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vom 25.08.2018, aktuelle Version,

Stettiner Hütte

Stettiner Hütte
Stettiner Hütte (in unbeschädigtem Zustand 2007), vom Eisjöchl aus gesehen.

Stettiner Hütte (in unbeschädigtem Zustand 2007), vom Eisjöchl aus gesehen.

Lage Pfelderer Tal, Eisjöchl, am Südgrat der Hochwilde; Südtirol, Italien
Gebirgsgruppe Ötztaler Alpen
Geographische Lage: 46° 45′ 25,3″ N, 11° 1′ 42,8″ O
Höhenlage 2875 m s.l.m.
Stettiner Hütte (Südtirol)
Stettiner Hütte
Besitzer Autonome Provinz Bozen – Südtirol
Erbaut 1895/1897
Bautyp Hütte
Übliche Öffnungszeiten Anfang Juli bis Ende September
Weblink Homepage der Stettiner Hütte
Hüttenverzeichnis ÖAV DAV
p6
p1
p8

Die Stettiner Hütte (Schreibweise auch Stettinerhütte; auch Eisjöchlhütte, italienisch Rifugio Francesco Petrarca) ist eine Berghütte in den Ötztaler Alpen in Südtirol. Die Hütte (2875 m s.l.m.) liegt mitten im Naturpark Texelgruppe östlich wenig unterhalb des Eisjöchls (2895 m s.l.m.). Das Eisjöchl ist ein Übergang zwischen dem Pfelderer Tal und dem Pfossental und verbindet den Ötztaler Hauptkamm (Schnalskamm, Gurgler Kamm) mit der Texelgruppe.

Im Februar 2014 wurde die Hütte durch eine Lawine stark beschädigt. Inzwischen wurde die Hütte mit Ausnahme der Fundamente abgerissen. In einer provisorischen Holzhütte wird bis zur Wiedererrichtung der Hütte eine Jausenstation betrieben. Übernachtungen sind zwischenzeitlich wieder möglich, hierzu gibt es neben einem Mehrbettzimmer im Provisorium der Hütte seit Juli 2017 ein Zeltcamp, bestehend aus sechs Zelten vor der Hütte.

Geschichte

Tony Grubhofer: Stettiner Hütte (1899)

Die ursprüngliche Hütte wurde zwischen 1895 und 1897 von der Sektion Stettin des DÖAV zusammen mit dem Wegebau zum Pfelderer Tal errichtet, in den Jahren 1900 und 1913 wurde diese erste kleine Hütte erweitert.[1] 1922 wurde die Sektion Stettin enteignet und die Hütte der Sektion Padua des CAI übergeben. Später wurde sie von der CAI-Sektion Bozen übernommen. 1931 zerstörte eine Lawine die Hütte teilweise. Seit dem Wiederaufbau wurde sie von der CAI-Sektion Meran bewartet. Zwischen den Jahren 1965 und 1972 war die Hütte vom italienischen Militär besetzt, anschließend wurde sie wieder bewirtschaftet. Im Jahr 1992 wurde eine neue Hütte gebaut.[2][3]

Zusammen mit 24 weiteren vom Staat enteigneten Schutzhütten ging die Stettiner Hütte 1999 in das Eigentum der Autonomen Provinz Bozen – Südtirol über; mit Jahresende 2010 lief die Konzession zu deren Führung durch den CAI aus.[4][5]

Die zerstörte Hütte 2014

Im Februar 2014 wurde die Hütte nach starken Schneefällen von einer Lawine weitgehend zerstört.[6][7] Da ein großer Teil der Hütte weggerissen wurde, konnten in der Folgezeit die Überreste lediglich provisorisch gesichert werden, um bis zur Verwirklichung eines Neubaus eine Jausenstation zu betreiben. Übernachtungen zwischenzeitlich wieder möglich, hierzu gibt es neben einem Mehrbettzimmer im Provisorium der Hütte seit Juli 2017 ein Zeltcamp, bestehend aus sechs Zelten vor der Hütte.

Die Südtiroler Landesregierung beabsichtigt den Wiederaufbau der Stettiner Hütte.[8] Eine 2015 gegründete paritätische Kommission, in der neben der öffentlichen Hand auch der AVS und der CAI vertreten sind, wird dann das Land Südtirol bei der Verwaltung (Vergabe an Pächter, Überwachung der Führung, Sanierungsmaßnahmen) der wiedereröffneten Hütte unterstützen.[9]

Anstiegsmöglichkeiten

Die Hütte kann vom Pfossental im Westen oder vom Pfelderer Tal im Osten angegangen werden. Beide Anstiege sind ungefähr gleich lang und erfordern etwa 4 Stunden. Sowohl der Anstieg vom Pfossental als auch der von Pfelders wird auch häufig mit dem Mountainbike in Angriff genommen.

Der Anstieg aus dem Pfossental beginnt beim Eishof (2071 m) und führt über das Eisjöchl zur Hütte. Von Pfelders führt der Anstiegsweg zunächst wenig ansteigend nach Lazins, der letzten Talsiedlung, und weiter zum bewirtschafteten Lazinser Kaser. Nun geht es weiter südwestlich in Kehren die Hänge empor, durch das weite Geröllkar. Im Bereich einer ehemaligen Hütte der italienischen Finanzwache zweigt rechts der Pfelderer Höhenweg zur Zwickauer Hütte ab. Von dort sind es noch knapp 200 Höhenmeter bis zur Hütte.

Tourenmöglichkeiten

Die Hütte liegt am Meraner Höhenweg und ist Endpunkt der 10. Etappe des Tiroler Höhenwegs. Außerdem liegt die Hütte an verschiedenen Routen zur Alpenüberquerung mit dem Mountainbike.

Die am häufigsten begangene Gipfeltour ist die Hochwilde (3480 m) über den Hans-Grützmacher-Weg. Dieser gletscherfreie Anstieg wurde bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert angelegt und nach einer dieses Vorhaben unterstützenden Stettiner Persönlichkeit benannt. Andere Gipfelziele sind die Hochweiße (3278 m) sowie weitere Gipfel der nördlichen Texelgruppe.

Übergänge sind zu folgenden Hütten möglich:

Literatur und Karte

  Commons: Stettiner Hütte  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. DAV Lübeck
  2. W. Klier, Alpenvereinsführer Ötztaler Alpen. S. 74f, siehe Literatur
  3. D. Seibert: Leichte 3000er. S. 68, siehe Literatur
  4. Übergang der Schutzhütten: Basis für Führungskörperschaft gelegt. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 2. Oktober 2009, abgerufen am 30. Januar 2012.
  5. Schutzhütten. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Abteilung Vermögensverwaltung, abgerufen am 30. Januar 2012.
  6. Stettiner Hütte von Lawine mitgerissen. Südtirol Online, 7. Februar 2014, abgerufen am 7. Februar 2014.
  7. Fernsehbericht von Südtirol heute vom 13. Februar 2014, abgerufen am 14. Februar 2014
  8. Stettinerhütte: Raumprogramm für Neubau definiert. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 16. September 2014, abgerufen am 15. Dezember 2014. Abgedruckt in: Die Pommersche Zeitung. Nr. 40/2014, S. 3.
  9. Schutzhütten: Abkommen zwischen Land, CAI und AVS unterzeichnet. Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Pressemitteilungen, 8. Juli 2015, abgerufen am 8. Juli 2015.