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vom 16.12.2017, aktuelle Version,

Tilo Nest

Tilo Nest (2007)

Tilo Nest (* 1960 in Bad Homburg vor der Höhe) ist ein deutscher Schauspieler, Theaterregisseur und Sänger.

Leben

Tilo Nest erhielt seine Schauspielausbildung am Mozarteum in Salzburg. Sein erstes Theaterengagement führte ihn 1986 ans Schauspielhaus Bochum. Dort arbeitete er unter der Intendanz von Frank-Patrick Steckel mit den Regisseuren Andrea Breth und Valentin Jeker. Er blieb Schauspieler dieses Ensembles bis 1992. Über die Theater in Essen, Köln und vor allem dem Schauspielhaus Zürich kam er 1996 ans Theater Basel, wo er bis 2001 tätig war und u. a. erstmals mit Michael Thalheimer arbeitete. Anschließend wechselte er ans Maxim Gorki Theater in Berlin. Dort arbeitete er mit Katharina Thalbach und Thomas Langhoff.

Ab 2003 ist er als freier Schauspieler tätig. Er spielte unter anderem am Deutschen Schauspielhaus Hamburg unter der Regie von Jan Bosse, in Basel unter der Regie von Lars-Ole Walburg und 2006 in Zürich unter der Regie von Karin Beier und Jürgen Gosch. Ebenfalls am Schauspielhaus Zürich folgten in den Jahren 2008 und 2009 Arbeiten mit Matthias Hartmann.

Ab dem Sommer 2009 war Tilo Nest festes Ensemblemitglied am Burgtheater in Wien. Dort spielte er u. a. den Faust, den Mauler in Die heilige Johanna der Schlachthöfe und spielte und sang den Ole in Tomas Vinterbergs Welturaufführung von Die Kommune. Im April 2012 spielte er an der Seite von Mavie Hörbiger in Simon Stephens’ Drama Wastwater. Unter Thalheimers spielte er ab Oktober 2012 den Orest in Hofmannthals Elektra. Als Gast arbeitete er im Frühsommer 2013 erneut am Schauspielhaus Zürich unter der Regie von Werner Düggelin in Jon Fosses Drama Schönes.

In der Saison 2015/16 spielt er unter der Regie von Christian von Treskow die Titelrolle in Zuckmayers Der Hauptmann von Köpenick am Düsseldorfer Schauspielhaus.

Ab der Saison 2017/2018 ist Tilo Nest festes Ensemblemitglied am Berliner Ensemble unter der neuen Intendanz von Oliver Reese.[1]Als "Azdak" eröffnete er ebendort unter der Regie von Michael Thalheimer mit Brechts "Kaukasischem Kreidekreis" dessen erste Saison.

2012 und 2013 führte er an den Wuppertaler Bühnen erstmals Regie: Schöne Bescherungen von Alan Ayckbourn und Nora von Henrik Ibsen. Am Staatstheater Wiesbaden brachte er im November 2014 Oscar Wildes Der ideale Ehemann zur Aufführung und im Februar 2015 kamen unter seiner Regie Taboris Goldberg Variationen am Düsseldorfer Schauspielhaus zur Aufführung.

Im April 2016 übernahm er die Regie bei der deutschen Erstaufführung des Theaterstücks Puppenstube von Lillian Hellman am Staatstheater Wiesbaden und ebendort im Großen Haus im November 2016 im Musical Shockheaded Peter. Anfang 2017 übernahm er die Regie bei Malaga von Lukas Bärfuss am Kantonstheater Zürich und im Herbst folgte die Inszenierung einer eigenen Fassung (mit Co-Autor Hanno Friedrich) von "In 80 Tagen um die Welt" am Staatstheater Hannover.

Sein filmisches Debüt hatte Tilo Nest im Jahr 1993 unter der Regie von Peter Sehr in dessen Film Kaspar Hauser. Darin spielte er die Rolle des Karl von Baden. Seitdem arbeitet er regelmäßig für das Fernsehen (unter anderem mehrmals im Tatort) oder Serien wie die RTL-Serie Post Mortem. 2009 spielte er die Hauptrolle als schwuler Wirtschaftsminister Jan van Möllerbreit in der Kinofilmkomödie Unter Strom. Es folgten im Frühjahr 2012 eine Episodenhauptrolle für den Rostocker Polizeiruf 110 und im Herbst übernahm er einen Part in dem Kinofilm Eltern unter der Regie von Robert Thalheim. 2014 premierte er bei den Internationalen Hofer Filmtage in der Hauptrolle von Zoltan Pauls Amok – Hansi gehts gut. 2017 war er u. a. in der erfolgreichen Serie "4 Blocks" als Anwalt von Schönfliess zu sehen.

Zusätzlich tourt er europaweit mit dem Schauspieler Hanno Friedrich und dem Pianisten Alexander Paeffgen seit 1998 mit der Musikcomedy Abba jetzt! (insgesamt ca. 550 Auftritte; Stand Dezember 2017) und gastiert mit der Band „Die halbe Miete“ und ihrer Tom-Waits-Hommage Thomas Wartet. Im März 2011 kam am Burgtheater sein Programm Tilo singt Nest mit eigenen Songs zur erstmaligen Aufführung.[2]

Filmografie

Theaterrollen (Auswahl)

  Commons: Tilo Nest  – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. Rüdiger Schaper: Neuer Intendant am Berliner Ensemble – Oliver Reese startet mit drei Premieren an drei Tagen. In: Der Tagesspiegel online. , abgerufen am 16. Juni 2017.
  2. Vita. In: tilonest.de. Abgerufen am 18. Juni 2017.