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vom 17.05.2018, aktuelle Version,

Spuren des Bösen

Seriendaten
Originaltitel Spuren des Bösen
Produktionsland Österreich
Originalsprache Österreichisches Deutsch
Produktions-
unternehmen
Aichholzer Filmproduktion
Länge 90 Minuten
Episoden 7 (Liste)
Genre Kriminalfilm
Regie Andreas Prochaska
Drehbuch Martin Ambrosch
Produktion Josef Aichholzer
Erstausstrahlung 5. Januar 2011 auf ORF 2
Besetzung

Spuren des Bösen ist der Titel einer Thrillerreihe, in der Heino Ferch die Hauptrolle des Psychiaters und Verhörspezialisten[1] (Kriminalpsychologen) [2] Richard Brock spielt. Die Koproduktion des ORF und des ZDF unter der Regie von Andreas Prochaska war ursprünglich als einzelner Kriminalfilm angelegt. Aufgrund des Erfolges bei Publikum und Kritik wurde die Ausweitung auf eine Kriminalfilmreihe beschlossen.[2] Die Drehbücher stammen von Martin Ambrosch.

Richard Brock

Richard Brock ist ein Psychiater und Universitätsprofessor,[1] der nach dem von ihm aufgrund eines Behandlungsfehlers mitverschuldeten Suizid seiner Ehefrau nicht mehr medizinisch arbeiten darf.[3] Neben seiner Arbeit als Dozent wird Brock von der Wiener Polizei immer wieder als Verhörspezialist zu Ermittlungen in besonders diffizilen Fällen in Wien und Umgebung hinzugezogen.[1] Er zeichnet sich dadurch aus, dass er sehr gut nachvollziehen kann, warum Menschen so oder so handeln, was sich auch in seinen Verhören von Zeugen und Tätern niederschlägt.

Privat ist Brock, der allein lebt, eher verschlossen und abweisend. Daraus ergeben sich auch regelmäßig Konflikte mit anderen, zumal Brock es bevorzugt, allein zu arbeiten. Einzig mit seiner Tochter Petra, einer Polizistin, ist er in ständigem Kontakt. Oft ist Brock auch persönlich und über seine Arbeit als Psychologe hinaus in die abzuwickelnden Fälle involviert. Sein Stammlokal war bis zu dessen Schließung das „Kaffee Urania“ im 3. Wiener Bezirk Landstraße,[2] das als Nachtkaffeehaus geführt real bis Februar 2016 existierte, „Brocks eigentliches Zuhause“ (FAZ).

Die Filme zeichnen sich durch eine düstere Grundstimmung aus, die durch das zurückhaltende, verschlossene und abweisende Spiel Heino Ferchs getragen wird. Musik und Dramaturgie der Filme sind minimalistisch und konzentrieren sich auf die Darstellung der Abgründe der menschlichen Seele in der modernen Welt.

