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vom 01.10.2017, aktuelle Version,

Sorority (Österreich)

Der Verein Sorority. Verein zur branchenübergreifenden Vernetzung und Karriereförderung von Frauen in Österreich ist ein Frauennetzwerk mit Sitz in Wien, das 2013 von Katharina Brandl und Therese Kaiser initiiert wurde. Der Verein hat 400 Mitglieder und ist somit eines der größten Frauennetzwerke Österreichs. Der Verein richtet jährlich circa 40 Veranstaltungen mit feministischem Inhalt vor allem in Wien aus, darunter auch die Kulturreihe „femtrails“.

Gründung

Katharina Brandl und Therese Kaiser lernten sich im Zuge ihres gemeinsamen Studiums der Politikwissenschaft an der Universität Wien kennen und gründeten im Jahr 2013 gemeinsam mit einem Vorstand von vier weiteren Frauen (Sena Beganovic, Vera Mayer, Sandra Nigischer, Martina Schöggl) den Verein.[1] Der Fokus des Netzwerks lag zu Beginn auf Geschlechtergerechtigkeit am Arbeitsmarkt; wobei Brandl und Kaiser den Verein auch gründeten, da sie eine Lobby für Frauen, die auf Ungleichbehandlung auf unterschiedlichen Ebenen thematisiert, vermissten.[2] 2014 und 2015 veranstaltete der Verein vor allem monatliche Meet-Ups, die Mitgliederversammlungen, Netzwerktreffen, die allen interessierten Frauen, unabhängig von einer Mitgliedschaft offen standen.

Konzept

Das inoffizielle Motto der Sorority lautet „Wir sind viele!“ und gemäß dem Motto des Vereins wurden kleinteilige feministische Diskussionen zu Beginn vermieden, damit sich der Verein als Plattform für eine breite Masse an Frauen entwickeln konnte.[3] Brandl und Kaiser sprachen außerdem u. a. bei einem Talk beim Austria Film Meeting 2016 bei der Diagonale – Festival des Österreichischen Films über die Kernbegriffe der Vereinsarbeit: Solidarität, Autonomie und Netzwerk.[4] Der Verein bietet sowohl Veranstaltungsformate, die nur für Personen, die sich als Frauen identifizieren, konzipiert sind, sowie Formate, die für alle interessierte Personen zugänglich sind.[5]

Veranstaltungen

2014 und 2015 fokussierten sich die Aktivitäten des Vereins vor allem auf den Aufbau des Frauennetzwerks und auf die Durchführung von monatlichen Netzwerktreffen, den sogenannten Mitgliederversammlungen, die auch für interessierte Nicht-Mitglieder offen waren. Anfang 2015 führte der Verein seine erste öffentliche Veranstaltung, die Podiumsdiskussion „Deine Mutter“ in der Galerie König in Wien durch. Im Februar 2016 startete die Kunst- und Kulturreihe „femtrails“ des Vereins[6] mit einer Lesung von Stefanie Sargnagel, gefolgt von Führungen durch Ausstellungen von Margot Pilz im MUSA in Wien und mit Renate Bertlmann durch ihre Einzelausstellung in der Vertikalen Galerie in der Sammlung Verbund im Frühjahr 2016. Neben Screenings von Veronika Burgers Videoarbeiten im Angewandte Innovation Lab (AIL) der Universität für angewandte Kunst Wien und einem Gastspiel bei der Diagonale – Festival des Österreichischen Films, startete der Verein unter dem Namen „femtrails“ eine monatliche Clubreihe im Elektro Gönner, bei der nur weibliche DJs und VJs gebucht wurden. Es folgten Screenings von Filmen in Spielfilmlänge, unter anderem in Kooperation mit dem Arena Sommerkino.

Katharina Brandl und Therese Kaiser traten seit 2015 vermehrt als Diskutantinnen und Vortragende zu frauenpolitisch relevanten Themen auf, unter anderem bei der Maker Faire Wien, bei der „Diagonale“ und beim Europäischen Forum Alpbach. Sie sprechen auch über Hate-Speech im Netz und über die Hacking-Angriffe auf die Webseiten des Vereins.[7]

Im Oktober 2015 und 2016 veranstalteten Katharina Brandl und Therese Kaiser zudem das mehrtägige Format „Business Riot. Festival für Frauen, Arbeit und Unternehmerinnentum“ im Rahmen der Vereinsarbeit; die Vorstandsmitglieder Sandra Nigischer und Martina Schöggl gestalteten im Zuge des Festivals die Begleitpublikation „Business Riot ZINE“, die neben Programminformationen vor allem feministische redaktionelle Inhalte bereitstellte. Das Festival, insbesondere im Jahr 2016, erhielt breites Medienecho in Österreich und Deutschland.[8][9][10][11][12]

Mitgliedschaften

Der Verein zählte bis Ende 2016 400 Mitglieder.[13] Die Sorority ist seit Februar 2017 Mitgliedsorganisation des Österreichischen Frauenrings.[14]

Einzelnachweise

  1. Frauen-Netzwerk Sorority: „Wir sind kein Suder-Verein“ | PROFIL.at. In: profil.at. 18. Februar 2016 (profil.at [abgerufen am 6. Februar 2017]).
  2. STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H.: Business-Riot: Ein Aufstand mit Programm. In: derStandard.at. (derstandard.at [abgerufen am 6. Februar 2017]).
  3. Miriam Kummer: The Female Network. Schwesternschaft statt Männerbünde. STEIL - Magazin der HochschülerInnenschaft der Wirtschaftsuniversität, , abgerufen am 6. Februar 2017.
  4. Diagonale - Festival des Österreichischen Films, Programm des Branchentreffens „Austria Film Meeting“. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  5. 5 Thesen zum Feminismus mit Katharina und Therese von Sorority. In: The Gap. 15. Oktober 2015 (thegap.at [abgerufen am 6. Februar 2017]).
  6. elisabeth.mittendorfer: „Eine Persiflage von Männerbünden“. (kurier.at [abgerufen am 6. Februar 2017]).
  7. Gewalt gegen Frauen im Internet: Hacking-Angriff: So skurril läuft der Polizeibesuch. In: wienerin.at. (wienerin.at [abgerufen am 6. Februar 2017]).
  8. yvonne.widler: „Vor den Frauen sollen sich alle fürchten“. (kurier.at [abgerufen am 6. Februar 2017]).
  9. Newsletter: #SchweizerAufschrei | Indigenous People’s Day | Coming-out | US-Wahlen | Princess Nokia | Weltmädchentag | Pussy Riot Manifest | und mehr. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  10. Business Riot: "Männer sind Menschen wie wir" • WOMAN.AT. In: WOMAN.AT. 11. Oktober 2016 (woman.at [abgerufen am 6. Februar 2017]).
  11. medianet epaper. Abgerufen am 6. Februar 2017.
  12. Terminankündigung in der Tageszeitung "Die Presse" (Printversion), 21. Oktober 2016, http://www.businessriot.at/wp-content/uploads/2016/09/Business-Riot-Festival-noch-bis-Samstag-in-Wien_Die-Presse.pdf
  13. Persönliche Nachfrage bei Martina Schöggl (Vorstand, Mitgliederverwaltung)
  14. Mitglieder | Österreichischer Frauenring. Abgerufen am 6. Februar 2017.

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