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vom 05.05.2020, aktuelle Version,

St. Felix (Südtirol)

St. Felix, November 2006, SSW Ansicht
St. Felix, ca. 1957, SSO Ansicht
St. Felix, 1909, SSW Ansicht

St. Felix (italienisch San Felice) ist ein Dorf in Südtirol und zusammen mit Unsere Liebe Frau im Walde eine der zwei Fraktionen der Gemeinde Unsere Liebe Frau im Walde-St. Felix.

Der Ort liegt im oberen Nonstal auf einer Seehöhe von 1250 m s.l.m.. Etwas östlich des Dorfs, das wegen seiner deutschsprachigen Bevölkerung zum Deutschnonsberg gezählt wird, liegt auf 1605 m s.l.m. der Felixer Weiher (italienisch Lago di Tret).

Kurzer historischer Überblick

St. Felix hieß bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts Caseid (ital. „casetta“ = kleines Haus, kleine Siedlung), das 1223 im Zusammenhang mit einem gewissen Vitus de Vasio (vom Schloss Vasio, zwischen Fondo und Brez) erstmals genannt wird. Der heutige Name bürgerte sich erst allmählich durch die Kirche zum Hl. Felix von Nola ein. St. Felix wurde erst 1864 durch Abtrennung von Unsere Liebe Frau im Walde eine selbstständige Gemeinde.

St. Felix gehörte bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zur Grafschaft Tirol und damit zu Österreich-Ungarn. Mit dem Vertrag von Saint-Germain kam das Dorf 1920 zusammen mit dem Großteil Tirols südlich des Alpenhauptkamms zu Italien. Als 1927 auf diesen ehemals österreichischen Gebieten die beiden Provinzen Bozen und Trient entstanden, wurde St. Felix wie auch die anderen Gemeinden des Deutschnonsbergs der mehrheitlich italienischsprachigen Provinz Trient zugeschlagen. Erst 1948 wurden das Dorf in die Provinz Bozen bzw. Südtirol eingegliedert. Von 1952 bis 1974 wurde die Gemeinde von den folgenden Bürgermeistern regiert: Alois Geiser (1952–1956), Johann Weiss (1956–1957), Franz Geiser (1957–1964) und Johann Weiss (1964–1974).[1] 1974 wurde St. Felix mit Unsere Liebe Frau im Walde zu einer gemeinsamen Gemeinde zusammengeschlossen.

Gerichtlich gehörte St. Felix bis 1964 zum Bezirksgericht Fondo, 1970 kam es an das Bezirksgericht Meran.

Kirchlich gehörte St. Felix ursprünglich zur Pfarre Fondo und erhielt 1723 einen Kuraten. 1693 war den Caseidern die Begräbnisstätte St. Christoph (etwa zwei Kilometer von St. Felix entfernt) vom Propst des Klosters Gries abgetreten worden. Von 1723 bis 1824 wurde St. Felix immer durch italienische Kuraten betreut.

Die Pfarrkirche zum Hl. Felix wurde 1742 errichtet, ein Turm folgte 1758 und 1902 wurde die Kirche erneuert.

Die Kirche zu St. Christoph wurde um 1500 erbaut an Stelle einer 1476 als längst bestehend bezeichneten älteren Kirche.

Das Patrozinium („Felixentag“, wie dieser Feiertag im Dorf genannt wird) wird am letzten Sonntag im August gefeiert.

Literatur

  • John W. Cole, Eric R. Wolf: The Hidden Frontier. Ecology and Ethnicity in an Alpine Valley, New York & London, Academic Press, 1974 (1999 with a new introd.); deutsch: Die unsichtbare Grenze. Ethnizität und Ökologie in einem Alpental. Folio-Verlag, Wien-Bozen 1995.
  • Margareth Lanzinger, Edith Saurer (Hrsg.): Ungleichheit an der Grenze. Historisch-anthropologische Spurensuche im alpinen Raum: Tret und St. Felix. Edition Raetia, Bozen 2010, ISBN 978-88-7283-373-5.
Commons: Sankt Felix  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.