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vom 26.06.2017, aktuelle Version,

Tartsch

Tartsch (italienisch Tarces) ist eine Fraktion der Gemeinde Mals im Vinschgau in Südtirol (Italien) mit 492 Einwohnern (Stand Januar 2014) und liegt auf 1029 m s.l.m.. Das Wahrzeichen des Dorfes, das unmittelbar südöstlich vom Dorf Mals liegt, ist der Tartscher Bichl (auch Tartscher Bühel geschrieben). Er ist gleichzeitig auch das Wahrzeichen des Obervinschgau. Wegen seiner besonderen Lage war er bereits zu Urzeiten bewohnt, was die Ausgrabung eines rätischen Hauses bestätigt. Der Sage nach befand sich früher auf dem Bichl eine sehr reiche Stadt, die wegen des lasterhaften Lebens ihrer Bewohner versunken ist.

Zu Tartsch gehören auch die oberhalb des Dorfes liegenden Höfe Lechtl und Gemassen sowie der Weiler Muntetschinig.

Sehenswürdigkeiten

Kirche St. Veit am Bichl

Hauptartikel: St. Veit am Bichl
St. Veit am Tartscher Bichl

Auf dem Bichl steht eine romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert, welche dem heiligen Veit geweiht ist. In ihrem Inneren findet man Wandmalereien, u. a. (in der Apsis) ein Mäanderfries mit Perlstabband, zwei miteinander kämpfende schildbewehrte Seeungeheuer, ein vermutlich bärtiger Mann, der in ein Krummhorn bläst; Apostelreihe zwischen Heiligen; in der Wölbung Christus als Richter nebst Evangelistensymbolen; in der Fensterlaibung Volutenranke mit Kreuzblüten. Die z. T. stark beschädigten Fresken stammen aus der Zeit um 1200. An der Nordwand des Schiffes in zwei Bilderstreifen Legende des hl. Veit (1. Hälfte 16. Jh.); die gesamte Westwand ausgefüllt von einem Gemäldezyklus um 1520 (fragmentiert).

Pfarrkirche St. Andreas

Der ursprüngliche spätromanische/frühgotische Bau 1499 ist abgebrannt; 1503 wurde er neu geweiht. Der Turm, noch romanisch mit gekuppelten Rundbogenfenstern, wurde später erhöht. Die Langhausmauern sind wohl ebenfalls noch romanisch. Das Netzrippengewölbe im Langhaus entstand um 1500; der polygonale Chor wurde wohl 1527 angebaut. Es gibt diverse Wandgemälde außen (frühes 16. Jahrhundert), u. a. Christophorus, fragmentiert, Beweinung Christi, Heiligenfigur mit Lendentuch, umgeben von Werkzeug und Gerät, betendes Stifterpaar mit Wappen.

Die Ausstattung (Hochaltar u. a.) ist meist spätbarock; herausragend ist ein spätgotisches Holzkruzifix, wohl von Jörg Lederer (um 1520) und Maria mit Christkind (Mitte 15. Jahrhundert) sowie Weihwasserstein (Marmor, 16. Jahrhundert, Sockel 15. Jahrhundert).

Verkehr

Die SS 40 führt direkt durch das Dorf und an der Pfarrkirche vorbei. Dadurch wird das Dorf praktisch in zwei Teile geteilt und die Tartscher Bevölkerung leidet dementsprechend stark unter dem Verkehr. Derzeit ist allerdings eine Unterflurtrasse zur Umfahrung des Ortskerns im Gespräch. Ob und wann sie aber verwirklicht wird ist noch nicht klar.

Persönlichkeiten

  • Bernhard Mazegger senior (1798–1876), Arzt, Dichter, Tourismuspionier
  Commons: Tartsch  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Tartsch auf der Website der Gemeinde Mals