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vom 08.12.2017, aktuelle Version,

Theodor Heinrich von Strattmann

Theodor Heinrich von Strattmann, porträtiert von Bernard Vaillant und Wallerant Vaillant

Graf Theodor Heinrich von Strattmann (* 1637; † 25. Oktober 1693) war ein österreichisch-deutscher Diplomat und Reichskanzler unter Leopold I.

Karriere

Strattmann, einem Clever Adelsgeschlecht entstammend, begann seine Karriere in den Diensten des Kurfürsten von Brandenburg, später des Kurfürsten Philipp Wilhelm von Pfalz-Neuburg in Düsseldorf, wo er den Posten des Vizekanzlers erreichte. Von seinem Landesherrn am Kaiserhof in Wien vorgestellt, trat er in die Dienste von Leopold I.

Er war als Diplomat unter anderem beteiligt an der Heirat Leopolds I. mit Eleonore von Pfalz-Neuburg (1676) und an Verhandlungen während der Friedensverhandlungen in Nimwegen (1678/79). Von 1680 bis 1683 Prinzipalgesandter in Regensburg, wurde er 1683 für die Position des Hofkanzlers nach Wien gerufen. Diese Position verdankte er nicht nur seiner Tüchtigkeit, sondern auch seinem Status als unparteiischer Fremder in Wien. 1685 vermittelte er die Heirat von Max Emanuel von Bayern mit Leopolds Tochter Maria Antonia. Von 1687 bis 1690 arbeitete Strattmann daran, den Habsburgern die ungarische Königskrone erblich zu sichern. Trotz seiner weitreichenden Befugnisse als Kanzler blieb Strattmann ein ehrlicher Makler und überließ dem Kaiser stets die letzte Entscheidung.[1]

Privatleben

Seine erste Ehefrau war Mechtilde von Mollard. Seine zweite Ehefrau war Eleonore Therese, geborene Gräfin Schellard. Zwei Kinder Strattmanns waren Heinrich Johann Franz von Strattmann (geboren 1668 in Cleve, später Botschafter des HRR in den Niederlanden) und Eleonore Batthyány-Strattmann (geboren 1672).

Literatur

Einzelnachweise

  1. Hanns Schlitter: Strattmann, Theodor Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 36, Duncker & Humblot, Leipzig 1893, S. 518–520.
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