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vom 13.08.2016, aktuelle Version,

Schloss Fürberg

Schloss Fürberg nach einem Aquarell von Franz Kulstrunk (1912)

Das Schloss Fürberg, dessen einer Flügel nach der bayerischen Familie Feyertag von Oberhausen[1] auch Feyertagsstöckl genannt wird, liegt am Fuße des Kapuzinerbergs in Salzburg am Ende der Pausingerstraße (Nr. 11), ehemals Fürbergstraße. Zum Anwesen zählen auch ein Bauernhof und eine mittelalterliche Kapelle, die gleich wie das Hauptgebäude mit wertvollen Glasmalereien versehen ist.

Geschichte

Bereits 1316 wird ein „Prädium Fürberg“, das dem Stift St. Peter als Erbrecht verliehen wurde, erwähnt. 1360 verleiht Abt Otto I. und der ganze Konvent von St. Peter das Prädium (Landgut, Grundbesitz) an den Salzburger Bürger Fritz Zchamlin (Zanklein, Zankl). 1485 erwirbt der Ratsbürger und spätere Bürgermeister Georg Waginger das Anwesen. 1500 folgt ihm sein Sohn Virgil (Stadtrat und Bürgermeister von Salzburg). 1584 wird der Domherr Johann von Küenburg und 1617 der Domherr Nikolaus Freiherr von Wolkenstein und Rodenegg, Bischof vom Chiemsee, Eigentümer. Von diesem übernimmt Wolfgang Feyertag 1624 den Besitz. Nach dieser Familie wird das „Prädium Fürberg“, der eine Flügel des heutigen Schlosses, Feyertagsstöckel genannt.

Das Schloss Fürberg wird 1323 erstmals urkundlich erwähnt. Es entstand als Schloss für einen Domherrn, das heißt einen hochrangigen Beamten des Domkapitels und des Fürsterzbischofs. 1490 wird es „Neydeck in Pyrglan circa Imberg“ genannt, da es im Besitz des Gregorius Neydeck war. Ihm folgte der hochfürstliche Jägermeister Ernst von Graben. 1670 erwirbt Franz Feyertag von Oberhausen, dessen Vorfahre Wolfgang Feyertag bereits 1624 das „Prädium Fürberg“ daneben erworben hatte, das Gut Neydeck und vereinigt die beiden Besitzungen.[2] Auf dem bisher bestehenden Bauernhause erbaute Franz Feyertag das heute stehende Schloss, genau nach den Plänen des Gutes Flederbach, welches durch die Stiftung des Stiefbruders und Salzburger Bürgermeisters Paumann Fideikommisgut der Familie Feyertag geworden war.[3] Die Feyertags weiteten den Besitz auf den Großteil der Südostseite des Kapuzinerberges bis zu dessen Gipfel aus, im Wesentlichen so, wie es noch heute die Besitzung darstellt. Sie haben 250 Jahre den Fürberg beherrscht und gestaltet. Durch zu große Erbteilungen Ende des 18. Jahrhunderts verloren sie schließlich den Besitz. Der letzte männliche Nachkomme der Feyertags, Kajetan von Feyertag, behielt aber noch das Feyertagsstöckl, womit der Besitz von neuem geteilt wurde.[4] Seine ledige Tochter Anna, die letzte ihres Namens, verkaufte schließlich auch dieses 1860.

1888 erwirbt Katharina Wilhelmina von Plason de la Woestyne, geb. von Schmieterloew, den Besitz und stellt alle Baulichkeiten wieder her. Sie lässt auch einen Verbindungstrakt zwischen dem Stöckl und dem Schloss herstellen. Ihr Mann, der Hof- und Ministerialrat im k.u.k. Außenministerium Adolf Ritter von Plason de la Woestyne, gestaltete die Gebäude in Neurenaissance-Form um. Um das Schloss wurde nach den Plänen des Architekten Lothar Abel und dem Obergärtner Josef Franz[5] ein Landschaftspark mit sehr seltenem Baumbestand angelegt. Einige der seltenen Baumarten schenkte Adolf von Plason seinem Freund und Gönner Erzherzog Franz Ferdinand für dessen Schloss Konopischt südlich von Prag. Unter diesen neuen Besitzern erlebt Schloss Fürberg eine neue Blüte.

Allerdings wurde es am 17. Februar 1945 durch einen Fliegerangriff der Briten stark beschädigt. Die Erben der Plasons, Tochter Mabel, verheiratet mit Dusan Toncic Edler von Sorinj, und ihr Sohn Dr. Lujo Toncic Edler von Sorinj bauen das schwer beschädigte Anwesen in den 50er Jahren wieder auf.

Das Schloss besitzt gut erhaltene Türme. Die dazugehörende Kapelle soll aus dem Jahr 1200 stammen und stellte ursprünglich das Ende eines Kreuzwegs dar. Sie wurde 1648 nach einem Brand drei Jahre zuvor wieder aufgebaut und in den Jahren 1893 und 1958 renoviert. Die Kapelle, wie auch das Schloss, sind mit hochwertigen mittelalterlichen Glasmalereien ausgestattet.[6]

Schloss Fürberg heute

Einfahrtstor zu Schloss Fürberg

Ein halbrundes Tor in der Umfassungsmauer führt in den angelegten Park. Ein kleiner Wildbach mit Wasserfall führt durch den Park, der in Schlossnähe mehrere Nebengebäude, eine Schlosskapelle und einen Bauernhof enthält. Der Fürbergbauernhof ist bereits im Franziszeischen Katasterplan von 1830 ausgewiesen.

Im Zuge des Zweiten Weltkrieges wurde Schloss Fürberg von einer Bombe getroffen und schwer beschädigt. Im Jahr 1955 stürzte ein kleines Flugzeug in den Kapuzinerberg und den Park von Schloss Fürberg. Der Pilot und drei Passagiere kamen dabei ums Leben.

Das Schloss befindet sich nach wie vor in Privatbesitz und ist derzeit nicht zu besichtigen.

Literatur

  • Eva Berger: Historische Gärten Österreichs: Oberösterreich, Salzburg, Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Tirol. Band 2, Böhlau, Wien 2003, ISBN 3-205-99352-7.
  • Peter Walder-Gottsbacher: Nonntal – Innerer und Äußerer Stein in alten Ansichten. Europäische Bibliothek, Zaltbommel/Niederlande 1996, ISBN 90-288-6349-4.
  • Österreichische Kunsttopographie. Band XIII: Die profanen Denkmale der Stadt Salzburg. Wien 1914, S. 252ff.
  • Österreichische Kunsttopographie. Band XVI: Die Kunstsammlungen der Stadt Salzburg. Wien 1907, Sammlung Plason.
  Commons: Schloss Fürberg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Feiertag von Oberhausen In: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 1930, Kap. 12.
  2. Urkunde vom 29. April 1680, Salzburg
  3. In Anlehnung an einen Vortrag von Oberstleutnant der Res. Adolf Frank, Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 3. Februar 1924.
  4. Lujo Tonic-Sorinj: Erfüllte Träume. Kroatien. Österreich. Europa. Amalthea, Wien/ München 1982, ISBN 3-85002-142-4, S. 23.
  5. In: Eva Berger: Historische Gärten Österreichs : Garten- und Parkanlagen von der Renaissance bis um 1930. Böhlau, Wien 2002, ISBN 3-205-99477-9, S. 238. (online auf: books.google.at)
  6. Ernst Bacher: Die Mittelalterlichen Glasgemälde in Salzburg, Tirol und Vorarlberg. Böhlau, Wien 2007, ISBN 978-3-205-77653-6.