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vom 10.01.2018, aktuelle Version,

Vals (Mühlbach)

Vals
Italienische Bezeichnung: Valles
Vals bei Mühlbach / Sommer 2011
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Südtirol (BZ)
Gemeinde: Mühlbach (Südtirol)
Koordinaten: 46° 51′ N, 11° 38′ O
Höhe: 1350 m s.l.m.
Fläche: 43,47 km²
Einwohner: 579 (2017)
Bevölkerungsdichte: 13 Einw./km²
Patron: Andreas
Kirchtag: 30. November
Telefonvorwahl: 0472 CAP: 39037

Vals (italienisch: Valles) ist eine Fraktion der Marktgemeinde Mühlbach in Südtirol (Italien). Sie hat 579 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2017)[1] und liegt im Valler Tal, das vom Pustertal bei Mühlbach nördlich abzweigt.

Geschichte

Beginn der Urkunden im 12. Jahrhundert mit Grundbesitznachweis auswärtiger Adelsgeschlechter, so z.B. 1187 Hugo von Schöneck (Madlan); 1253 Heinrich der Maulrapp (Zingerle); 1288 Frau von Banch (Tannicher). Im Jahre 1263 belehnte Bischof Bruno den jüngeren Sohn Otto, des Dietmar Mayr in Niedervintl, mit dem Mayrhofe in Vals.[2] Wirtschaftsgeschichtlich lag der Reichtum des Tales im großen Waldbestand sowie in der Viehzucht, Anziehungspunkt für Herren und Stifte von auswärts sich sog. Schwaighöfe zu erwerben. Diese hatten ihrerseits Grundzins in Ergebnissen der Viehwirtschaft zu leisten, vor allem Käse. Unter den bedeutendsten Grundherren von Vals, den Freiherren und Grafen von Wolkenstein-Rodeneck wurde letzterer, wenn er zum Verkauf kam, sozusagen als Qualitätssiegel mit dem Wolkensteinischen Wappen versehen.

Auffallend viele Inhaber von Höfen in Vals stammten aus der Gemeinde Natz (Rizzailler / Raspenhof, Specker / Graf in Natz, Gadner / Kaltenhauser; Grimm / Bacher in Raas, Lackner / Kofler, Thurner / Agstner, Egger i.B. / Hasler, Reiter / Brunner, Geiger / Köferer usw.), aber auch von Neustift (Graf / Strasser) und Mühlbach (Südtirol) (Wieser / Atzwanger).[3]

Ein wichtiges Dokument, der Escher- oder Oescherbrief, stammt aus dem Jahre 1450 bzw. 1610 (Original im Pfarrarchiv in Vals). Darin wird zwischen den Gemeindeleuten und dem Gerichtsherrn Christof Freiherr von Wolkenstein die Flur- und Waldordnung, sowie die Alm- und Weideordnung vereinbart, welche im Wesentlichen heute noch in Kraft ist.

Sehenswertes

Die Pfarrkirche zum Hl. Andreas in Vals steht inmitten der Natur. Sie stammt aus dem Jahre 1341. Turm und Spitzbogenfenster datieren ebenso wie der Achteckhelm aus dem 15. Jahrhundert. Die Inneneinrichtung ist neugotisch gestaltet.

Wirtschaft und Tourismus

Fane Alm mit Blick auf Langkofel, Plattkofel, Seiser Alm

Die Einwohner leben neben der Landwirtschaft zum größten Teil vom Tourismus (Sommer- und Wintersaison), was sich auch an der Anzahl der Hotels und Restaurants widerspiegelt. In Vals gibt es zwei Skigebiete, wobei das Skigebiet Jochtal in 1.900-2.100 Metern Höhe und das andere in 1.300-1.600 Metern Höhe liegt. Neu ab 2011/2012 ist eine direkte Verbindung (2 Kabinenumlaufbahnen) mit dem Skigebiet Gitschberg. Des Weiteren hat der Ort einen Eislaufplatz, mehrere Kilometer Langlaufloipen sowie einen Kinderskipark, der an die Skischule angeschlossen ist.[4]

  Commons: Vals (Mühlbach)  – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Marktgemeinde Mühlbach - Zahlen & Fakten
  2. Schlern-Schriften. 72, 1950, S. 35. Universitäts-Verlag Wagner / Innsbruck
  3. Schlern-Schriften. 72, 1950, S. 37. Universitäts-Verlag Wagner / Innsbruck
  4. http://www.gitschberg-jochtal.com/script/pages/site.asp?m1=591&modID=327&linkid=0&L=de