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vom 13.08.2016, aktuelle Version,

Texelspitze

Texelspitze
Texelspitze von Roteck gesehen

Texelspitze von Roteck gesehen

Höhe 3318 m s.l.m.
Lage Südtirol, Italien
Gebirge Texelgruppe, südliche Ötztaler Alpen
Dominanz 1 km Roteck
Koordinaten 46° 43′ 15″ N, 10° 58′ 17″ O
Texelspitze (Südtirol)
Texelspitze

Erstbesteigung am 22. Juli 1871 durch Theodor Petersen mit Alois (Lois) Ennemoser und Josef Hellriegl
Normalweg über die Südostwand

Die Texelspitze (italienisch Cima Tessa) ist mit einer Höhe von 3318 m der zweithöchste Berg der Texelgruppe (Gruppo di Tessa) in den südlichen Ötztaler Alpen, in Südtirol. Die Texelspitze ist eine flache Pyramide, die nach Norden und Nordwesten lange Grate entsendet. Touristisch wurde sie zuerst bestiegen durch Theodor Petersen, der zwischen 1869 und 1894 Vorstand der Sektion Frankfurt am Main des Deutschen Alpenvereins war, mit dem Bergführer Alois Ennemoser und dem Schafhirten Josef Hellriegl.

Lage und Umgebung

Die Texelspitze liegt etwa fünf Kilometer Luftlinie nordöstlich von Karthaus (Certosa, 1327 m) im Schnalstal. Sie ist Teil des Naturparks Texelgruppe. Im Norden und Osten der Spitze liegen die Reste ehemaliger Gletscher, die im Zuge der Globalen Erwärmung fast verschwunden sind. Im Norden liegt der Texelferner und im Südosten der Blaulackenferner. Benachbarte Gipfel sind im Verlauf des Nordostgrats, getrennt durch ein auf 3175 Metern Höhe gelegenes Joch, das Roteck (Monterosso), mit 3337 Metern der höchste Berg der Texelgruppe. Im Süden liegt die 3173 Meter hohe Blaulackenspitze (Cima del Lago Azzurro) und im Nordwesten, am Ende des zweieinhalb Kilometer langen Nordwestgrats, der 2783 Meter hohe Kaserberg, oberhalb vom Vorderkaser im Pfossental.

Geologie

Die Texelspitze gehört geologisch gesehen zum Schneeberger Zug, einer aus grauen, mineralreichen Glimmerschiefern bestehenden Schieferzone, die sich vom Westrand der Texelgruppe bis nach Sterzing erstreckt. Häufig, und in großen Individuen vorhanden, sind Minerale der Granatgruppe. Aber auch Bergkristall, Epidot, Hornblende, Kalzit und Marmor sind ebenfalls stellenweise zu finden.[1] Das Grundmaterial der Texelspitze, der Glimmerschiefer, wird leicht erodiert. Daher hat der Berg die für die eher schroffen Ötztaler Alpen untypische flache Form einer gerundeten Pyramide.

Stützpunkt und Besteigung

Der Weg Petersens und seiner Gefährten im Jahr 1871 führte von der Rableidalm im nördlichen Teil des Pfossentals aus in südlicher Richtung durch das Alplatschertal und über den damals noch vorhandenen, steilen Alplatscherferner, den man mittels Stufenschlagen überwand. Auf dem Gipfel errichteten die Führer ein Steinmännchen als Zeichen für diese Erstbesteigung. Der Abstieg erfolgte dann in östlicher Richtung zur Zielalpe, in der Nähe der heutigen Lodnerhütte, und weiter hinunter nach Partschins. Man brauchte für die gesamte Tour 15 Stunden.[2] Der heutige Normalweg verläuft von der Lodnerhütte auf 2262 Metern Höhe gelegen, westwärts über die Reste des Blaulackenferners und durch die Südostwand der Texelspitze zum Gipfel. Der Weg führt über lange Strecken über Schutt und Schrofen. Die Gehzeit von der Lodnerhütte (Rifugio Cima Fiammante) aus beträgt laut Literatur 4½ Stunden. Im oberen Bereich gibt es leichte Kletterstellen im Schwierigkeitsgrad UIAA I.[3]

Literatur und Karte

Einzelnachweise

  1. Raimund von Klebelsberg: Geologie von Tirol, Verlag Gebrüder Borntraeger, Berlin 1935, S. 183 ff.
  2. Zeitschrift des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, Jahrgang 1872, S.172 ff.
  3. Walter Klier: Alpenvereinsführer Ötztaler Alpen, München 2006, S. 410 ff., Rz 3700 ff.
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