Episodenliste

Folge Titel Erstaus-
strahlung
Datum Deutschland Datum
1 Spuren des Bösen[4] ORF 2 5. Januar 2011[5] ZDF 10. Januar 2012[1][6]
Besetzung: Heino Ferch, Nina Proll, Stefan Kurt, Erwin Steinhauer, Gerti Drassl, Sabrina Reiter, Gerda Drabek, Gerhard Liebmann, Simon Hatzl, Doris Schretzmayer, Dany Sigel, Lisa Gadenstätter, Carmen Gratl, Christina Haller, Edita Malovcic, Michael Menzel, Christian Strasser, Ingrid Thurnher, Helmuth Häusler, Silvia Wohlmuth, Martina Ebm, Andreas Ferner
2 Racheengel ORF 2 27. Oktober 2012 arte 30. November 2012[7]
Besetzung: Heino Ferch, Sabrina Reiter, Karl Fischer, Gerhard Liebmann, Roland Silbernagl, Juergen Maurer, Gerda Drabek, Hannelore Elsner, Friedrich von Thun, Ursula Strauss, Bernhard Schir, Martin Oberhauser, Florian Teichtmeister, Vanessa Payer, Sonja Romei
3 Zauberberg ORF 2 4. Dezember 2013 ZDF 13. Januar 2014[8][2]
Besetzung: Heino Ferch, Cornelius Obonya, Ulrike Beimpold, Thomas Stipsits, Marie-Lou Sellem, Gerald Votava, Milica Bogojevic, Gerda Drabek, Patricia Aulitzky, David Oberkogler, Wolfgang Rauh, Gerhard Liebmann, Elena Dörfler, Margot Binder, Veronika Glatzner, Nelly Trapl
4 Schande ORF 2 15. November 2014 ZDF 19. Januar 2015[9]
Besetzung: Heino Ferch, Sabrina Reiter, Gerhard Liebmann, Gerda Drabek, Roland Silbernagl, Fritz Karl, Maria Köstlinger, Inge Maux
5 Liebe ORF 2 17. Februar 2016 ZDF 29. Februar 2016[10] [11]
Besetzung: Heino Ferch, Sabrina Reiter, Gerhard Liebmann, Roland Silbernagl, Juergen Maurer, Gerda Drabek, Hary Prinz, Maximilian Brückner, Christoph Luser, Cornelia Ivancan, Julia Jelinek, Cordelia Wege
6 Begierde ORF eins 4. März 2017 ZDF 6. März 2017
Besetzung: Heino Ferch, Julia Koschitz, Mavie Hörbiger, Benjamin Sadler, Harald Schrott, Matthias Hack, Sabrina Reiter, Gerhard Liebmann, Gerda Drabek, Frieda Mühl, Monika Klengel, Jürgen Heigl, Tobias Ofenbauer, Michael Thomas
7 Wut ZDF 29. Januar 2018
Besetzung: Heino Ferch, Tobias Moretti, Juergen Maurer, Sabrina Reiter, Gerhard Liebmann, Matthias Hack, Erwin Steinhauer, Werner Brix, Roland Silbernagl, Karin Lischka, Helmuth Häusler, Gerda Drabek, Carmen Gratl, Frieda Mühl

Besetzung

Schauspieler/in Rollenname Rollenzusatz / Bemerkung Folgen
Heino Ferch Richard Brock Polizeipsychologe der Wiener Polizei 1–7
Sabrina Reiter Petra Brock Polizistin und Tochter Brocks 1, 2, 4–7
Gerhard Liebmann Klaus Tauber Wirt des Café Urania, nach dessen Schließung Taxifahrer 1–7
Gerda Drabek Frau Anni Brocks Haushaltshilfe 1–7
Karl Fischer Ludwig Pfeiler 1, 2
Erwin Steinhauer Dr. Stefan Merz Sektionschef 1, 7
Carmen Gratl n.n. Ärztin 1, 7
Nina Proll Vera Angerer 1
Stefan Kurt Michael Sand 1
Gerti Drassl Maria Kemminger 1
Maria Köstlinger Anne Wels 1
Helmuth Häusler n.n. Spezialist 1
Silvia Wohlmuth n.n. Psychiaterin 1
Doris Schretzmayer n.n. 1
Lisa Gadenstätter Journalistin Gastrolle 1
Ingrid Thurnher als sie selbst Gastrolle 1
Christian Strasser n.n. Vera Angerers Kollege 1
Roland Silbernagl Leo Jauk 2, 4, 5, 7
Juergen Maurer Gerhard Mesek Dienststellenleiter 2, 5, 7
Hannelore Elsner Eva Ulmer 2
Friedrich von Thun Karl Ulmer 2
Ursula Strauss Maria Ulmer 2
Bernhard Schir Josef Bacher 2
Martin Oberhauser n.n. Einsatzleiter 2
Florian Teichtmeister Sebastian Ulmer 2
Vanessa Payer Paula 2
Sonja Romei n.n. 2
Marie-Lou Sellem Karin Staller Mutter des entführten Mädchens Aline 3
Ulrike Beimpold Monika Kramer 3
Thomas Stipsits Erich Wildner Polizist 3
Gerald Votava Haas 3
Patricia Aulitzky Sabine Hein 3
Cornelius Obonya Max Rieger 3
Fritz Karl Gerald Pliem 4
Maria Köstlinger Paula Moser Brocks heimliche Geliebte 4
Inge Maux Brigitte Pliem 4
Hary Prinz Klaus Willer 5
Maximilian Brückner Michael Auer 5
Christoph Luser Konstantin Steinmann 5
Cornelia Ivancan Uta 5
Julia Jelinek n.n. Ärztin 5
Cordelia Wege n.n. 5
Julia Koschitz Clara Rink 6
Mavie Hörbiger Eva Faller 6
Benjamin Sadler Johannes Rink 6
Harald Schrott Peter Bode 6
Matthias Hack Fritz Stadler 6, 7
Tobias Moretti Manfred Reiser Polizist, auf Abwege geratener Gegenspieler von Brock 7
Werner Brix Bernhard Schober 7
Karin Lischka Veronika 7
Helmuth Häusler Erich Hofer 7
Frieda Mühl n.n. Klaus Taubers Mutter 7
Simon Hatzl Idhofer Leiter Zeugenschutz
Dany Sigel Frau Seidl Juwelierin
Edita Malovcic n.n. Anwältin
Martina Ebm n.n. Sekretärin

