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vom 07.11.2016, aktuelle Version,

Sperrsechserl

Als Sperrsechserl bezeichnete man in der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie ein Entgelt, das man an den Hausbesorger entrichten musste, damit dieser einem zwischen 22 Uhr und 6 Uhr das Haustor öffnete. Zu dieser Zeit hatten die Bewohner einer Wohnung kein Anrecht auf einen Haustorschlüssel und waren somit meist auf den Hausbesorger angewiesen. Neben einer Aufwandsentschädigung für den Hausbesorger stellte das Sperrsechserl eine Art Strafe für Personen, die nach 22 Uhr noch auf den Straßen unterwegs waren, dar. Der Name Sechserl rührt von dem üblichen Entgelt, das 20 Heller ausmachte und ursprünglich 6 Kreuzer entsprach.

Literatur

  • Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien : in 6 Bänden. Band 6, Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00741-0.