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vom 29.06.2017, aktuelle Version,

Tonio Hölscher

Tonio Hölscher (* 2. November 1940 in Königsfeld im Schwarzwald) ist ein deutscher Klassischer Archäologe.

Der Sohn des Altphilologen Uvo Hölscher und der Germanistin Dorothea Hölscher-Lohmeyer legte 1959 sein Abitur am Gymnasium Steglitz in Berlin ab. Er studierte von 1959 bis 1965 Klassische Archäologie, Alte Geschichte und Klassische Philologie in Heidelberg, Rom und Freiburg im Breisgau. Die Promotion über das Bild der Siegesgöttin Victoria erfolgte 1965 bei Roland Hampe in Heidelberg, wo er bis 1966 als Assistent am Archäologischen Institut tätig war. Nachdem er 1966/1967 ein Reisestipendium des Deutschen Archäologischen Instituts erhalten hatte, wurde Hölscher Assistent an der Universität Würzburg bei Erika Simon. Dort habilitierte er sich 1972 mit einer Arbeit über die griechischen Historienbilder der klassischen Zeit. Anschließend war er als Oberassistent und Privatdozent tätig. Seit 1975 ist er ordentlicher Professor für Klassische Archäologie an der Universität Heidelberg. 2009 wurde er emeritiert, jedoch vertrat er seinen Lehrstuhl auch im Wintersemester 2009/2010. Nach einigen Besetzungsquerelen dauerte es bis 2015, dass mit Nikolaus Dietrich ein Nachfolger seine Professur antrat.

Hölscher ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Academia Scientiarum et Artium Europaea in Salzburg, der Academia Europaea in London, der Accademia di Archeologia, Lettere e Belle Arti in Neapel, des Deutschen Archäologischen Instituts und des Österreichischen Archäologischen Instituts in Wien. Bekannt sind seine Forschungen zur politischen und gesellschaftlichen Funktion antiker Bildwerke, für die er 2005 mit dem Lautenschläger-Forschungspreis der Universität Heidelberg ausgezeichnet wurde. Tonio Hölscher war Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der populärwissenschaftlichen Zeitschrift Abenteuer Archäologie. Er ist mit Fernande Hölscher verheiratet.

Schriften

  • Victoria Romana. Archäologische Untersuchungen zur Geschichte und Wesensart der römischen Siegesgöttin von den Anfängen bis zum Ende des 3. Jhs. n. Chr. von Zabern, Mainz am Rhein 1967, (Zugleich: Mainz, Universität, Dissertation, 1965).
  • Ideal und Wirklichkeit in den Bildnissen Alexanders des Großen (= Abhandlungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Jg. 1971, Abh. 2). Winter, Heidelberg 1971, ISBN 3-533-02133-5.
  • Staatsdenkmal und Publikum. Vom Untergang der Republik bis zur Festigung des Kaisertums in Rom (= Xenia. Bd. 9). Universitätsverlag, Konstanz 1984, ISBN 3-87940-233-7.
  • Römische Bildsprache als semantisches System (= Abhandlungen der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Philosophisch-Historische Klasse. Jg. 1987, Abh. 2). Winter, Heidelberg 1987, ISBN 3-533-03925-0 (In italienischer Sprache: Il linguaggio dell'arte romana. Un sistema semantico (= Piccola Biblioteca Einaudi. Bd. 592). Traduzione di Francesco de Angelis. Einaudi, Turin 1993, ISBN 88-06-13294-6; in englischer Sprache: The language of images in Roman art. Translated by Anthony Snodgrass and Anne-Marie Künzl-Snodgrass. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 2004, ISBN 0-521-66200-1; in polnischer Sprache: Sztuka rzymska. Język obrazowy jako system semantyczny. Tłumaczenie, opracowanie i wstęp Lechosław Olszewski. Wydawnictwo Poznańskie, Posen 2011, ISBN 978-83-7177-801-8).
  • Klassische Archäologie. Grundwissen. Theiss u. a., Stuttgart u. a. 2002, ISBN 3-8062-1653-3.

Literatur

  • Antrittsrede von Herrn Tonio Hölscher an der Heidelberger Akademie der Wissenschaften vom 6. Februar 1982. In: Jahrbuch der Heidelberger Akademie der Wissenschaften für das Jahr 1982. Heidelberg 1983, S. 29–33.
  • Dagmar Düll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1933–1986. Springer, Berlin/Heidelberg 2009, ISBN 978-3-540-88834-5, S. 280 f.