Hintergrund

Die Koproduktionen der Aichholzer Filmproduktion GmbH, des ORF und des ZDF werden vom Fernsehfonds Austria und der Fernsehfilmförderung des Filmfonds Wien gefördert. Für den auch am Semmering in Niederösterreich spielenden Spuren-des-Bösen-Film Zauberberg[12] erhielt die Produktion zusätzliche Gelder vom Land Niederösterreich sowie der Cinestyria Filmcommission and Fonds.[8][13]

Am 24. Februar 2016 haben in Wien die Dreharbeiten zum Film Spuren des Bösen – Begierde begonnen.[11]

Heino Ferch zu seiner österreichischen Serienrolle am Ende der Dreharbeiten zum dritten Spuren-des-Bösen-Film Zauberberg:[7]

„Ich habe in Österreich studiert, war vor 25 Jahren im Mozarteum in Salzburg und ich habe schon da meinen Kulturschock von Norddeutschland ins lauschige Salzkammergut hinter mich gebracht. Seitdem bin ich sehr austrophil – und wahnsinnig gerne hier.“

Der Arbeitstitel der Reihe war Spuren des Bösen: Sandag, Nachträglich wird als Serienfilmtitel auch Spuren des Bösen – Das Verhör genannt. [14]

Rezeption

„Und dann eben Heino Ferch, aufs Neue mit Dreitagebart und dem ewig halblangen, ewig gräulichen Übergangsmantel: Sein Richard Brock ist bereits der Aktualklassiker der Seelenkunde, lakonisch und knapp in den Fragen, die er stellt, brillant in den Kürzestanalysen und Kommentaren, mit denen er Kollegen wie Klienten aus Gefühls- und Denkblockaden lockt – dabei von immenser, stets unterkühlter, also authentischer Empathie. Obwohl ein „Piefke“, ist Richard Brock Sigmund Freuds höchst gegenwärtiger Statthalter in Wien, der Welthauptstadt aller Psychoanalyse.

Dass er dies sein kann, liegt nicht zuletzt an Martin Ambrosch, dessen Drehbuchsätze fachlich fundiertes Psychologen-Vokabular mit kolloquialer Normalität, also auch mit Wiener Schmäh, aufs beste vereinen. Seine Erfindungen sind überdies Brocks geniale Haushälterin Anni (Gerda Drabek), die aus Nestroys Volkstheater-Universum stammen könnte, und der unerschütterliche Wirt des „Kaffee Urania“ (Gerhard Liebmann), Brocks eigentliches Zuhause im dritten Wiener Bezirk.“

