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vom 23.05.2018, aktuelle Version,

Stadl (Adelsgeschlecht)

Stammwappen der Stadl (Stadler)

Die Herren von Stadl, auch Stadler und Stadel, waren ein uradeliges steirisches Rittergeschlecht, das 1597 in den Freiherrenstand und 1708 als von und zu Stadel-Kornberg in den Reichsgrafenstand erhoben wurde. Die Familie war in der Steiermark begütert, und gelangte durch die Erbschaft der Herren von Graben in Besitz von Kornberg (1564–1825) und der bedeutenden Herrschaft Marburg samt Amt und Schloss von Marburg an der Drau (1564-ca. 1620).

Geschichte

Schloss Stadl an der Raab 1681

Die Familie wurde erstmals im Jahre 1180 mit Hugo von Stadl erwähnt. Die Ritter Stadl waren ursprünglich Ministerialen der Wildoner und der Herren von Stubenberg. Vor 1265 errichteten sie ihre Stammburg Schloss Stadl. In weiterer Folge traten Familienmitglieder des Öfteren als Komture und Ritter des Deutschen Ordens und des Johanniterordens in Erscheinung.

Zu großem Reichtum und Ansehen gelangten die Stadler, als im Jahre 1539 Christoph Stadler (von Stadl) († 1552) Anna von Graben ehelichte. Über die Erbtochter der Kornberger Herren von Graben gelangten die Stadl in Besitz der reichen Grabenschen Erbgüter Kornberg, Marburg, der Obermarburg, dem Schloss Marburg und dem Amt Marburg an der Drau, Rohrbach, Grabenhofen, Liechtenberg und Krottenhofen. In weiterer Folge bewilligte Kaiser Maximilian den Stadlern die Vereinigung ihres Wappens mit dem der Herren von Graben (das Grabnerische mit dem aufrechten Spaten). Ihre politische Hochblüte hatte die 1597 in den Freiherrenstand und 1708 in den Reichsgrafenstand[1] erhobene Familie im 16. und 17. Jahrhundert, wo sie unter anderem einige Militärs, Politiker und Landeshauptleute der Steiermark stellten. 1620 veräußerten sie Obermarburg an die Grafen Zwickl genannt Khiesl, und 1825 Kornberg an die Fürsten von Liechtenstein.

Die Familie ist 1882 in männlicher Linie ausgestorben.

Familienmitglieder

  • Gottfried Freiherr von Stadl, Besitzer von Schloss Kornberg
  • Hans Rudolf von Stadl, Besitzer von Schloss Kornberg
  • Gottfried Freiherr von Stadl († 29. Mai 1627), Laufbahn: vor 1616 iö. Hofkriegsrat-Präsident, 1619 Generaloberst der kroatischen und Meer-Grenzen
  • Ferdinand Freiherr von Stadl (14. März 1643, † 20. Mai 1694), Laufbahn: 26. November 1683 Generalfeldwachtmeister, 10. September 1685 Feldmarschalleutnant, 28. Februar 1689 Feldzeugmeister, 15. Mai 1694 Feldmarschall
  • Franz Leopold Menzel von Stadl (1678–1747), österreichischer Genealoge und Historiker

Wappen

Wappen der Freiherren von Stadl

Das Stammwappen der Stadl zeigt in schwarzem Schild drei rot gewandete Arme (mit geschlossener Hand, es gibt auch Varianten mit offener Hand), weißem vorstehendem Hemd (oder Umschlag) und seitlich vier (sieben) goldenen Schellen oder Knöpfen.[2] Die Helmzier besteht aus zwei abgewinkelten Armen, die drei Straußenfedern (zwei schwarze, eine weiße) in die Höhe halten, die Helmdecken sind rot-schwarz. Das Freiherrnwappen ist geviert mit dem Stammwappen als Herzschild, daneben das Wappen der Herren von Graben (Spaten).

Verwandte Geschlechter

Die Stadl waren mit zahlreichen steirischen Edelgeschlechtern wie den Herberstein, Galler, Graben, Breuner, Kollonitsch und den Attems durch Heirat verbunden.

Literatur

  Commons: Stadl family  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Genealogisches Taschenbuch der deutschen gräflichen Häuser: 1846. S. 606
  2. ursprünglich soll das Wappen nur aus einem Arm bestanden haben, weil aber ein Stadler wie drei gegen die Türken gekämpft habe, wurde es auf drei Arme vermehrt. Ein Ritter von Stadl soll die Hand als Feigenhand dargestellt haben. (siehe Joseph Hammer von Purgstall: Die Gallerinn auf der Riegersburg, Teil 1, Darmstadt 1845. S. 19 f eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).