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vom 10.10.2017, aktuelle Version,

Spuren des Bösen

Seriendaten
Originaltitel Spuren des Bösen
Produktionsland Österreich
Originalsprache Österreichisches Deutsch
Jahr(e) 2010–
Produktions-
unternehmen
Aichholzer Filmproduktion
Länge 90 Minuten
Episoden 6 (Liste)
Genre Kriminalfilm
Erstausstrahlung 5. Januar 2011 auf ORF 2
Besetzung

Spuren des Bösen ist der Obertitel einer Thrillerreihe mit Heino Ferch in der Hauptrolle als Psychiater und Verhörspezialist[1] (Kriminalpsychologe[2]) Richard Brock. Die Koproduktion des ORF und des ZDF – unter der Regie von Andreas Prochaska – war ursprünglich als ein einzelner Kriminalfilm angelegt. Aufgrund des Erfolges bei Publikum und Kritik wurde die Ausweitung auf eine Kriminalfilmreihe beschlossen.[2] Die Drehbücher stammen von Martin Ambrosch.

Hauptrolle Richard Brock

Richard Brock ist ein Psychiater und Universitätsprofessor,[1] der nach dem von ihm als Behandlungsfehler mitverschuldeten Suizid seiner Ehefrau nicht mehr medizinisch arbeiten darf.[3] Neben seiner Arbeit als Dozent wird Brock immer wieder von der Wiener Polizei als Verhörspezialist zu Ermittlungen in besonderen Fällen in Wien und Umgebung hinzugezogen.[1] Seine Stärken sind das Verständnis menschlichen Handelns sowie Verhöre von Zeugen und Tätern. Privat ist Brock verschlossen, abweisend und lebt allein. Sein Verhalten führt regelmäßig zu Konflikten mit anderen und er arbeitet meist allein. Nur mit seiner Tochter Petra Brock hat er Kontakt, insbesondere da sie Polizistin ist. Oft ist Brock in den Fällen auch persönlich und über seine Arbeit als Psychologe hinaus involviert. Sein Stammlokal ist das Kaffee Urania im 3. Wiener Bezirk Landstraße,[2] das als Nachtkaffeehaus geführt real existierte, „Brocks eigentliches Zuhause“ (FAZ).

Die Filme zeichnen sich durch eine düstere Grundstimmung aus, die durch das zurückhaltende, verschlossene und abweisende Spiel Heino Ferchs getragen wird. Musik und Dramaturgie der Filme sind minimalistisch und konzentrieren sich auf die Darstellung der Abgründe der menschlichen Seele in der modernen Welt.

Episodenliste

Folge Titel Erstaus-
strahlung
Datum Deutschland Datum
1 Spuren des Bösen[4] ORF 2 5. Januar 2011[5] ZDF 10. Januar 2012 [1][6]
2 Racheengel ORF 2 27. Oktober 2012 arte 30. November 2012 [7]
3 Zauberberg ORF 2 4. Dezember 2013 ZDF 13. Januar 2014 [8][2]
4 Schande ORF 2 15. November 2014 ZDF 19. Januar 2015 [9]
5 Liebe ORF 2 17. Februar 2016 ZDF 29. Februar 2016[10] [11]
6 Begierde ORF eins 4. März 2017 ZDF 6. März 2017

Besetzung

1. Spuren des Bösen

Gastrollen:

2. Spuren des Bösen – Racheengel

3. Spuren des Bösen – Zauberberg

4. Spuren des Bösen – Schande

  • Heino Ferch: Richard Brock
  • Sabrina Reiter: Petra Brock, Polizistin und Tochter Brocks
  • Gerhard Liebmann: Klaus Tauber
  • Roland Silbernagl: Leo Jauk
  • Gerda Drabek: Frau Anni, Brocks Haushaltshilfe
  • Fritz Karl: Gerald Pliem
  • Maria Köstlinger: Paula Moser
  • Inge Maux: Brigitte Pliem

5. Spuren des Bösen – Liebe

6. Spuren des Bösen – Begierde

Weitere Nebenrollen

Hintergrund

Die Koproduktionen der Aichholzer Filmproduktion GmbH, dem ORF und dem ZDF sind vom Fernsehfonds Austria und der Fernsehfilmförderung des Filmfonds Wien gefördert. Für den auch am Semmering in Niederösterreich spielende Spuren-des-Bösen-Film Zauberberg[12] erhielt die Produktion zusätzlich vom Land Niederösterreich sowie der Cinestyria Filmcommission and Fonds.[8][13]

Am 24. Februar 2016 haben in Wien die Dreharbeiten zum Film Spuren des Bösen – Begierde begonnen.[11]

Heino Ferch zu seiner österreichischen Serienrolle am Ende der Dreharbeiten zum dritten Spuren-des-Bösen-Film Zauberberg:[7]

„Ich habe in Österreich studiert, war vor 25 Jahren im Mozarteum in Salzburg und ich habe schon da meinen Kulturschock von Norddeutschland ins lauschige Salzkammergut hinter mich gebracht. Seitdem bin ich sehr austrophil - und wahnsinnig gerne hier.“

