosses Erla

Geschichte

Das Benediktinerinnenkloster Erla wurde um das Jahr 1130 durch Otto von Machland gegründet. Als Grundstock und Sitz des neuen Klosters diente die alte Stammburg der Herren von Erla. Erste Priorin wurde die Schwester des Hauptgründers, Gisela von Machland. Otto I. wurde auch als Vogt des Klosters Erla bezeichnet.

Noch 1196 erhielt das Kloster, das vor der Donauregulierung (1823–1835) direkt am Flussufer lag und ein bedeutender Umschlagplatz für Waren, u. a. Holz und Vieh war, ein wichtiges Mautprivileg. Dieses erlaubte ihm die Mautfreiheit für seine auf der Donau transportierten Güter. Über die folgenden zwei Jahrhunderte erlebte das Kloster eine Blütezeit, die sich unter anderem im Neubau der Kirche während des 15. Jahrhunderts niederschlug. Elisabeth von Eitzing, die dort von 1437 bis 1466 als Äbtissin wirkte, gelang es neben großen Schenkungen durch Zukäufe den Besitzstand des Klosters beträchtlich zu vergrößern.[1]

Durch habgierige Vogte und durch Kriegswirren hatte das Frauenkloster sehr zu leiden. Es geriet besonders während der Türkenkriege im Jahre 1529 in große Schulden.

Im Jahre 1583 wurde es durch Papst Gregor XIII. aufgehoben. Daraufhin wurden die Klostergebäude sowie der dazugehörige Gutsbesitz von Kaiser Rudolf II. dem Königinkloster in Wien zugeteilt. Letzteres wurde im Jahre 1782 ebenfalls aufgehoben, wodurch das Gut in Erla von da an von der Staatsgüteradministration für den Religionsfonds 50 Jahre lang verwaltet wurde. Die Klosterkirche wurde nach Auflösung des Klosters zur Pfarrkirche erhoben.

Im Jahre 1832 erwarb Freiherr Heinrich von Pereira-Arnstein das Schloss mit den dazugehörigen Besitzungen. Es blieb 75 Jahre lang in Familienbesitz.[2]

Weitere Besitzer:

Hermann von Goldschmidt erwarb im Jahre 1907 das ehemalige Klostergebäude, das um diese Zeit schon längst zu einem Schloss umgestaltet war. Er wurde damit auch Besitzer der Donauauen, mehrerer zum Schloss gehöriger Häuser und landwirtschaftlicher Nutzflächen.

Bis 1939 betrieb Goldschmidt ein großes, herrschaftliches Haus mit entsprechender Land- und Forstwirtschaft. Viele Bewohner des Ortes waren darin als Angestellte und Arbeiter beschäftigt. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kehrte die Familie des Schlossbesitzers aus der Emigration nach Erla zurück.

1970 wurden die Donauauen zum Großteil verkauft. Nur den herrlichen Park, das Schlossgebäude nebst kleineren Grünflächen behielten sich die Eigentümer des Schlosses.[3]

Pfarrkirche Erla

Die ehemalige Stifts- und jetzige Pfarrkirche ist eine 3-schiffige spätgotische Staffelkirche. Der Chor (1438–1448) hat ein Sternrippengewölbe und viele historische Grabdenkmäler.

Literatur

  • Rudolf Büttner: Burgen und Schlösser in Niederösterreich, Band 8: Zwischen Ybbs und Enns. Birken-Verlag, Wien 1979, ISBN 3-85030-009-9.
  • Gerhard Stenzel: Von Schloss zu Schloss in Österreich. Kremayr & Scheriau, Wien 1976, ISBN 3-218-00288-5, S. 172.
  • Soffner-Loibl Monika: Kath. Pfarrkirchen in St. Pantaleon und Erla. Kunstverl. Peda, Passau 2007, ISBN 978-3-89643-667-2.
  Commons: Schloss Erla St. Pantaleon  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Eitzing. Eine liebenswerte Gemeinde im Innviertel. Hrsg. v. d. Gemeinde Eitzing, Oberösterreich. Ried i. Innkreis, 2013, S. 46
  2. Soffner-Loibl Monika: Kath. Pfarrkirchen in St. Pantaleon und Erla. Kunstverl. Peda, Passau 2007
  3. Über Erla | St. Pantaleon-Erla. In: st-pantaleon-erla.gv.at. Abgerufen am 5. April 2016.