Jochen Hieber : In: Frankfurter Allgemeine [2]

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 Ferch, Proll und Steinhauer wandeln auf Prochaskas „Spuren des Bösen“. Präsentation des hochkarätig besetzten ORF-Thrillers. In: kundendienst.ORF.at, ohne Datum.
    ORF-Thriller „Spuren des Bösen“: Krimispannung mit Heino Ferch, Nina Proll und Erwin Steinhauer. In: programm.ORF.at, 10. Mai 2014 (Wiederholungstermin). Beide abgerufen am 1. März 2016.
  2. 1 2 3 4 5 Jochen Hieber: „Spuren des Bösen: Zauberberg“ im ZDF: Sigmund Freud hat einen neuen Statthalter in Wien. In: FAZ Feuilleton, 13. Januar 2014. Abgerufen am 1. März 2016.
  3. Rainer Tittelbach: Fernsehfilm „Spuren des Bösen“: Ferch, Proll, Andreas Prochaska. Eine zwanghaft reduzierte Persönlichkeit ermittelt! In: tittelbach.tv über den ersten Film, ohne Datum. Abgerufen am 1. März 2016.
  4. Anm.: Arbeitstitel war Spuren des Bösen: Sandag, vgl. auf der Website des Filmfonds Wien. Abgerufen am 1. März 2016. Nachträglich wird als Serienfilmtitel auch Spuren des Bösen – Das Verhör genannt.
  5. Anm.: Erstpräsentation bei der Listo Film in Wien am 15. Dezember 2010.
  6. Michael Hanfeld: „Spuren des Bösen“ im ZDF: Was man vergessen will, schreit um Hilfe. In: FAZ Feuilleton, 9. Januar 2012. Abgerufen am 1. März 2016.
  7. 1 2 Heino Ferch und Ursula Strauss wandeln auf den „Spuren des Bösen“. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 23. Oktober 2010. Abgerufen am 1. März 2016.
  8. 1 2 ORF-Premiere von „Spuren des Bösen – Zauberberg“. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 3. Dezember 2013. Abgerufen am 1. März 2016.
  9. „Vierter Spuren des Bösen“-Thriller von Andreas Prochaska mit Heino Ferch in der Hauptrolle. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 14. November 2014. Abgerufen am 1. März 2016.
  10. Anm.: Erstpräsentation außerhalb des deutschen Fernsehens am 19. Juni 2015 auf dem Festival des deutschen Films in Ludwigshafen.
  11. 1 2 Heino Ferch, Hary Prinz, Juergen Maurer und die „Spuren des Bösen“. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 16. Februar 2016. Abgerufen am 1. März 2016.
  12. Anm.: Der Titel Zauberberg geht auf die namensgebende fiktive, „schäbige Pension am Semmering“ (Zitat FAZ, 13. Januar 2014) zurück. Dies ist wiederum eine Anlehnung an den „Zauberberg Semmering“. (Vgl. Semmering: Eisenbahn und Zauberberg in der Filmreihe Schätze der Welt. Erbe der Menschheit auf der Website des SWR. Abgerufen am 1. März 2016.)
  13. „Spuren des Bösen – Zauberberg“ am 04. 12. in ORF 2: FERNSEHFONDS AUSTRIA förderte mit rund 458.000 Euro. In: OTS-Presseaussendung der RTR – Rundfunk und Telekom Regulierungs-GmbH, 3. Dezember 2013. Abgerufen am 1. März 2016.
  14. Spuren des Bösen: Sandag, vgl. auf der Website des Filmfonds Wien. Abgerufen am 1. März 2016.
  15. Erfolg für „Spuren des Bösen – Zauberberg“ beim Deutschen FernsehKrimi-Preis 2014. In: OTS-Presseaussendung des ORF, 17. März 2014. Abgerufen am 1. März 2016.
  16. Deutscher Schauspielerpreis geht an „Vorstadtweib“ Gerti Drassl. OTS-Meldung vom 22. September 2017, abgerufen am 23. September 2017.