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vom 18.12.2017, aktuelle Version,

Sterntalerhof

Sterntalerhof
Rechtsform Mildtätiger und gemeinnütziger Verein
Gründung 1999
Sitz Loipersdorf-Kitzladen, Burgenland (Österreich)
Leitung Geschäftsführer: Harald Jankovits;

Gründer: Peter Kai und Regina Heimhilcher

Mitarbeiter 20 feste und über 40 freiwillige Mitarbeiter
Branche ganzheitliche, familienorientierte Lebensbegleitung von Menschen in Krisensituationen, mit dem Schwerpunkt Kinder und deren Familienangehörige
Website www.sterntalerhof.at

Der Sterntalerhof ist ein Hospiz für chronisch und unheilbar kranke Kinder, aber auch ein Erholungsort für Angehörige im südlichen Burgenland in Österreich. Die gesamte Palette von Betreuungsmaßnahmen für Familien mit einem unheilbar kranken Kind wird hier angeboten. Über 100 Kinder werden jedes Jahr stationär, rund 1000 Kinder und Familien werden ambulant und mobil betreut.

Der Sterntalerhof wurde 1999 als Sozialprojekt von dem Diakon Peter Kai und der Psychotherapeutin Regina Heimhilcher gegründet. Da der Sterntalerhof keine Unterstützung von der öffentlichen Hand bekommt, finanziert sich die Einrichtung rein über Spenden. Der Sterntalerhof ist Träger des Österreichischen Spendengütesiegels und ist Gemeinwohlökonomie-zertifiziert.

Die Vision der Gründer war und ist es, jede Familie, die „aufgrund einer lebensbedrohlichen oder lebenslimitierenden Erkrankung ihres Kindes in eine psychosoziale Ausnahmesituation gerät, aufzufangen und zu stützen. Die Organisation versteht Hospiz im ursprünglichen Sinn, nämlich als einen Ort der Erholung, an dem Zuversicht wieder keimen kann“.[1]

Geschichte

Die Idee dieser Einrichtung hatte Gründer Peter Kai während seiner Tätigkeiten als Therapeut am St. Anna Kinderspital und AKH Wien. Damals erkannte er, dass sich viele Familien nach dem Krankenhausaufenthalt des Kindes überfordert fühlten, weil die therapeutische Hilfe und Unterstützung für sie von einem Tag auf den anderen vorbei war. Gemeinsam mit Regina Heimhilcher (Psychotherapeutin und Lehrwart für Voltigieren) wollte er belasteten Familien eine bis dato nicht existierende Möglichkeit der Begleitung und Betreuung eröffnen. Die gesamte Familie eines schwer kranken Kindes gerät in eine physische und psychische Ausnahmesituation, die nach einem Rastplatz, nach ganzheitlicher Begleitung, ungeteilter Aufmerksamkeit sucht und jemanden braucht, der sich für sie Zeit nimmt und ihnen „Herberge“ gewährt.[2]

Harald Jankovits lernte 2003 die Gründer kennen und stieg ehrenamtlich in das Projekt ein, um das Sozialprojekt als einer nachhaltigen Organisation zu etablieren. Kai erhielt 2008 vom Lions Club in Wien den „Goldenen Löwen“ für den Sterntalerhof.[3] 2010 feierte der Sterntalerhof sein zehnjähriges Bestehen. Der Sterntalerhof hat in über einem Jahrzehnt Aufbauarbeit ein fachliches wie betriebswirtschaftliches Modellprojekt aus stationärer Betreuung, mobiler Versorgung und ambulanter Begleitung entwickelt. 2010 wurde die räumliche Infrastruktur ausgebaut. Kinder und Familien können stationär betreut werden. 2012 wurde Kai Österreicher des Jahres in der Kategorie „Humanitäres Engagement“.[4] 2013 weitete der Sterntalerhof seine mobile Betreuung von Familien durch ein Partnernetzwerk aus, bestehend aus Therapeuten, Sozialarbeitern und Freiwilligen. 2014 nahm die burgenländische Snowboard-Olympiasiegerin Julia Dujmovits als Botschafterin des Sterntalerhofs am Vienna Charity Run teil.

Tätigkeiten

Der Sterntalerhof betreut lebensbedrohlich erkrankte Kinder und deren Familien. Er leistet im Rahmen von Palliative Care neben spezieller Pflege auch Sterbe- und Trauerbegleitung, ermöglicht stationäre, mobile und ambulante Betreuung der Kinder und betroffenen Familien. Zu den Therapien gehört das therapeutische Reiten, die tiergestützte Interventionen mit Hunden, Heilpädagogik, Kunst- und Musiktherapie, Seelsorge und palliativmedizinische Betreuung. Die mobile Therapie versteht sich als Assistenz der Familien (mit Hilfe von Partnernetzwerken mit Familienbegleitern, sozialen Dienste und Therapeuten). „Geschwisterwochen“ sind ein Angebot für gesunde Geschwister.

Generell ist der Alltag am Sterntalerhof geprägt von Ritualen, wie zum Beispiel dem Morgenkreis, dem Läuten der Mittags- und Abendglocke, dem Mittagessen und dem Versorgen der Tiere.[5] Neben 20 hauptamtlichen Mitarbeitern sind 40 nebenberuflich bzw. ehrenamtlich tätige Mitarbeiter tätig. Weitere 100 Menschen sind projektbezogen immer wieder in Tätigkeiten eingebunden.

Einzelnachweise

  1. Sterntalerhof: Freude in der Hoffnungslosigkeit schwerkranker Kinder auf derstandard.at vom 22. August 2011.
  2. Sterntalerhof Burgenland auf pferdeplus.com vom 2. August 2012.
  3. "Goldener Löwe" für Sterntalerhof - Lions Club Wien zeichnet Seelsorger Peter Kai für sein Lebenswerk aus auf ots.at vom 16. September 2008.
  4. Sterntalerhof: Kai ist Österreicher des Jahres auf orf.at vom 27. Oktober 2009 oder Peter Kai: Abstellplatz für den Rucksack der Gefühle auf diepresse.com vom 11. September 2009.
  5. Das Schicksal erträglicher machen auf kurier.at vom 13. Februar 2014.