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vom 05.09.2015, aktuelle Version,

Schloss Riedegg

Schloss Riedegg mit Burgruine Riedegg

Das Schloss Riedegg ist eine Schlossanlage in Oberösterreich und liegt in der Gemeinde Alberndorf im Mühlviertel, nördlich der Gemeindegrenze zu Gallneukirchen (Riedegg 1). Neben dem Schloss Riedegg befindet sich der erstmals 1150 erwähnte Vorgängerbau, die Burg Riedegg. Diese wurde im 17. Jahrhundert zum heutigen Schloss umgebaut. Seit 1936 befindet sich das Schloss im Besitz der Missionare von Mariannhill ist, die es zu einem Bildungshaus gemacht haben. Im Schloss ist ebenfalls ein Afrikamuseum untergebracht.

Geschichte

Schloss Riedegg Südansicht

Die sich damals im Besitz von Erasmus von Starhemberg befindliche Burg Riedegg wurde im Jahr 1529 wurde mithilfe türkischer Gefangener zum Schloss umgebaut. 1593 kam das Schloss an Reichard von Starhemberg. Laut einer Inschrift wurde das Schloss 1609 unter Reichard nach einem Brand komplett neu errichtet und der Vorgängerbau dem Verfall überlassen. Die Inschrift oberhalb des Eingangsportals lautet:

Sei gegrüßt, oh Fremder. Dieses Ahnenschloss, über dem seines alten hölzernen Baues wegen, gleichsam wie bei einem Vulkan, stets die Gefahr des Feuers schwebte und dem es auch an Wohnräumen mangelte, errichtete neu - nicht so sehr zum Gedenken an sich und seine Nachkommen als zu Deinem Vorteil, wenn es Dir gefallen sollte, gastlich hier zu weilen; zum Schmuck leitete er ferner in Bleirohren das Wasser vom benachbarten Hügel herab und fügte den Weingarten am Schlossberg andere Gärten hinzu: Richard Freiherr von Starhemberg, Herr von Wildberg, Riedeck, Lobenstein und der Grafschaft Schaunberg, Rat Kaiser Rudolf II., im Jahre nach der Geburt des Herren 1609.

Zit. nach Georg Grüll (1962, S. 110)
Schloss Riedegg nach einem Stich von Georg Matthäus Vischer von 1674

Um 1750 gehörten mitsamt der Herrschaft Breitenbruck 385 Untertanen zu Riedegg. 1933 verkaufte der Fürst Ernst Rüdiger Starhemberg das Schloss an den Engländer Slater, der es 1936 an die Missionare von Mariannhill verkaufte. Die Missionare errichteten in Riedegg zuerst ein Kloster, dann ein Schulzentrum samt Gymnasium sowie ein afrikanisches Missionsmuseum.[1]

Die Polytechnische Schule Gallneukirchens ist ebenfalls im Schloss untergebracht.[2] Zudem befinden sich im Schloss Mietwohnungen.

2015 soll das Schloss verkauft werden.[3]

Baubeschreibung

Das Schloss liegt auf einem Berg, der sich markant aus der umliegenden Ebene erhebt. Es ist ein Zweiflügelbau mit einem Innenhof. Die vormalige Zugbrücke ist durch eine Steinbrücke ersetzt worden. Das Schloss verfügt auch über eine Reiterstiege und eine kleine Kapelle. Neben dem Schloss befindet sich eine Gartenanlage, die von einer mächtigen Mauer aus Bruchsteinquadern gestützt wird.[4]

Afrikamuseum

Im Schloss ist seit der Renovierung in den 1970er Jahren ein kleines Afrikamuseum untergebracht und besitzt eine bemerkenswerte, ethnografische Sammlung. Es ist das einzige Afrikamuseum im Mühlviertel und die Geschichte und Kultur dieses Kontinents wird ebenfalls dargestellt.

Zu sehen sind ausgestopfte Tiere aus Transvaal und Oranje, Haushaltsgeräte des Zulustammes, Waffen (Speere, Pfeile, Äxte), Schmuck (Armbänder, Ringe, Ohrringe, Ketten) und religiöse Utensilien.

Literatur

  • Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.
  • Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich, Band 1: Mühlviertel. Birken-Verlag, Wien 1962.
  • Oskar Hille: Burgen und Schlösser von Oberösterreich. Wilhelm Ennsthaler, Steyr, 2. Auflage 1992, ISBN 3850683230.

Einzelnachweise

  1. Afrikamuseum Riedegg
  2. Homegape der Polytechnischen Schule Gallneukirchen
  3. Gernot Fohler: Mariannhiller verkaufen Schloss Riedegg. In: meinbezirk.at. 27. Mai 2015, abgerufen am 5. September 2015.
  4. Homepage Schloss Riedegg
  Commons: Schloss Riedegg  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien