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vom 26.07.2018, aktuelle Version,

Vahrner See

Vahrner See
Geographische Lage Südtirol
Abfluss keiner
Orte in der Nähe Vahrn
Daten
Koordinaten 46° 45′ 55,7″ N, 11° 38′ 4,7″ O
Vahrner See (Südtirol)
Vahrner See
Höhe über Meeresspiegel 712 m s.l.m.
Fläche 1,5 haf5
Volumen 30.000 f8
Maximale Tiefe 3,5f10

Der Vahrner See (ita.: Lago di Varna) ist kleiner Badesee in Südtirol, 2 km nordöstlich von Vahrn. Er befindet sich (ausgenommen das Gewässer, welches öffentliches Gut ist) in Privateigentum, die südliche Hälfte ist als geschütztes Biotop eingetragen. Der nördliche Teil des Sees steht zum Schwimmen zur Verfügung, wobei der südliche Teil des Sees mit Schilf bewachsen ist. Dieses Schilfröhricht und die naheliegende Fläche wurden im Jahre 1977 als Biotop ausgewiesen und stehen somit unter Naturschutz.

Topographie

Der Vahrner See liegt auf 712 m Höhe in einer Geländefurche des Eisacktals, die zwischeneiszeitlich vom Eisack durchflossen wurde. Er ist 1,5 ha groß und maximal 3,5 m tief. Er weist keinen oberirdischen Abfluss auf. Der See liegt in einer abgedichteten Mulde. Er wird nur von einer kleinen Quelle genährt. Der geringe Wasseraustausch, die Belastungen durch den Badebetrieb und Nährstoffeintrag aus der Umgebung verursachten ein starkes Algen- und Pflanzenwachstum. Durch aufwendige Sanierungsmaßnahmen, Frischwasserzufuhr aus dem Schalderer Tal und Beschränkung des Badebetriebs auf dem nördlichen Teil konnte dieses Gebiet gerettet und aufgewertet werden.

Lebensraum

Das Gewässer reinigt sich mit Hilfe des Röhrichts selbst. Das Wurzelgeflecht verbirgt sich mit vier- bis fünfmal so viel Pflanzenmasse im Wasser und Schlamm. Überschüssige Nährstoffe werden aufgenommen und das Wasser wird mit Sauerstoff angereichert. Zusammen mit den aufsitzenden Bakterien und Einzellern wirkt der Wurzelraum als „Bio-Kläranlage“. Auch Lurche, wie z. B. Frösche, Kröten, Salamander und Molche, lassen sich hier auffinden.

Geschichte

Der von Verlandung bedrohte See ist der Rest des oberen der früher deutlich größeren zwei Vahrner Seen. Daher erscheint in älteren Quellen auch der Name Obersee. Der untere See wurde 1825 in Wiesen umgewandelt. Am Ostufer befand sich ein Schießstand. Im Jahre 1977 wurde es als Biotop ausgewiesen.[1] Im Sommer 2018 wurde der See ausnahmslos für den Badebetrieb gesperrt da im Wasser eine große Menge an Kriegsrelikte gefunden wurden. Der See wird (Stand Juli 2018) vom Italienischen Heer (Esercito Italiano) bonifiziert.

Schießstand

Aufgrund des Baues der Franzensfeste entstand 1840 in Vahrn eine Kaserne. Die dort stationierten Soldaten benötigten zur Ausbildung einen Schießstand. Er sollte aus Sicherheitsgründen außerhalb des bewohnten Gebietes liegen. Er wurde dann letztendlich am Ostufer des Vahrner Sees errichtet. Von dort schossen die Soldaten über den See, wo in Entfernungen von 50 bis 250 Meter die Zielergräben standen. Noch in den 1960er Jahren wurde hier geschossen, bevor der Schießstand aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste. Der alte Mechanismus, der zum Bewegen der Schießscheiben erforderlich war, ist heute nicht mehr erhalten.

Die Zieler waren meistens als Harlekine verkleidet. So verspotteten sie die Schützen bei Fehlschüssen, und bei guten Treffern machten sie Freudensprünge, wobei sie entsprechende Lieder zur Unterhaltung sangen.[2]

Erholungsgebiet

Die Gegend um den Vahrner See ist ein beliebtes Erholungsgebiet und Ausflugsziel. Die Badewasserqualität gilt schon seit mehreren Jahren als „ausgezeichnet“. In der Nähe des Sees befinden sich ein Gastronomiebetrieb und ein Campingplatz. Auch Umkleidekabinen und eine Bio-Toilette sind vorhanden, sind aber zurzeit für Badegäste nicht zugänglich. Zur Zeit (Sommer 2018) ist der Badesee wegen der Entfernung von Kriegsmaterial aus dem Ersten Weltkrieg gesperrt.

  Commons: Vahrner See  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Egon Kühebacher: Die Ortsnamen Südtirols und ihre Geschichte. Die geschichtlich gewachsenen Namen der Täler, Flüsse, Bäche und Seen. Athesia, Bozen 1995, ISBN 88-7014-827-0, S. 350.
  2. Schautafel beim Schießstand. Foto unter https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4c/Vahrner_See_-_Schie%C3%9Fstand.jpg