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vom 26.05.2018, aktuelle Version,

Stefanie Moshammer

Stefanie Moshammer (* 15. November 1988 in Wien) ist eine österreichische Künstlerin und Fotografin.

Leben

Moshammer wuchs im 11. Wiener Bezirk als Tochter einer Lehrerin und eines Polizeibeamten auf.

Vom Gymnasium wechselte Moshammer an eine Wiener Modeschule, um dort mit dem Berufsziel Modedesignerin Textildesign zu studieren. Mit neunzehn Jahren besuchte sie das Kolleg Grafikdesign an der Höheren Graphischen Bundes-Lehr- und Versuchsanstalt in Wien, um sich dem Kommunikationsdesign zuzuwenden. Dort gab es eine Fotografieklasse und einen Lehrer, der ihr die Welt der Fotografie näher brachte. Anschließend absolvierte Moshammer den Bachelor-Studiengang Grafik-Design und Fotografie an der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz. Im Anschluss daran widmete sich Moshammer dem Bachelor-Lehrgang Advanced Storytelling an der Danmarks Medie- og Journalisthøjskole (Dänische Schule für Medien und Journalismus) in Aarhus, Dänemark.

Moshammer selbst sieht sich als Dokumentarfotografin und nicht als Fotojournalistin, wie sie im Gespräch mit dem Zeit-Magazin betont.[1] Die Fotografien selbst bewegen sich zwischen Dokumentation und Kunst.

Schaffen & Werke

Die Serie Oma und Opa, die ein persönliches Porträt der Großeltern der Künstlerin zeigt, wurde 2012 für das Halbfinale des Adobe Design Achievement Awards ausgewählt.

2014 wurde Moshammers Serie Broteske Welt in der Ausstellung Kunstgenuss Essen – Von der Linzer Torte bis zur Bosna neben Werken von Maria Lassnig, Valie Export, Hermann Nitsch, Edward Weston, Marie-Louise von Motesiczky und anderen im Nordico Stadtmuseum in Linz, Österreich gezeigt.[2] Stefanie Moshammer versteht die Arbeit als eine Kritik an dem grotesken und in ihren Worten fast lächerlichen Umgang mit Brot.[3] Moshammers Arbeit wurde bereits 2012 im Zuge der internen Ausstellung BestOff 2012 an der Kunstuniversität Linz präsentiert.

Absent Presence[4] eine Arbeit, die 2014 über Kalkutta entstanden ist, wurde im Purple Magazine veröffentlicht.[5] Die Bilderserie soll bildhaft auf die soziale Situation der Frauen im Vergleich zu den Männern in Indien aufmerksam machen.

Der Fotoband Vegas and She[6], basierend auf der 2014 verfassten Bachelorarbeit an der Kunstuniversität Linz[7], erschien 2015 in der Fotohof Edition und zeigt Fotografien, die in Las Vegas entstanden sind. Sieben Frauen im Alter von 21 bis 50 Jahren, die als Stripperinnen ihren Lebensunterhalt verdienen, wurden von Moshammer porträtiert, dabei entstand ein ungewöhnliches Städteporträt über Las Vegas und ihre Bewohner.

Mit ihrem Projekt I Can Be Her[8] setzte sich Moshammer mit einer Liebeserklärung eines Fremden, die sie während ihres Las Vegas-Aufenthalts erhielt, auseinander. Der Brief, an das Austrian Girl gerichtet, veranlasste Moshammer im Gegenzug dazu, die Welt um diesen Mann herum mit Fotografien zu erbauen. Als erste österreichische Künstlerin (seit Bestehen des Magazins) widmete ihr das Magazin der deutschen Wochenzeitung Die Zeit mit der Ausgabe Nr. 40 vom 22. September 2016 eine Gesamtausgabe über dieses Projekt.[9]

Moshammers Fotostrecke Land of Black Milk[10] über die Favelas von Rio de Janeiro wurde 2016 in einer Ausstellung in der Galerie OstLicht gezeigt. Das Zeit-Magazin veröffentlichte die Arbeit unter dem Titel Die Farben der Stadt in der Ausgabe 33 vom 4. August 2016 als Cover-Story kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele in Rio.

Das 2001 von der Agentur Vandejong Amsterdam und dem Fotografiemuseum Amsterdam (Foam) gegründete internationale Fotografie Magazin foam zählte Stefanie Moshammer zu den FOAM-Talenten 2016 – den vierundzwanzig vielversprechendsten jungen Fotografen, die die Zukunft der Fotografie nachhaltig prägen könnten.[11] Das Projekt Land of Black Milk wurde im Zuge des FOAM Talent 2016 ausgewählt und in den USA sowie den Niederlanden ausgestellt.

