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vom 03.05.2017, aktuelle Version,

Schloss Pöggstall

Das Schloss Pöggstall (auch Schloss Rogendorf oder Schloss Roggendorf genannt) ist eine ehemalige Wasserburg im niederösterreichischen Waldviertel.

Schloss Pöggstall, Nordwestansicht (2013)

Geschichte

Der massige im Zentrum der gleichnamigen Marktgemeinde Pöggstall gelegene Bau stammt im Kern aus dem 13. Jahrhundert. Ein Ausbau erfolgte unter Kaspar von Roggendorf am Ende des 15. Jahrhunderts. Das Schloss gehörte lange Zeit den mächtigen Maissauern. Von 1795 bis 1919 war es im Besitz des Familienfonds welches zur Versorgung der Familienmitglieder von Kaiserin Maria Theresia und Kaiser Joseph II mit einem Teil des Vermögens von Kaiser Franz I ins Leben gerufen hatten. Die nahegelegenen Schlösser Persenbeug, Artstetten, Leiben und Luberegg bildeten das sogenannte "Habsburgerland". 1919 wurde der Fonds zugunsten der Republik Österreich enteignet und der Besitz dem Kriegsgeschädigtenfonds übereignet. 1986 wurde es von der Gemeinde Pöggstall käuflich erworben und dient musealen und kulturellen Zwecken.

Das Schloss in der Gegenwart

  • Museum für Rechtsgeschichte: Seit 1988 beherbergt das Schloss das 'Museum für Rechtsgeschichte', das im Wesentlichen die Objekte einer Sammlung umfasst, die der Jurist Hans Liebl (1873–1950) zusammengetragen und schließlich dem Niederösterreichischen Landesmuseum vermacht hat. Die Schau wurde zunächst ab 1940 im damals noch in Wien beheimateten Niederösterreichischen Landesmuseum gezeigt und aus Platzgründen 1967 nach Schloss Greillenstein verlegt. Nachdem der Greillensteiner Schlossbesitzer den Mietvertrag gekündigt hatte, fand die Sammlung 1988 auf Schloss Pöggstall ihren heutigen Standort. Ausschlaggebend für die Wahl von Schloss Pöggstall war die Tatsache, dass sich dort auch die einzige original erhaltene Folterkammer Österreichs befindet. Diese stammt aus dem Jahr 1593. Das Museum für Rechtsgeschichte wurde 2011 nach einem Umbau neu eröffnet.
Schloss und Kanonenrondell

Darüber hinaus beherbergt(e) das Schloss:

  • Schauraum über das Geschlecht der Rogendorfer (Schlossherren von 1478 bis 1601)
  • Imkereimuseum
  • Professor-Franz-Traunfellner-Dokumentation; geboren im Ort Pöggstall, lebte als Maler und Grafiker dort
  • Spielzeugmuseum

Niederösterreichische Landesausstellung 2017

Im April 2014 wurde Schloss Pöggstall als einziger Ausstellungsort für die Landesausstellung 2017 (Arbeitstitel: Alles was Recht ist) bekanntgegeben. (Nach Heldenberg (2005) waren hingegen die Landesausstellungen auf jeweils mehrere Orte aufgeteilt.) Rund 9 Mio. € sind für die Renovierung und Infrastrukturmaßnahmen, etwa Parkplätze am Ortsrand, vorgesehen. Schon vor der Spatenstichfeier Anfang November 2015 wurden bei archäologischen Untersuchungen und Grabungen einige Entdeckungen gemacht: 500 Jahre Wandgemälde, eine Gotische Halle, die später in 7 Räume zerteilt wurde, eine steinerne Kanonenkugel und ein 4 m tiefer Abgang. Die 500 Jahre alte Fassade wird mit modernen Restaurationsmethoden erhalten. Dem Innenhof zugewandt ist ein Arkadengang, der Renaissanceelemente aufweist.[1][2][3]

Seit Anfang Oktober 2015 ist das Schloss wegen Sanierung geschlossen, die Landesausstellung Alles was Recht ist ist für 1. April bis 12. November 2017 angekündigt.[4]

Literatur

  • Burgen, Stifte und Schlösser. Regionen Waldviertel, Donauraum, Südböhmen, Vysočina, Südmähren ISBN 978-3-9502262-2-5, S. 79 ff
  Commons: Schloss Pöggstall  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. http://noe.orf.at/news/stories/2765178/ Pöggstall: Kleiner Ort mit großer Aufgabe, orf.at, 27. März 2016, abgerufen 28. März 2016.
  2. http://noe.orf.at/news/stories/2740954/ Auftakt für Landesausstellung 2017, orf.at, 6. November 2015, abgerufen 28. März 2016.
  3. http://noe.orf.at/news/stories/2641165/ Landesausstellung 2017 in Pöggstall, orf.at, 10. April 2014, abgerufen 28. März 2016.
  4. Schloss Pöggstall: Blick in die Rechtsgeschichte orf.at, 13. Februar 2017, abgerufen 13. Februar 2017.