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vom 26.05.2017, aktuelle Version,

Schloss Pöls

Schloss Pöls in der Topographia Ducatus Stiria von Vischer

Das Schloss Pöls ist ein Schloss in der Gemeinde Dobl-Zwaring in der Steiermark. Seine Geschichte führt bis in die Mitte des 13. Jahrhunderts zurück. Es befindet sich in Privatbesitz.

Standort

Das Schloss steht auf einer kleinen Anhöhe am rechten Ufer der Kainach.[1]

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung des Anwesens als Salzburger Zehenthof erfolgte im Jahr 1244. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Hof von den Grafen Saurau ausgebaut. Zwischen 1794 und 1801 war das Schloss im Besitz von Ludwig Graf Galler, welcher darin eine Brauerei einrichtete. 1855 wurde das Anwesen von Friederike, Herzogin von Oldenburg, verehel. Freifrau v. Washington und Schwester von Königin Amalie von Griechenland, diese verehelicht mit König Otto I. aus dem Hause Wittelsbach sowie Cousin 1. Grades von Kaiser Franz Josef I. von Österreich, aus ihrer Hochzeitsausstattung gekauft. Der Besitz kam somit in die Hand der Freiherrn v. Washington = entfernte Verwandte des ersten US-Präsidenten. Ihr Sohn George v. W. überschrieb im Jahre 1924 seinen gesamten Besitz an seine 2. Frau, Maria v. W., verw. Kreuzig. Diese verkaufte 1928 das Schloss mitsamt den dazugehörigen Grundbesitz an den Gewerken Mahla. Nach diesem ging Schloss Pöls, nachdem ein großer Teil des Grundbesitzes an das österr. Bundesheer verkauft wurde, an die Familie Allesch welche seither Schloss Pöls mitsamt dem Gutsbetrieb als Eigen nennt. Das Schloss wurde im Jahr 1929 renoviert. [1][2]

Beschreibung

Das Schloss ist ein dreigeschossiger Zweiflügelbau. Im Hofeck befindet sich ein eingestellter, im Obergeschoss achteckiger Stiegenturm mit Spitzhelm und einem Arkadengang. An den Gebäudeecken befinden sich auf Säulen sitzende Kragstein-Erker, die ursprünglich von Zwiebelhelmen überdacht wurden.[1]

Im Inneren des Schlosses findet man zwei aus der Zeit um 1770 stammende Rokoko-Stuckdecken. Die Stuckdecke im zweiten Obergeschoss hat ein eingelassenes Deckenbild mit Venus und Amor aus dem ersten Viertel des 18. Jahrhunderts.[1]

Im ersten Obergeschoss des nördlichen Flügels befindet sich die ehemalige Schlosskapelle. Sie hat zwei gekuppelte Rundbogenfenster. Die reichen Stuckarbeiten stammen aus der Zeit zwischen 1660 und 1670 und sind mit Arbeiten des Johannes Baptist Cherubini verwandt.[1]

Das Wirtschaftsgebäude des Schlosses wurde laut einer Inschrift im Jahr 1739 erbaut.[1]

Literatur

  • Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 374.

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 Bundesdenkmalamt (Hrsg.): Dehio Steiermark (ohne Graz). 2. Auflage. Berger, Horn/Wien 2006, ISBN 3-85028-439-5, S. 374.
  2. Gemeindechronik. www.zwaringpoels.at, abgerufen am 28. Juli 2012 (deutsch).