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vom 02.11.2016, aktuelle Version,

Teekanne (Unternehmen)

Logo von Teekanne
Werk Düsseldorf
Teebeutel-Sortiment

Das Unternehmen Teekanne GmbH & Co. KG mit Firmensitz in Düsseldorf ist ein deutsches Teehandelsunternehmen, das erstmals abgepackte Teemischungen in gleichbleibender Qualität als Markenartikel vermarktete. Zudem ist die Firma weltweit führend in der Produktion von Tee in Teebeuteln. 2007 gibt es weltweit 1500 Mitarbeiter und Produktionsstätten und Niederlassungen in 8 Ländern. 2006 wurde ein Umsatz von 385 Millionen Euro erwirtschaftet. Jährlich werden 7,5 Milliarden Teebeutel hergestellt. [1] Seit Oktober 2014 hat Teekanne auch eine Teekapsel-Maschine sowie die dazugehörigen Kapseln im Programm.

Geschichte

Werk von Teehaus in Radebeul

Das Stammhaus der Teekanne GmbH wurde am 16. Juli 1882 in Dresden als Teeladen für „Japan- und Chinawaren sowie Thee“ unter dem Namen R. Seelig & Hille gegründet.[2] 1888 sicherte sich das Unternehmen den Namen Teekanne in damaliger Schreibung Theekanne – als Schutzmarke. Die Marke Teekanne besteht bis heute und ist mit der Registrierungsnummer 6541 eines der ältesten deutschen Warenzeichen.

1892 wurde die Firma von den Mitarbeitern Ernst Rudolf Anders und Eugen Nisslé aufgekauft und befindet sich seitdem in Familienbesitz. Die beiden Unternehmer verkauften als erste in Deutschland in größerem Umfang fertig gemischten und abgepackten Tee. Der Komponist Karl Alfredy schrieb für die Marke das „Javalied ‚Ich laß mich gar zu gerne‘ (Tempo di Mazurka)“.[3]

1913 wurden die Marken Teefix und Pompadour angemeldet und warenzeichenrechtlich geschützt. Die ersten Teeaufgussbeutel kamen 1929 auf den Markt. Das Unternehmen vertrieb in dieser Zeit auch erstmals seine Eigenentwicklung, eine von Adolf Rambold entwickelte Teebeutelpackmaschine.[4] Am 6. Mai 1937 kam Ernst Rudolf Anders, einer der Inhaber des Unternehmens, bei der Explosion des Luftschiffs Hindenburg in Lakehurst (USA) ums Leben.

Während das Unternehmen nach der Enteignung 1946 von der Inhaberfamilie erst in Viersen und später in Düsseldorf weitergeführt wurde, verlagerte man das enteignete Stammhaus von Dresden nach Radebeul. Dort firmierte es später als VEB Kaffee und Tee. Es wurde mit der Wende privatisiert und 1991 als Teehaus GmbH von Teekanne übernommen. Um die Marke Goldteefix im Fernsehen zu bewerben, wurde 1977 unter dem Titel Wenn der Teekessel singt der Song Father and Son von Cat Stevens umgetextet und neu aufgenommen.

In Österreich wurde Teekanne 1951 in Salzburg mit eigener Produktion gegründet. 1996 übernahm die Niederlassung die Marke Kandisin, eine in Österreich bekannte Süßstoffmarke. Seit 1982 darf die dortige Niederlassung aufgrund der staatlichen Auszeichnung das Bundeswappen im Geschäftsverkehr führen.

In einem seit 2011 gegen Teekanne geführten Rechtsstreit – das Unternehmen war von der Verbraucherzentrale wegen der irreführender Werbung (Abbildung von Früchten) auf der Packung des Früchtetees „Felix Himbeer-Vanille Abenteuer“ verklagt worden – wurde am 2. Dezember 2015 abschließend vom Bundesgerichtshof gegen Teekanne entschieden. Das Unternehmen hatte das Produkt bereits 2012 vom Markt genommen.[5][6]

Literatur

  • Annette Dubbers (Gesamtred. u. Text): Teekanne macht den Tee seit 125 Jahren. Hrsg. Teekanne GmbH Düsseldorf, 2007.
  Commons: Teekanne  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Lars Mueller: Dresden und Meissner Land, Sächsische Zeitung vom 16. Juli 2007, Seite 15. Dresdner Druck- und Verlagshaus GmbH & Co KG. Dresden
  2. Die R. Seelig & Hille oHG wird heute noch unter der Adresse des Unternehmens Teekanne in Düsseldorf geführt.
  3. Javalied Teekanne „Ich lass mich gar zu gerne“, Musik Verlag „Metropol“, Charlottenburg II., Joachimtsthalerstr. 7/8, 2 Notenseiten für Piano und Gesang, Text und Musik von Karl Alfredy Größe 34 cm × 26 cm. o. J. (ca. 1920).
  4. Maschinengeschichte
  5. http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&Datum=2015&Sort=3&nr=72999&pos=2&anz=200
  6. https://www.test.de/BGH-Urteil-zur-Lebensmitteldeklaration-Die-Etikettierung-darf-nichts-vorgaukeln-4862239-0/