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vom 07.02.2017, aktuelle Version,

Stadtpfarrkirche Bad Radkersburg

Stadtpfarrkirche hl. Johannes der Täufer
Freskenrest Hand mit Kirchengebäude und Schriftfragmente (um 1400) von Johannes Aquila

Die römisch-katholische Stadtpfarrkirche Bad Radkersburg steht in der Stadt Bad Radkersburg in der Steiermark. Die Pfarrkirche hl. Johannes der Täufer gehört zum Dekanat Radkersburg in der Diözese Graz-Seckau. Die Kirche steht unter Denkmalschutz.

Geschichte

Die Kirche wurde 1402 in einer Urkunde genannt. Eine selbständige Pfarre wird nach der Abtrennung von der 1545 abgetragenen Ruprechtskirche im heute slowenischen Oberradkersburg für das Ende des 15. Jahrhunderts angenommen. Die gotische Pfeilerbasilika aus dem 14. Jahrhundert wurde spätgotisch verändert. Im späten 19. Jahrhundert wurden die Gewölberippen großteils abgeschlagen und das Gewölbe im Chor erneuert. 1972 erfolgte eine Innenrestaurierung und 1980 erfolgte eine Außenrestaurierung.

Architektur

Die Westfassade der Gründungskirche wurde unmittelbar in die westliche Stadtmauer des 14. Jahrhunderts eingebunden und ist der älteste Teil des dreischiffigen vierjochigen Langhauses. Das Mittelschiff hat mächtige Pfeilerarkaden und darüber Lichtgaden unter einer spitzbogigen Stichkappentonne auf halbrunden Wanddiensten. Die niedrigeren Seitenschiffe wurden nach einem Brand im 16. Jahrhundert neu gewölbt. Im südlichen Seitenschiff und im westlichen Joch des nördlichen Seitenschiffes sind die Sternrippengewölbe erhalten. Es nach Norden aus der Achse verschoben schließt im Osten der zweijochige Chor mit Fünfachtelschluss, um 1400 erbaut, an das Langhaus an. Als Baumeister des Chores, des Treppenturmes und der Sakristei wird Johannes Aquila angenommen. In der Chorecke, zwischen dem Hauptportal in das südliche Seitenschiff und dem Chor, ist ein Treppenturm. Außen an der Wand des Treppenturm sind Freskenreste von Johannes Aquila sichtbar, welche eine Hand mit dem Attribut eines Kirchengebäudes (vermutlich eine Darstellung des hl. Wolfgang von Regensburg oder des hl. Virgil von Salzburg) und Schriftfragmente zeigen. Die Strebepfeiler des Chores sind dreifach abgetreppt. Der polygonale Chorschluss zeigt außen eine spätgotische Büste des Baumeisters. Auch um 1400 wurde in der nördlichen Chorecke eine Sakristei erbaut. In der südlichen Chorwand ist eine zierliche gotische Sessionsnische mit Blendarkaden. Im Chorschluss sind drei spitzbogige Sakramentsnischen. In der nördlichen Chorwand ist das Sakristeiportal mit einem Kielbogen und spätgotischen Beschlägen der Türe. Die spätgotische Aufgang zur Empore im südlichen Seitenschiff sind Wappen der Bischöfe Matthias Scheit und Christoph von Zach. Die Orgelempore aus dem 18. Jahrhundert in den Westjochen ruht im Mittelschiff auf zwei weiteren Säulen. Eine Inschrifttafel aus 1515 bezieht sich auf die Errichtung des Fronbogens mit Niklas Wechsler. Der Westturm mit einem quadratischen Sockelgeschoss mit einem verstäbten Spitzbogenportal hat achteckige Obergeschosse und ein achtteiliges Zeltdach. An der Westseite wurden 1972 zwei vermauerte spätgotische Maßwerkfenster freigelegt. Im südlichen Seitenschiff ist ein reich gestaltetes Hauptportal mit Figurenbaldachinen aus Aflenzer Sandstein aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts.

Außen und innen hat die Kirche Marmorgrabsteine und Epitaphien aus dem 15. bis 18. Jahrhundert.

Ausstattung

Der Hochaltar ist aus 1906 zeigt das Gnadenbild Schwarze Madonna von Tschenstochau aus dem 18. Jahrhundert. Die zwei Seitenaltäre um 1750 zeigen links ein spätgotisches Kruzifix um 1510. Die Kanzel um 1790. Unter der Orgelempore ist ein bemerkenswertes Bild Tod des heiligen Josef aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Empore zeigt das Altarblatt Taufe Christi des ehemals barocken Hochaltars aus 1720 des Malers Alois Bogner, 1855 restauriert vom Maler Josef Wonsiedler. Es gibt einige spätbarocke Heiligenfiguren. Das intarsierte Chorgestühl mit dem teilweise erneuerten Kirchengestühl ist aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das schmiedeeiserne Kommuniongitter zeigt die Angabe JCRB 1746.

Die Orgel wurde 1963 umgebaut. Es gibt eine Glocke aus 1836.

Literatur

  • Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Steiermark (ohne Graz) 1982. Bad Radkersburg, Stadtpfarrkirche hl. Johannes der Täufer, Dechanthof, S. 36–37.
  • Stadtpfarrkirche Johannes der Täufer. S. 52–59. In: Bettina Habsburg-Lothringen, Beatrix Vreča: Bad Radkersburg. Stadt und Region. Tourismusverband Bad Radkersburg und Radkersburg Umgebung, Bad Radkersburg 2009, ISBN 978-3-200-01642-2.
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