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vom 26.04.2016, aktuelle Version,

Tatort: Unvergessen

Folge der Reihe Tatort
Originaltitel Unvergessen
Produktionsland Österreich
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
ORF, Graf Filmproduktion
Länge 90 Minuten
Einordnung Folge 874 (Liste)
Erstausstrahlung 20. Mai 2013 auf Das Erste, ORF
Stab
Regie Sascha Bigler
Drehbuch Sascha Bigler
Musik Matthias Weber
Kamera Gero Lasnig
Schnitt Cordula Werner
Besetzung

Unvergessen ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Tatort und wurde am 20. Mai 2013 im Ersten zum ersten Mal gesendet. Es ist die 874. Folge der Reihe, der 30. Fall des österreichischen Ermittlers Eisner und der sechste Fall des Ermittlerteams Eisner/Fellner.

Handlung

Moritz Eisner wird in seinem Urlaub durch einen Kopfschuss schwer verletzt und von Kärntner Kollegen bewusstlos in seinem Auto in einem Steinbruch aufgefunden. Als er auf der Intensivstation wieder zu Bewusstsein kommt, kann er sich an nahezu nichts erinnern. Er ist sich lediglich sicher, einen silberfarbenen PKW am Tatort gesehen zu haben. Jedoch fand die Spurensicherung keinerlei Hinweise dafür, da sämtliche Reifenspuren durch die Landung des Rettungshubschraubers verwischt wurden. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus versucht Eisner herauszufinden, was ihm in jener Nacht zugestoßen ist. Der unter Aussetzern und Sprachstörungen leidende Eisner sucht deshalb in Bad Eisenkappel (Kärnten) nach Hinweisen, obwohl er weiterhin krankgeschrieben ist. Er findet eine Verkäuferin, die sich noch daran erinnern kann, dass er bei ihr Rosen und Champagner gekauft und sie nach dem Weg zur Kapplerhütte gefragt hat. Als er dann schließlich die Hütte durchsucht, deren Wohnraum vollkommen verwüstet und mit rechtsextremen Graffiti verunstaltet ist, kehren in Eisner bruchstückhafte Erinnerungen zurück. Auch seinen Koffer findet er dort wieder.

Wenig später wird in dem See im Steinbruch der silberfarbene PKW geborgen, an den sich Eisner erinnerte. In dessen Laderaum liegt die erschossene Maja Jancic-Herzog, mit der Eisner seit einiger Zeit bis zu ihrem Tod eine Liebesbeziehung führte. Maja war Journalistin und arbeitete vor ihrem Tod an einer Dokumentation über das Peršmanhof-Massaker, ein Massaker an der Zivilbevölkerung gegen Ende des Zweiten Weltkrieges. Sie recherchierte im ganzen Dorf und belästigte dadurch einige Bewohner. In ihrem Wagen finden die Ermittler außerdem ihren Laptop, auf dem diese Dokumentation abgespeichert ist. Unter anderem ist dort auch ein Interview mit der letzten Überlebenden der schrecklichen Tat, Jozefa Karnicar, zu sehen. In diesem sagt sie aus, dass einer der damaligen Täter noch heute lebt und noch nicht gefasst wurde. Der Verdacht fällt daher auf den Enkel dieses Täters, der – zusammen mit seinem Vater – alles dafür tut, seinen mittlerweile dementen Großvater zu schützen. Es finden sich außerdem Lackspuren von Majas Wagen an einer auf einem Schrottplatz gefundenen kürzlich abmontierten Stoßstange vom Auto des Enkels. Dieser gibt daraufhin zu, Maja in der Tatnacht verfolgt und gerammt zu haben. Jedoch wollte er ihr lediglich einen Schrecken einjagen, damit sie ihre Recherchen abbricht.

Im Zuge der Ermittlungen fällt Fellner ein USB-Stick in die Hände, auf dem Dateien über dutzende Alzheimerpatienten abgespeichert sind, die in Georgien illegal mit neuartigen Medikamenten behandelt wurden und im Rahmen dieser Behandlung verstarben. Der zuständige Projektleiter in dieser Sache ist Richard Herzog, der Ehemann der verstorbenen Maja. Nachdem sie ihn mit den Vorwürfen konfrontierte, verschaffte er sich mit mehreren Pässen ein Alibi durch einen vorgetäuschten Auslandsaufenthalt und machte sich auf den Weg, um Maja zu töten. Der nach der Tat auftauchende Eisner war lediglich „zur falschen Zeit am falschen Ort“. Schließlich wird Herzog im Steinbruch festgenommen.

Kritik

„Am Ende steht also immer noch ein gewaltiger Nebel in der Landschaft, aber Eisner und Fellner spielen über ein paar Untiefen im Buch locker weg. […] Eisner müsste in die Reha, aber ermittelt trotzdem. Ein Anarchist, dem vieles am Oarsch vorbeigeht, sehr angenehm.“

Einzelnachweise

  1. Holger Gertz: Knarzen für Besserwisser. Süddeutsche Zeitung, 20. Mai 2013, abgerufen am 22. Mai 2013: „Ein Fall für jene Klugscheißer, die via Twitter künftig jeden "Tatort" auseinandernehmen wollen.“