Rezeption

„Und dann eben Heino Ferch, aufs Neue mit Dreitagebart und dem ewig halblangen, ewig gräulichen Übergangsmantel: Sein Richard Brock ist bereits der Aktualklassiker der Seelenkunde, lakonisch und knapp in den Fragen, die er stellt, brillant in den Kürzestanalysen und Kommentaren, mit denen er Kollegen wie Klienten aus Gefühls- und Denkblockaden lockt - dabei von immenser, stets unterkühlter, also authentischer Empathie. Obwohl ein „Piefke“, ist Richard Brock Sigmund Freuds höchst gegenwärtiger Statthalter in Wien, der Welthauptstadt aller Psychoanalyse.

Dass er dies sein kann, liegt nicht zuletzt an Martin Ambrosch, dessen Drehbuchsätze fachlich fundiertes Psychologen-Vokabular mit kolloquialer Normalität, also auch mit Wiener Schmäh, aufs beste vereinen. Seine Erfindungen sind überdies Brocks geniale Haushälterin Anni (Gerda Drabek), die aus Nestroys Volkstheater-Universum stammen könnte, und der unerschütterliche Wirt des „Kaffee Urania“ (Gerhard Liebmann), Brocks eigentliches Zuhause im dritten Wiener Bezirk.“

Jochen Hieber : In: Frankfurter Allgemeine [2]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Ferch, Proll und Steinhauer wandeln auf Prochaskas „Spuren des Bösen“. Präsentation des hochkarätig besetzten ORF-Thrillers. In: kundendienst.ORF.at, ohne Datum.
    ORF-Thriller „Spuren des Bösen“: Krimispannung mit Heino Ferch, Nina Proll und Erwin Steinhauer. In: programm.ORF.at, 10. Mai 2014 (Wiederholungstermin). Beide abgerufen am 1. März 2016.
  2. 1 2 3 4 5 Jochen Hieber: „Spuren des Bösen: Zauberberg“ im ZDF: Sigmund Freud hat einen neuen Statthalter in Wien. In: FAZ Feuilleton, 13. Januar 2014. Abgerufen am 1. März 2016.
  3. Rainer Tittelbach: Fernsehfilm „Spuren des Bösen“: Ferch, Proll, Andreas Prochaska. Eine zwanghaft reduzierte Persönlichkeit ermittelt! In: tittelbach.tv über den ersten Film, ohne Datum. Abgerufen am 1. März 2016.
  4. Anm.: Arbeitstitel war Spuren des Bösen: Sandag, vgl. auf der Website des Filmfonds Wien. Abgerufen am 1. März 2016. Nachträglich wird als Serienfilmtitel auch Spuren des Bösen – Das Verhör genannt.
  5. Anm.: Erstpräsentation bei der Listo Film in Wien am 15. Dezember 2010.
  6. Michael Hanfeld: „Spuren des Bösen“ im ZDF: Was man vergessen will, schreit um Hilfe. In: FAZ Feuilleton, 9. Januar 2012. Abgerufen am 1. März 2016.
  7. 1 2 Heino Ferch und Ursula Strauss wandeln auf den „Spuren des Bösen“. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 23. Oktober 2010. Abgerufen am 1. März 2016.
  8. 1 2 ORF-Premiere von „Spuren des Bösen – Zauberberg“. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 3. Dezember 2013. Abgerufen am 1. März 2016.
  9. „Vierter Spuren des Bösen“-Thriller von Andreas Prochaska mit Heino Ferch in der Hauptrolle. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 14. November 2014. Abgerufen am 1. März 2016.
  10. Anm.: Erstpräsentation außerhalb des deutschen Fernsehens am 19. Juni 2015 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen.
  11. 1 2 Heino Ferch, Hary Prinz, Juergen Maurer und die „Spuren des Bösen“. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 16. Februar 2016. Abgerufen am 1. März 2016.
  12. Anm.: Der Titel Zauberberg geht auf die namensgebende fiktive, „schäbige Pension am Semmering“ (Zitat FAZ, 13. Januar 2014) zurück. Dies ist wiederum eine Anlehnung an den „Zauberberg Semmering“. (Vgl. Semmering: Eisenbahn und Zauberberg in der Filmreihe Schätze der Welt. Erbe der Menschheit auf der Website des SWR. Abgerufen am 1. März 2016.)
  13. „Spuren des Bösen – Zauberberg“ am 04. 12. in ORF 2: FERNSEHFONDS AUSTRIA förderte mit rund 458.000 Euro. In: OTS-Presseaussendung der RTR – Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, 3. Dezember 2013. Abgerufen am 1. März 2016.
  14. Erfolg für „Spuren des Bösen – Zauberberg“ beim Deutschen FernsehKrimi-Preis 2014. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 17. März 2014. Abgerufen am 1. März 2016.
  15. Deutscher Schauspielerpreis geht an „Vorstadtweib“ Gerti Drassl. OTS-Meldung vom 22. September 2017, abgerufen am 23. September 2017.