unbekannter Gast
vom 14.04.2018, aktuelle Version,

Schloss Jedenspeigen

Schloss Jedenspeigen
Entstehungszeit: 16. und 17. Jahrhundert
Erhaltungszustand: Erhalten oder wesentliche Teile erhalten
Ort: Jedenspeigen
Geographische Lage 48° 30′ 23,4″ N, 16° 51′ 56,2″ O
Höhe: 168 m ü. A.
Schloss Jedenspeigen (Niederösterreich)
Schloss Jedenspeigen
Westansicht des Schlosses

Das Schloss Jedenspeigen steht in der Marktgemeinde Jedenspeigen im östlichen Weinviertel in Niederösterreich. Das Schloss zeigt eine Ausstellung zur Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen.

Geschichte

1113 wurde Hiedungispuigin als Besitz des Klosters Melk erstmals erwähnt. 1278 fand in der Nähe des Schlosses die Schlacht zwischen Rudolf von Habsburg und Ottokar II. Przemysl statt. Von 1295 bis 1497 trat eine ritterliche Familie von Jedenspeigen, als Eigner auf, später die Familie von Steinpeiß (Steinpeiss).[1] Von 1524 bis 1574 traten die Lamberg den Besitz an.[1] Nach Georg Clam Martinic (vgl. 1991, S. 140) übernahm General Konrad von Pappenheim im Jahre 1578 das Schloss, welches anschließend im Jahre 1585 in den Besitz der Freiherrn von Kollonitsch überging;[1] gemäß Rudolf Büttner (vgl. 1982, S. 95 ff) soll dies aber bereits 1583 erfolgt sein.[2] Bis 1597 gehörte Jedenspeigen den Freiherrn von Kollonitsch, die das Schloss umbauen ließen. Nach mehreren Besitzerwechseln erwarben die Grafen Kollonitsch 1675 erneut die Herrschaft. 1874 vererbte Max Graf Kollonitsch Schloss und Herrschaft an die Erzdiözese Wien. Seit 1985 gehört das Schloss der Marktgemeinde Jedenspeigen.[3]

Gebäude

Südflügel des Innenhofs mit Arkadengang

Vom mittelalterlichen Bau ist nichts mehr erhalten. Das heutige Schloss ist ein vierflügeliger Bau aus dem 16. und 17. Jahrhundert. Eine Rampe führt über eine Brücke zum Schlosstor im Ostflügel. Über dem Tor befinden sich die Wappen von Georg Seyfried von Kollonitsch (1537–1599) und seiner Frau Helena Fuchsin von Fuchsberg. Das Tor wird durch den Schlossturm akzentuiert. Auf einem zweigeschossigen Quader sitzt ein achteckiger Aufbau mit einem flachen Pyramidendach. Im Südflügel des Innenhofs hat sich ein Arkadengang auf toskanischen Säulen erhalten. Der Westflügel wurde in den 1950er Jahren zu einem dreigeschossigen Schüttkasten umgebaut. Im Osttrakt des Schlosses befindet sich eine Ausstellung zur Schlacht bei Dürnkrut und Jedenspeigen[4].

Literatur

  • Rudolf Büttner: Burgen und Schlösser vom Marchfeld bis Falkenstein. Birken-Reihe, Wien 1982, 95 ff.
  • Georg Clam Martinic: Burgen und Schlösser in Österreich – von Voralberg bis Burgenland; Verlag A und M, St. Pölten/Wien/Linz 1991, 506 Seiten (Online)
  Commons: Schloss Jedenspeigen  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Georg Clam Martinic: Burgen und Schlösser in Österreich : von Voralberg bis Burgenland. A und M, St. Pölten, Wien und Linz 1991, S. 140.
  2. Rudolf Büttner: Burgen und Schlösser vom Marchfeld bis Falkenstein. Birken-Reihe, Berlin 1982, S. 95 ff.
  3. http://www.jedenspeigen.at/tourismus_swd_schloss.htm
  4. http://www.noemuseen.at/de/?tt=MUSEUM_R8&id=85953&ci=museum&oid=214