The Gap zählte 2016 Stefanie Moshammer, neben Helga Traxler, Alex Dietrich u. a. zu jenen spannendsten 20 Fotografen, welche die Fotografen-Szene Österreichs nachhaltig mitgestalten.[12]

Publikationen (Auswahl)

Ausstellungen (Auswahl)

2015

  • Photo-Festival of Rome, 2015: I Can Be Her – Rom, Italien
  • Gruppenausstellung: Vegas and She – gemeinsam mit Iris Andraschek, Galerie Fotohof, Salzburg, Österreich

2016

  • Solo Exhibition: Vegas and She & Land of Black MilkGalerie OstLicht, Wien, Österreich
  • Gruppenausstellung: I Can Be Her, Nu Nudes – anlässlich des europäischen Monats der Fotografie, SWDZ Galerie, Wien, Österreich
  • Viennacontemporary Art Fair, 2016: – Galerie OstLicht, Marx Halle, Wien, Österreich
  • Gruppenausstellung: Young Gods, The Body Politic – mit Karin Fisslthaler, Ulrike Lienbacher, Christopher Mavric und Erwin Polanc, Gallery of Photography, Dublin, Irland
  • Foam Talent Exhibition, 2016: Land of Black Milk – Gallery Mercatorplain/Unseen Photo Fair Festival, Amsterdam, Niederlande

2017

  • Foam Talent Exhibition, 2016: Land of Black Milk – Red Hook Labs, Brooklyn NY, USA
  • ÖsterreichBilder, Salzburg Museum, Salzburg, Österreich
  • Photo London, Sommerset House, London, Großbritannien
  • Foam Talent Exhibition, 2017: Land of Black Milk – Beaconsfield Gallery Vauxhall, London, Großbritannien
  • Land of Black Milk, Gallery Mercatorplein x Foam 3h, Ausstellung im öffentlichen Raum, Amsterdam, Niederlande
  • A Room Of One’s Own, Wetterling Gallery, Stockholm, Schweden
  • ING Unseen Talent Show, Unseen Photo Fair, Amsterdam, Niederlande
  • Fotodoks Festival, Lothringer13 Halle, München, Deutschland
  • Tomorrow of Yesterday, Foam Photography Museum, Solo Exhibition, Amsterdam, Niederlande

Awards

  • Gewinner des C/O Berlin Talent Award, 2017 – vergeben durch das Fotografie Museum C/O Berlin in Deutschland
  • Nominierung für Ing Unseen Talent Award, 2017 – jährlicher internationaler Wettbewerb für junge Künstler (Shortlist)
  • Florentine Riem Vis Grant, 2017 – vergeben durch das Fotografie Museum Foam in Amsterdam
  • Plat(t)form – Fotomuseum Winterthur, 2017
  • FOAM Talent, 2016 – vergeben durch das in Amsterdam ansässige internationale Fotografie-Magazin Foam[14]
  • Nominierung für Ing Unseen Talent Award, 2016 – jährlicher internationaler Wettbewerb für junge Künstler (Longlist)[15]
  • Nominierung für Unseen Dummy Award, 2016 – jährlicher internationaler Wettbewerb für Fotobücher (Shortlist)[16]
  • Nominierung für Author Book Award, 2015 – anlässlich des Fotobuch-Festivals Les Rencontres d'Arles (Shortlist)
  • Nominierung für Adobe Design Achievement Award, Kategorie Fotografie, 2012 – jährlicher internationaler Wettbewerb für Studenten von Gestaltung mit digitalen Medien (Semifinale)[17]

Einzelnachweise

  1. Interview mit Stefanie Moshammer In: ZEITmagazin, 11. Oktober 2016, abgerufen am 25. Januar 2017
  2. NORDICO: Kunstgenuss Essen, Pressemitteilung In: linz.at, abgerufen am 25. Januar 2017. (PDF, 263 kB)
  3. Kunstuni Linz/Galerie Arbeiten: Broteske Welt, Fotografie, 2012 In: ufg.ac.at, abgerufen am 25. Januar 2017.
  4. Moshamer: Absent Presence, 2014
  5. Absent Presence in Kolkata In: Purple Travel, 30. März 2015, abgerufen am 25. Januar 2017.
  6. Moshammer: Vegas and She, 2014–2015
  7. Vegas and She, Fotobuch – Bachelorarbeit Grafik-Design & Fotografie, 2014 In: ufg.ac.at, abgerufen am 25. Januar 2017.
  8. Moshammer: I Can Be Her, 2015
  9. Marco Weise: Das Zeit-Magazin widmet Stefanie Moshammer eine Ausgabe In: kurier.at, 21. September 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  10. Moshammer: Land of Black Milk, 2016
  11. Talent – 24 young artists shaping the future of photography, #45/2016 In: Foam Magazine 45/2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  12. Amira Ben Saoud, Theresa Ziegler: Die 20 interessantesten FotografInnen Österreichs In: thegap.at, 13. Dezember 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  13. Zeit-Magazin: I Can Be Her, Veröffentlichung #40/2016
  14. Award Foam Talent 2016: selected photographers In: foam.org, 5. Juli 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  15. Ing Unseen Talent Award 2016: Nominee Longlist In: unseenamsterdam.com, abgerufen am 25. Januar 2017.
  16. Unseen Dummy Award 2016: Shortlist In: unseenamsterdam.com, 31. August 2016, abgerufen am 25. Januar 2017.
  17. Nominierung für den Adobe Design Achievement Award In: ufg.ac.at, 2012, abgerufen am 25. Januar 2017.